Berlinale: Berlinale Shorts


Berlinale Shorts

Der Wettbewerb der Berlinale Shorts mit einer Auswahl an radikalen Handschriften ist zukunftsweisend für das Arthouse-Kino von morgen. Die kurze Form ist der wilde Pulsschlag neben dem Langfilmwettbewerb.

Der Wettbewerb der Berlinale Shorts präsentiert Welt- und internationale Premieren, die um den Goldenen und Silbernen Bären, den mit 20.000 € dotierten Audi Short Film Award und eine Nominierung für die European Film Awards in der Kategorie Kurzfilm konkurrieren. Der Goldene Bär berechtigt zur Teilnahme am Wettbewerb um den Kurzfilm-Oscar®.

Das Programm spiegelt die einzigartigen Qualitäten der kurzen Form wider: sich radikal und ungebunden ästhetischen, gesellschaftlichen, politischen Fragen widmen, Seismograph einer kritischen Auseinandersetzung mit der Gegenwart sein und den Kinoautor*innen von morgen ein Experimentierfeld bieten. Die Berlinale Shorts präsentieren sowohl bekannte Künstler*innen und Filmemacher*innen der Gegenwart als auch eine Jugend, die kurz davor steht, entdeckt zu werden. Bei der Auswahl für den Wettbewerb wird die Kuratorin von einem international besetzten Fachgremium beraten.

Die Sektion zeigt außerdem jedes Jahr Filmklassiker, die in einer Beziehung zu aktuellen Themen und Tendenzen in der Filmkunst stehen und so das Programm in einen größeren kulturellen Zusammenhang stellen. Im Gesprächsformat „Notes on Cinema“ werden politische Strategien entwickelt, um die kurze Form in der Gesellschaft zielgerichtet zu verankern.

Unter dem Jahr präsentiert die Sektion zusammen mit den Partnern Zeit Online und Arte eine Auswahl aus dem Programm. Mit Berlinale Spotlight-Programmen sind die Berlinale Shorts in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern das ganze Jahr über auf Festivals und Veranstaltungen weltweit vertreten.

Die Player der Branche werden im Festival mit den Künstler*innen von morgen zusammengebracht. Viele Filme aus dem Programm finden beim Festival einen Verleih und Vertrieb. Das Kurzfilm-Magazin Arte Kurzschluss ist verantwortlich für den Einkauf einer Vielzahl von Filmen.

Seit Gründung der Berlinale 1951 wurden die Kurzfilme gleichberechtigt im Wettbewerb gezeigt und ab 1955 auch mit einem Goldenen Bären prämiert. Viele Filmemacher*innen und Künstler*innen, die Filmgeschichte schrieben, präsentierten in Berlin ihre ersten Arbeiten.

Mit Gründung des Internationalen Forums des Jungen Films kam 1970 eine neue Präsentationsmöglichkeit für die kurze Form hinzu. Neben den Animations-, Spiel- und Dokumentarfilmen im Wettbewerb wurden seither auch avantgardistische, strukturelle, essayistische Filme gezeigt. Unter Moritz de Hadeln wurde das Festival weitere zehn Jahre später um die Info-Schau, das spätere Panorama, erweitert. Neben Dokumentar- und Spielfilmen zeigte diese Sektion explizit Kurzfilme mit einem besonderen Augenmerk auf internationale queere Positionen.

1992 kam es zum Eklat: Die mit elf Mitgliedern besetzte Internationale Jury befand, keiner der kurzen Filme im Wettbewerb sei ausreichend gut, um mit einem Bären bedacht zu werden. In diesem Jahr gab es keinen Preisträger. Mit dem Übergang der Festivalleitung auf Dieter Kosslick kam die kurze Form im 21. Jahrhundert an. 2003 wurde eine eigene internationale Jury eingesetzt, um den Goldenen Bären für den Besten Kurzfilm zu vergeben. 2006 wurde die Sektion Berlinale Shorts gegründet. Die besondere Bedeutung der kurzen Form für die Filmkunst ist so eindrucksvoll hervorgehoben. Seit 2007 leitet Maike Mia Höhne als Kuratorin die Sektion.

Für alle Filmanmeldungen gelten die Allgemeinen Anmelde- und Teilnahmerichtlinien.

Für die Kurzfilme der Sektion Generation gilt das eigene Reglement.

1 – Zugelassene Filme

Für den Wettbewerb der Berlinale Shorts zugelassen sind Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Animationsfilme bis zu einer maximalen Laufzeit von 30 Minuten (inkl. Abspann).

Vorführformate: DCP, QuickTime ProRes oder 35mm (kinoabhängig). Andere Formate nur nach Rücksprache.

Zugelassen werden nur Filme, die

  • an keinem internationalen Filmfestival oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen haben; eine Teilnahme an nationalen Festivals / Wettbewerben oder Veranstaltungen mit nationalem Fokus im Ursprungsland ist erlaubt.
  • außerhalb ihres Ursprungslandes noch nicht kommerziell ausgewertet wurden.
  • weder im Fernsehen noch im Internet / VOD präsentiert wurden.

Im Falle internationaler Koproduktionen gilt das Hauptproduktionsland als Ursprungsland.

  • Weltpremieren werden bevorzugt.
  • Deutsche Filme müssen (mit Ausnahme der Anmeldungen für die Sektion Perspektive Deutsches Kino) eine Weltpremiere sein.

Der Direktor des Festivals hat das Recht, alle in den Richtlinien nicht vorgesehenen Fälle zu regeln.

2 – Auswahl und Programmierung

Der Direktor des Festivals lädt auf Vorschlag der Kuratorin die Filme ein, die im Wettbewerb der Berlinale Shorts gezeigt werden.

3 – Fassung und Untertitel

Alle Filme – auch deutschsprachige Filme - werden in ihrer Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. Die Kosten der Untertitelung gehen zu Lasten der Produktion.

Als Originalfassung gilt jede Fassung, in welcher der Film in seinem Ursprungsland gezeigt wird oder werden soll.

Über die Vergabe der Preise entscheidet die Internationale Kurzfilmjury, die aus mindestens drei deutschen und ausländischen Persönlichkeiten besteht.

Personen, die an der Produktion oder an der kommerziellen Auswertung eines eingeladenen Filmes beteiligt sind, dürfen der Jury nicht angehören.

Der Festivaldirektor oder ein durch ihn bestimmter Delegierter können bei den Beratungen anwesend sein, nehmen aber nicht an den Abstimmungen teil. Die Mitglieder der Jury sind zum Stillschweigen verpflichtet. Die Debatten und Abstimmungen sind streng vertraulich zu behandeln, auch nach Abschluss des Festivals.

Preise

Die Internationale Kurzfilmjury vergibt obligatorisch folgende Preise an jeweils einen der für den Wettbewerb nominierten Filme:

  • Goldener Bär für den Besten Kurzfilm
    Mit dem Preis des Goldenen Bären erlangt der Film die Teilnahmeberechtigung für den Wettbewerb um den Kurzfilm-Oscar® im nächsten Jahr.
  • Silberner Bär Preis der Jury (Kurzfilm)
  • Audi Short Film Award, dotiert mit € 20.000, unterstützt von Audi

Darüber hinaus ernennt die Jury den Berlin Short Film Candidate for the European Film Awards.

Filme aus dem Wettbewerb der Berlinale Shorts können außerdem für den TEDDY AWARD Bester Kurzfilm nominiert werden.

Weitere Informationen zu den Preisen der Berlinale finden Sie unter Preise und Jurys.