I Am Not Your Negro

Im Juni 1979 beginnt der bedeutende US-Autor James Baldwin seinen letzten, unvollendet gebliebenen Text „Remember This House“. Mit persönlichen Erinnerungen an seine drei ermordeten Bürgerrechtler-Freunde Malcolm X, Medgar Evers und Martin Luther King und Reflexionen der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Schwarzer schreibt er die Geschichte Amerikas neu.
Raoul Peck inszeniert die 30 bislang unveröffentlichten Manuskriptseiten mit einer fulminanten Collage von Archivfotos, Filmausschnitten und Nachrichten-Clips: die Boykottinitiativen und den Widerstand gegen die Rassentrennung in den 1950er- und 60er-Jahren, die Unsichtbarkeit von Schwarzen in den Kinomythen Hollywoods, afroamerikanische Proteste gegen weiße Polizeigewalt bis in die jüngste Gegenwart, Baldwins kompliziertes Verhältnis zur Black-Power-Bewegung, den paranoiden Blick eines FBI-Berichts auf dessen Homosexualität. Ein prägnanter und verstörender Essay über die bis heute vom Mainstream weitgehend ausgeblendete Wirklichkeit schwarzer Amerikaner. Samuel L. Jacksons Stimme verleiht der poetisch-meditativen Sprache Baldwins einen angemessenen Ausdruck.
von Raoul Peck (Regie, Buch), James Baldwin (Buch)
mit James Baldwin, Samuel L. Jackson, Malcolm X, Martin Luther King Jr., Medgar Evers, Lorraine Hansberry
Frankreich / USA / Belgien / Schweiz 2016 Englisch 93' Schwarz-Weiß & Farbe Dokumentarische Form

Mit

  • James Baldwin
  • Samuel L. Jackson (Erzähler)
  • Malcolm X
  • Martin Luther King Jr.
  • Medgar Evers
  • Lorraine Hansberry

Stab

Regie Raoul Peck
Buch James Baldwin, Raoul Peck
Kamera Henry Adebonojo, Bill Ross, Turner Ross
Montage Alexandra Strauss
Musik Alexei Aigui
Sound Design David Gillain
Ton Valérie Le Docte
Archivrecherche Marie-Hélène Barbéris
Produzent*innen Rémi Grellety, Raoul Peck, Hébert Peck
Koproduzent*innen Patrick Quinet, Joëllle Bertossa

Weltvertrieb

Wide House

Paris, Frankreich

Produktion

Velvet Film

Paris, Frankreich

Geneviève Dulude-de Celles

Die in Montreal beheimatete Filmemacherin legte nach ihrem Master-Abschluss mit dem Schwerpunkt Sprache und Poesie im Kino den Kurzfilm La coupe vor, der beim Sundance Film Festival als bester internationaler Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Mit Bienvenue à F.L. und Les jours veröffentlichte sie zwei abendfüllende Dokumentarfilme. Ihr erster Spielfilm, Une colonie, lief bei Generation, wurde mit dem Gläsernen Bären für den Besten Film ausgezeichnet und erhielt außerdem den Best Motion Picture Award bei den Canadian Screen Awards. Nina Roza ist ihr zweiter Spielfilm.

Filmografie (Filmografie)

2010 Chers Amis (Dear Friends); Kurzfilm 2014 La coupe (The Cut); Kurzfilm 2015 Bienvenue à F.L. (Welcome to F.L.) 2018 Une colonie (A Colony); Berlinale 2019 2023 Les jours (Days); Dokumentarfilm 2026 Nina Roza

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026