Berlinale: Panorama


Panorama

Was ist neu und anders, wild, unkonventionell und mutig im Kino von heute? Im Panorama trifft man auf junge, spannende Talente aus aller Welt und entdeckt die neuesten Filme bekannter Filmschaffender.

Das Panorama spürt Stimmungen und Entwicklungen im gegenwärtigen internationalen Kino auf und hat den Finger am Puls der Zeit – ästhetisch, formal und politisch. Hier findet man Filme, die etwas mitzuteilen haben, Filme für ein großes und neugieriges Publikum und Filme, die Reibungsfläche bieten und für Diskussionsstoff sorgen. Das Panorama zeigt Filme, die aufwühlen und aufrütteln sollen und das Publikum in seinen Sehgewohnheiten und im Denken herausfordern wollen. Die Filmauswahl ist gleichzeitig Angebot und Aufforderung, Kino anders zu betrachten.

Das Panorama ist ausdrücklich queer, ausdrücklich feministisch, ausdrücklich politisch – und hat gleichzeitig das Bedürfnis, über diese Kategorien hinauszudenken.

Als einzige Sektion mit einem Publikumspreis hat das Panorama die größte Jury der Berlinale und sieht in seinem Publikum von Beginn an einen engen Verbündeten.

Im Panorama sind Publikum, Filmschaffende, Industrie und Presse gleichberechtigte Partner. Hier wird das Kino zum offenen Begegnungsort für alle, die Kino lieben.

Mit dem TEDDY AWARD zeichnet das Panorama zudem sektionsübergreifend für den queeren Filmpreis der Berlinale verantwortlich. Die weltweit wichtigste und älteste Auszeichnung ihrer Art feierte 2016 ihr 30-jähriges Bestehen.

Manfred Salzgeber, Rose-Marie Couture, Wieland Speck
Manfred Salzgeber und Wieland Speck

Das Panorama ging aus der Info-Schau hervor, dem Ergänzungsprogramm zum Berlinale-Wettbewerb in den 1970er-Jahren. Manfred Salzgeber – einer der wichtigsten Innovatoren in der Berliner Off-Kinolandschaft der 1970er-Jahre und Mitinitiator des Internationalen Forums des Jungen Films – wurde 1980 damit beauftragt, der Sektion ein inhaltliches Format zu geben. 1982 nahm er Wieland Speck an seine Seite und baute ein Programm auf, das gesellschaftliche Konflikte und neue Ästhetiken aufgriff und sich dabei niemals scheute, unbequem zu sein. 1986 bekam die Sektion den Namen Panorama.

1992 übernahm Wieland Speck die Leitung des Panorama und setzte in den folgenden 25 Jahren die Arbeit seines Vorgängers konsequent fort: Erfolgreich brachte er anspruchsvolles Independent-Kino dem internationalen Markt näher und verhalf dem 1987 gegründeten TEDDY AWARD – dem weltweit ersten und bislang bedeutendsten Filmpreis für queeres Kino – zu internationale Anerkennung.

Seit Juli 2017 leitet Paz Lázaro die Sektion. Ko-Kurator des Panorama-Programms ist Michael Stütz. Bis 2018 wurden sie von Andreas Struck unterstützt.

Für alle Filmanmeldungen gelten die Allgemeinen Anmelde- und Teilnahmerichtlinien.

1 - Zugelassene Filme

Für Panorama zugelassen sind Spiel- und Dokumentarfilme ab 70 Minuten Laufzeit, die

  • außerhalb ihrer Ursprungsländer in Europa noch nicht kommerziell ausgewertet wurden.
  • noch auf keinem anderen deutschen oder europäischen Festival gezeigt wurden, die Teilnahme an nationalen Reihen im Ursprungsland ist jedoch erlaubt.
  • außerhalb ihres Ursprungslandes weder im Fernsehen noch im Internet / VOD gezeigt wurden.
  • in den Formaten DCP, QuickTime ProRes oder 35mm (kinoabhängig) vorliegen. Andere Formate nur nach Rücksprache.
  • falls es sich um Fernsehproduktionen handelt, für eine Kinoauswertung vorgesehen sind.

Im Falle internationaler Koproduktionen gilt das Hauptproduktionsland als Ursprungsland.

  • Weltpremieren werden bevorzugt.
  • Deutsche Filme müssen (mit Ausnahme der Anmeldungen für die Sektion Perspektive Deutsches Kino) eine Weltpremiere sein.

Der Direktor des Festivals hat das Recht, alle in den Richtlinien nicht vorgesehenen Fälle zu regeln.

2 – Auswahl und Programmierung

Die Panorama-Kuratoren sind gegenüber dem Festivaldirektor für ihre Auswahl verantwortlich. Produktionen, die für den Wettbewerb eingereicht werden, können – wenn nicht vom Einsender ausdrücklich ausgeschlossen – vom Panorama berücksichtigt werden.

3 - Fassung und Untertitel

Alle eingeladenen Filme werden in ihrer Originalfassung mit englischen Untertiteln vorgeführt. Die Kosten der Untertitelung gehen zu Lasten der Produktion.

Als Originalfassung gilt jede Fassung, in welcher der Film in seinem Ursprungsland gezeigt wird oder werden soll.

Im Rahmen des Panoramas werden folgende Auszeichnungen unabhängiger Jurys vergeben:

  • GWFF Preis Bester Erstlingsfilm (dotiert mit 50.000 Euro)
  • Glashütte Original Dokumentarfilmpreis (dotiert mit 50.000 Euro)
  • Panorama Publikums-Preis, an dem Jahr für Jahr über 20.000 Berlinale-Besucher teilnehmen
  • TEDDY AWARD, der weltweit bedeutendste queere Filmpreis, der seinen Anfang im Panorama nahm und Filme aus allen Sektionen der Berlinale auszeichnen kann
  • Heiner-Carow-Preis, ausgelobt von der DEFA-Stiftung
  • Preis der Ökumenische Jury der Kirchen
  • Preis der FIPRESCI-Jury
  • CICAE Art Cinema Award
  • Amnesty International Filmpreis
  • Friedensfilmpreis
  • Label Europa Cinemas

Weitere Informationen zu den Preisen der Berlinale finden Sie unter Preise und Jurys.