Die Preise der Internationalen Jury

Die Mitglieder der Internationalen Jury 2026, Wim Wenders (Präsident), Min Bahadur Bham, Bae Doona, Shivendra Singh Dungarpur, Reinaldo Marcus Green, HIKARI und Ewa Puszczyńsk, vergeben folgende Preise:

Goldener Bär für den Besten Film

Gelbe Briefe (Yellow Letters)
von İlker Çatak

Silberner Bär Großer Preis der Jury

Kurtuluş (Salvation)
von Emin Alper

Silberner Bär Preis der Jury

Queen at Sea
von Lance Hammer

Silberner Bär für die Beste Regie

Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle

Sandra Hüller in:
Rose
von Markus Schleinzer

Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle

Anna Calder-Marshall & Tom Courtenay in:
Queen at Sea
von Lance Hammer

Silberner Bär für das Beste Drehbuch

Geneviève Dulude-de Celles
Nina Roza
von Geneviève Dulude-de Celles

Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung

Yo (Love is a Rebellious Bird)
von Anna Fitch, Banker White

Internationale Jury 2026

© Jens Koch

Wim Wenders (Deutschland) - Jurypräsident

Der Regisseur, Autor und Fotograf Wim Wenders gehört zu den bedeutendsten Vertreter*innen des Neuen Deutschen Films und ist seit den 1970er-Jahren weltweit präsent. Sein Werk hat Generationen von Filmemacher*innen inspiriert und Zuschauer*innen begeistert. Mit frühen Filmen wie Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1972), Alice in den Städten (1974) und Der amerikanische Freund (1977) prägte er eine neue Filmsprache und definierte das Bild des deutschen Films neu. Er war Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie und Mitbegründer der Europäischen Filmakademie, deren Präsident er über mehr als zwei Jahrzehnte war. Mit Paris, Texas (Goldene Palme 1984), Der Himmel über Berlin (1987), Bis ans Ende der Welt (1991) und Buena Vista Social Club (1999, Europäischer Filmpreis und Oscar-Nominierung 2000) schuf Wenders Meilensteine des internationalen Kinos. Seine Experimentierfreude bei der Erkundung neuer filmischer Ausdrucksformen — wie im 3D-Tanzfilm Pina, der 2011 im Berlinale Wettbewerb Premiere feierte und den Deutschen Filmpreis für den besten Dokumentarfilm gewann —, charakterisiert seinen unverwechselbaren Stil und unterstreicht seine künstlerische Neugier. Zuletzt beeindruckte er Publikum und Kritiker*innen mit dem Spielfilm Perfect Days (2023), der eine Oscar-Nominierung erhielt, sowie mit dem 3D-Dokumentarfilm Anselm — Das Rauschen der Zeit (2023). Wim Wenders ist eng mit der Berlinale verbunden: Neben Pina, The Million Dollar Hotel (Eröffnungsfilm 2000) und Every Thing Will Be Fine (2015) präsentierte er zahlreiche weitere Werke im Festivalprogramm. 2015 wurde er mit dem Goldenen Ehrenbären der Berlinale geehrt.

© Jens Koch

Min Bahadur Bham (Nepal)

Min Bahadur Bham ist ein prägender Filmemacher des nepalesischen NewWaveKinos, der bekannt dafür ist, die Seele des Himalayas auf die Weltbühne zu bringen. Sein Kurzfilm The Flute (2012) war der erste nepalesische Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Sein Langfilmdebüt The Black Hen (2015) wurde in Venedig mit dem FEDEORA-Preis für den besten Film ausgezeichnet und war Nepals offizielle Oscar-Einreichung. Sein zweiter Spielfilm SHAMBHALA (2024) konkurrierte als erster nepalesischer Film im Berlinale Wettbewerb um den Goldenen Bären; zudem lief er als erster Film aus Nepal und als zweiter südasiatischer Film überhaupt auf der Piazza Grande in Locarno. Anschließend gewann er den Cultural Diversity Award der Asia Pacific Screen Awards und markierte Bhams zweite Oscar-Einreichung. Darüber hinaus ist der Regisseur ein engagierter Produzent und Mentor für aufstrebende Filmschaffende in Nepal und ganz Asien. Seine kollaborativen Arbeiten als Produzent wurden bei renommierten Festivals in Venedig, Berlin, San Sebastián, Rotterdam und Busan gewürdigt. Derzeit entwickelt er seinen dritten Spielfilm, The Last Stanza of Breath.

