Berlinale Dokumentarfilmpreis und Jury

Seit langem engagieren sich die Internationalen Filmfestspiele Berlin für die Vielfalt der dokumentarischen Formen. Eine spezielle Auszeichnung für den besten Dokumentarfilm wurde 2017 ins Leben gerufen.

Der Berlinale Dokumentarfilmpreis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro dotiert, das sich Regisseur*in und Produzent*in des Preisträgerfilms teilen. Zudem berechtigt der Gewinn des Preises zur Teilnahme am Wettbewerb um den Oscar® für den besten Dokumentarfilm.

2026 waren 16 aktuelle Dokumentarbeiträge aus den Sektionen Wettbewerb, Berlinale Special, Panorama, Generation und Forum für den Berlinale Dokumentarfilmpreis nominiert.

Berlinale Dokumentarfilmpreis

If Pigeons Turned to Gold
von Pepa Lubojacki
produziert von: Klára Mamojková, Wanda Kaprálová

Lobende Erwähnung

TUTU
von Sam Pollard

Was an Empfindsamkeit bleibt (Sometimes, I Imagine Them All at a Party)
von Daniela Magnani Hüller

Jury Berlinale Dokumentarfilmpreis 2026

© Jens Koch

Lemohang Mosese (Lesotho)

Lemohang Mosese ist Regisseur und Künstler aus Lesotho und lebt in Berlin. Sein Essayfilm Mother, I Am Suffocating, This Is My Last Film About You feierte 2019 Premiere im Berlinale Forum und wurde anschließend bei bedeutenden Festivals und in renommierten Kunstinstitutionen gezeigt. Sein vielbeachteter Spielfilm This Is Not a Burial, It’s a Resurrection (2019) lief in Venedig und Rotterdam und gewann über 30 Preise, darunter den Jury Award for Visionary Filmmaking beim Sundance Film Festival. 2025 feierte Ancestral Visions of the Future seine Weltpremiere in der Sektion Berlinale Special und eröffnete das Cinéma du Réel. Mosese ist Berlinale Talents-Alumnus und war 2020 Mitglied der Internationalen Kurzfilmjury der Berlinale. Seine Videoinstallationen, darunter Sculpting God und New God, wurden weltweit ausgestellt.

© Jens Koch

B Ruby Rich (USA)

B Ruby Rich ist Filmwissenschaftlerin, Filmkritikerin und emeritierte Professorin an der University of California, Santa Cruz. In einem 1992 in der „Village Voice“ erschienenen Essay prägte sie den Begriff „New Queer Cinema“, mit dem sie eine Welle radikaler queerer Filme beschrieb. Sie ist Expertin für feministisches, queeres und lateinamerikanisches Kino sowie für Independent- und Dokumentarfilm. Ihre Laufbahn umfasst die Programmgestaltung am Art Institute of Chicago und Lehrtätigkeiten an der UC Berkeley und der UC Santa Cruz. Zudem arbeitete sie in der öffentlichen Kulturförderung beim New York State Council on the Arts sowie als Filmkritikerin für Medien wie „The Village Voice“ und „Sight & Sound“. Rich ist Autorin von „Chick Flicks“ (1998) und „New Queer Cinema: The Director’s Cut“ (2013). Von 2013 bis 2024 war sie Chefredakteurin von „Film Quarterly“. Sie wurde mit dem SCMS Distinguished Career Achievement Award ausgezeichnet und ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

© Jens Koch

Shaunak Sen (Indien)

Shaunak Sen ist ein vielfach ausgezeichneter Filmemacher und Autor aus Delhi. Cities of Sleep (2016), sein erster abendfüllender Dokumentarfilm, lief auf zahlreichen renommierten internationalen Festivals und wurde mit sechs internationalen Preisen geehrt. Sein Film All That Breathes (2022) war für die Academy Awards und die BAFTA Awards nominiert und erhielt u. a. einen Peabody Award sowie Auszeichnungen in Cannes, bei Sundance, beim BFI London Film Festival, bei den IDA Documentary Awards und Cinema Eye. Sen war Jurymitglied beim Sundance Film Festival und beim Zurich Film Festival und erhielt Förderungen von Sundance, Tribeca, IDFA und Catapult. Kürzlich produzierte er den Spielfilm Shadowbox von Tanushree Das und Somo Sahi, der 2025 bei der Berlinale in der Sektion Perspectives seine Premiere feierte.

Folgende Filme waren für den Berlinale Dokumentarfilmpreis nominiert:

Wettbewerb
Yo (Love is a Rebellious Bird) von Anna Fitch, Banker White

Berlinale Special
TUTU von Sam Pollard
WAX & GOLD von Ruth Beckermann

Panorama
Bucks Harbor von Pete Muller
Im Umkreis des Paradieses (Around Paradise) von Yulia Lokshina
The Other Side of the Sun von Tawfik Sabouni
Traces von Alisa Kovalenko, Marysia Nikitiuk
Tristan Forever von Tobias Nölle, Loran Bonnardot
Two Mountains Weighing Down My Chest von Viv Li
Un hiver russe (A Russian Winter) von Patric Chiha

Generation
A Fabulosa Máquina do Tempo (Die fabelhafte Zeitmaschine) von Eliza Capai

Forum
Effondrement (Collapse) von Anat Even
If Pigeons Turned to Gold von Pepa Lubojacki
Masayume von Nao Yoshigai
The Moths & the Flame von Kevin Contento
Was an Empfindsamkeit bleibt (Sometimes, I Imagine Them All at a Party) von Daniela Magnani Hüller