2025 | Generation

Der Welt einen Sinn abtrotzen

Die Filme in Generation 2025

Was Kino sein kann: eine Reise in die Welt vor 4000 Jahren und ein Blick nach morgen. Filme, die nur in Bildern sprechen, und solche, die beredtes Zeugnis ablegen. Raum für Gefühle, für Trauer und Liebe, für Wut und Aufbegehren. Und immer wieder die Frage: Wie können wir füreinander einstehen, wenn’s drauf ankommt?

Als Berlinale-Sektion für junges Publikum zeigt Generation ein Programm, das sich der Perspektive von jungen Menschen widmet und Raum schaffen will, für ihre Wünsche und Träume, für Herausforderungen und Schwellen, für die Möglichkeit, sich gemeinsam mit der Welt zu verbinden. Es lohnt sich, das Programm von Generation in seiner ganzen Breite zu durchstreifen. Für junge Film-Enthusiast*innen gibt es dafür dieses Jahr zum ersten Mal den Generation Badge – 14plus, der Zugang zu allen Generation Screenings während des Festivals gewährt. Hier präsentieren wir einen kleinen Rundgang durch die Auswahl.

Einen Traum vom Kino als Form der Selbstbehauptung – und eines Lebens als Filmemacherin – träumt Diamant in Ne réveillez pas l’enfant qui dort (Don't Wake the Sleeping Child). Als ihre Eltern andere Pläne für sie haben, entzieht sie sich diesen, indem sie sich weigert aufzuwachen. In Little Rebels Cinema Club bringt Doddy seinen Freund*innen die Magie des Kinos nahe: als einen Raum, der Erinnerungen wachhält, und als Möglichkeit, den eigenen Ängsten und Sehnsüchten Gestalt zu geben.

Kino als ein Ort, der uns neu über unser Verhältnis zur Natur und zu Tieren nachdenken lässt. Only on Earth betrachtet den Klimawandel aus der Perspektive spanischer Wildpferde, deren Lebensraum Jahr für Jahr von Waldbränden bedroht ist. Beneath Which Rivers Flow führt in ein Marschland im Irak, wo Ibrahim und sein Büffel, der sein innigster Gefährte ist, sich in einer Welt befinden, die immer fremder wird. Im Kino blicken die Tiere auf uns zurück und geben uns ein anderes Bild von uns selbst.

Beneath Which Rivers Flow von Ali Yahya

Kino als ein Ort, der Trost zu spenden vermag. Die zwölfjährige Eya muss in Têtes brûlées den Tod ihres geliebten Bruders verarbeiten und findet dabei Halt in ihrem Glauben, ihrer Familie und der Solidarität ihrer Freund*innen, mit deren Hilfe sie ihre Trauer in einen Akt der Resilienz verwandelt. Von der verbindenden Kraft gemeinsamer Erinnerungen erzählt das musikalische Weltraum-Märchen Space Cadet (Robot, Celeste & das All). Auch wenn Astronautin Celeste und der Roboter, der sie in ihrer Kindheit begleitet hat, nun ihre eigenen Herausforderungen zu bewältigen haben, entdecken sie dennoch, dass das, was sie einander bedeuten, Bestand hat. Das Kino schafft Platz für Emotionen aller Art.

Kino nicht zuletzt als ein Ort, der uns die Bedeutung von Gemeinschaft erfahren lässt. In I agries meres mas (Our Wildest Days) zum Beispiel erfährt eine junge Frau, was es bedeuten kann, sich mit anderen zusammenzuschließen und gemeinsam zu versuchen, den Widrigkeiten der Welt zu trotzen. In On a Sunday at Eleven (Sonntags um Elf) taucht eine junge Schwarze Ballerina in eine träumerische, visuell opulente und empowernde Community Schwarzer Frauen ein. Im Kino sind wir weniger allein.

Das Programm von Generation 2025

Auswahlgremien Generation 75. Berlinale:

Langfilm
Ygor Gama, Qila Gill, Susana Borges Gomes, Carmen Gray, Ina Karkani, Seggen Mikael, Natascha Noack, Carlos Pereira, Anas Sareen, Canan Turan
Kurzfilm
David Assmann, Jey Baholzer, Naomi Bechert, Monica Koshka-Stein, Marija Milovanović