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Bae Doona (Südkorea)

Bae Doona zählt zu den renommiertesten Schauspielerinnen Südkoreas und wurde mit zahlreichen bedeutenden Auszeichnungen geehrt, darunter dem Blue Dragon Award als Beste Nachwuchsschauspielerin und dem Asian Film Award als Beste Schauspielerin. Ihr Schauspieldebüt gab sie 1999 in der TV-Serie School. Wenig später feierte sie ihren Durchbruch mit Bong Joon-hos Barking Dogs Never Bite (2000) und Park Chan-wook Sympathy for Mr. Vengeance (2002), gefolgt von herausragenden Rollen in Take Care of My Cat (2001) von Jeong Jae-eun, The Host (2006) von Bong Joon-ho und Air Doll von Hirokazu Kore-eda. Internationale Anerkennung erlangte sie durch ihre Zusammenarbeit mit den Wachowskis in Cloud Atlas (2012) und Jupiter Ascending (2015) sowie in der Netflix-Serie Sense8 (2015–2018). Ihre Vielseitigkeit stellte sie außerdem in Dohee - Weglaufen kann jeder (2014) von July Jung und Broker (2022) von Hirokazu Kore-eda unter Beweis. Demnächst wird sie in der Science-Fiction-Komödie Alpha Gang von David und Nathan Zellner zu sehen sein, deren Kinostart für 2026 geplant ist.

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Shivendra Singh Dungarpur (Indien)

Der Regisseur, Produzent und Archivar Shivendra Singh Dungarpur gründete 2001 die Produktionsfirma Dungarpur Films und hat zahlreiche preisgekrönte Werbe- und Dokumentarfilme realisiert. Sein erster Dokumentarfilm, Celluloid Man (2012), gewann zwei National Film Awards und wurde bei mehr als 50 internationalen Festivals gezeigt. Es folgte The Immortals (2015), der beim Busan International Film Festival uraufgeführt wurde und beim Mumbai International Film Festival den Special Jury Award erhielt. Sein siebenstündiges dokumentarisches Epos CzechMate: In Search of Jiří Menzel (2018) wurde vom British Film Institute unter die fünf besten Filme des Jahres 2020 (Blu-ray- und DVD-Veröffentlichungen) gewählt. 2014 gründete er die Film Heritage Foundation – die einzige nichtstaatliche Organisation in Indien, die sich der Bewahrung des indischen Filmerbes widmet und für ihre Arbeit international anerkannt ist. Dungarpur ist Festivaldirektor des MAMI Mumbai Film Festival und wurde 2025 mit dem Vittorio‑Boarini‑Preis für herausragende Verdienste um die Bewahrung des Kinos als Kulturerbe ausgezeichnet.

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Reinaldo Marcus Green (USA)

Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Reinaldo Marcus Green ist bekannt für authentisches, gesellschaftlich engagiertes Erzählen. Seine frühen Kurzfilme wurden in Cannes und Sundance gezeigt; 2016 war er Teilnehmer von Berlinale Talents. 2018 wurde sein Langfilmdebüt Monsters and Men beim Sundance Film Festival mit dem Special Jury Award for Outstanding First Feature ausgezeichnet. Sein vielbeachtetes biografisches Sportdrama King Richard (2021) mit Will Smith erhielt sechs Oscar-Nominierungen, u.a. in der Kategorie Bester Film; Will Smith gewann den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Green inszenierte zudem drei Episoden von Top Boy (2019) – der ersten Netflix-Serie im BFI National Archive – sowie von We Own This City (2022) für HBO. Zuletzt führte er Regie bei Bob Marley: One Love (2024), für den er auch am Drehbuch mitschrieb; der Film mit Kingsley Ben-Adir wurde ein weltweiter Kassenerfolg. Zu Greens aktuellen Projekten zählen Marvel Studios’ Punisher Special Presentation sowie ein in Entwicklung befindliches Biopic über Tiger Woods.

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HIKARI (Japan)

Die japanische Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin HIKARI lebt in Los Angeles und studierte Film- und Fernsehproduktion an der University of Southern California. Ihr Abschlussfilm Tsuyako (2011), den sie schrieb, inszenierte und produzierte, lief auf über 100 internationalen Filmfestivals und wurde mit mehr als 50 Preisen ausgezeichnet, darunter dem DGA Student Award. Ihr Fantasy-Abenteuer-Kurzfilm A Better Tomorrow (2013) feierte seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, gefolgt vom Tanzdrama Where We Begin (2015), das beim Tribeca Film Festival uraufgeführt wurde und anschließend mehrere Festivalpreise erhielt. Ihr Langfilmdebüt 37 Seconds (2019) feierte seine Weltpremiere bei der 69. Berlinale, wo es in der Sektion Panorama den Publikumspreis und den CICAE Art Cinema Award gewann. Zu HIKARIs jüngsten Arbeiten zählen die Regie bei der Pilotfolge und zwei Episoden der Emmy-prämierten Netflix-Serie Beef (2023), zwei Episoden von Tokyo Vice (2023) sowie Rental Family (2025) mit Brendan Fraser, bei dem sie als Co-Autorin, Regisseurin und Produzentin fungierte. Der Film feierte seine Premiere beim 50. Toronto International Film Festival, wo HIKARI mit dem TIFF Emerging Talent Award ausgezeichnet wurde. Anschließend gewann der Film Publikumspreise bei internationalen Festivals wie Chicago, Heartland, Hawaii und Middleburg. Außerdem erhielt sie den Directing Award der Critics Choice Award for AAPI Cinema & Television sowie den Filmmaker on the Rise Award bei den Astra Film Awards. Rental Family ist derzeit weltweit im Kino zu sehen.

© Jens Koch

Ewa Puszczyńska (Polen)

Produzentin Ewa Puszczyńska kam 1995 zu Opus Film. Dort arbeitete sie unter anderem mit David Lynch an Inland Empire (2006) zusammen und organisierte Workshops mit renommierten Kameraleuten im Rahmen von Camerimage. Während ihrer 20-jährigen Tätigkeit bei Opus Film war sie als Ko-Produzentin, Ausführende Produzentin und Produzentin an über einem Dutzend Projekte beteiligt, darunter Devil’s Island (2010) von Marius Holst und The Congress (2013) von Ari Folman. Internationale Anerkennung erlangte sie insbesondere durch ihre Zusammenarbeit mit Paweł Pawlikowski an seinem Oscar-prämierten Film Ida (2013) und Cold War (2018). 2012 gründete sie ihre eigene Firma Extreme Emotions. Mit ihr produzierte sie unter anderem Silent Twins (2022) von Agnieszka Smoczyńska sowie Kill It and Leave This Town (2020) von Mariusz Wilczyński, der in der ehemaligen Berlinale-Sektion Encounters Premiere feierte. Zu ihren weiteren Koproduktionen zählen Hostages (2017) von Rezo Gigineishvili, der im Berlinale Panorama lief, sowie Quo Vadis, Aida? (2020) von Jasmila Žbanić. Zuletzt feierte sie Erfolge mit The Zone of Interest (2023) von Jonathan Glazer, der mit dem Oscar für den Besten Internationalen Film ausgezeichnet wurde, sowie mit A Real Pain (2024) von Jesse Eisenberg.