Preise der Internationalen Jury

Die bedeutendsten Preise der Berlinale sind der Goldene Bär und die Silbernen Bären. Sie werden von der Internationalen Jury unter den Beiträgen des Wettbewerbs verliehen und zählen zu den renommiertesten Auszeichnungen der Filmwelt.

Jeremy Irons, Präsident der Internationalen Jury 2020

Der britische Film- und Theaterschauspieler Jeremy Irons wird Präsident der Internationalen Jury der 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin.

Die Festivalleitung der Berlinale freut sich, Jeremy Irons für die Jubiläumsausgabe gewonnen zu haben. „Die ikonischen Figuren, die Jeremy Irons verkörpert hat, und sein unverwechselbarer Stil haben mich auf meiner cineastischen Reise begleitet und mir die Komplexität der menschlichen Natur vor Augen geführt. Ich schätze Jeremy Irons als Mensch wie als Künstler und bin stolz, ihn als Jurypräsident für die 70. Ausgabe der Berlinale begrüßen zu dürfen“, kommentiert Carlo Chatrian, künstlerischer Leiter der Berlinale.
„Ich freue mich sehr und fühle mich geehrt, dass ich die Rolle des Jurypräsidenten der Berlinale 2020 übernehmen darf – einem Festival, das ich seit langer Zeit bewundere und das ich immer gerne besucht habe. Für das Festival in Berlin zu sein, ist mir ein besonderes Vergnügen: Es bietet mir nicht nur die Gelegenheit, in diese großartige Stadt zurück zu kehren, sondern auch die ausgewählten Filme anzusehen und deren Vorzüge mit meinen Jurykolleg*innen zu diskutieren“, sagt Jeremy Irons anlässlich seiner Jurypräsidentschaft.

Jeremy Irons ist einer der bedeutendsten Charakterdarsteller der internationalen Film- und Theaterwelt. Er überzeugte Publikum und Kritiker*innen in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen und arbeitete mit vielen internationalen Regisseur*innen zusammen, darunter David Lynch (Inland Empire, 2006), Ridley Scott (Kingdom of Heaven, 2005), Volker Schlöndorff (Un amour de Swann, 1984), Louis Malle (Damage, 1992), Bernardo Bertolucci (Stealing Beauty, 1996) und vielen mehr.

2011 war Jeremy Irons erstmals bei der Berlinale zu Gast, als Hauptdarsteller in dem Wettbewerbsbeitrag Margin Call (Der große Crash - Margin Call) von J.C. Chandor. Mit Bille Augusts Night Train to Lisbon (Nachtzug nach Lissabon), den die Berlinale im Wettbewerb außer Konkurrenz zeigte, kam der Schauspieler 2013 zum Festival zurück.

Weltweite Bekanntheit als Filmschauspieler erlangte Jeremy Irons 1981 durch seine Hauptrolle in der Serie Brideshead Revisited (Wiedersehen mit Brideshead) und durch das viktorianische Drama The French Lieutenant’s Woman (Die Geliebte des französischen Leutnants, 1981) von Karel Reisz, für das er gemeinsam mit Meryl Streep vor der Kamera stand. Zuvor war er vor allem als Theaterschauspieler bekannt, unter anderem am Londoner West End. Als Teil der Royal Shakespeare Company blieb er auch nach seinem Leinwanddebüt dem Theater treu. 1984 hatte er seinen ersten Broadwayauftritt in Tom Stoppards The Real Thing (Das einzig Wahre) und erhielt dafür den Tony Award.

Jeremy Irons wurde mehrfach mit renommierten internationalen Filmpreisen geehrt. Für seine Darstellung als Claus von Bülow in Reversal of Fortune (Die Affäre der Sunny von B.) von Barbet Schroeder erhielt er 1991 sowohl den Golden Globe als auch den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Auch 2006 wurde er mit einem Golden Globe ausgezeichnet, als Bester Nebendarsteller in der Serie Elizabeth I. 2002 erhielt er den Ehren-César für sein Lebenswerk.

Die Genres der Filme, in denen Jeremy Irons zentrale Rollen übernahm, sind breit gefächert. So übernahm er die Rolle eines spanischen Jesuiten in The Mission (Mission) von 1986 oder spielte einen ehrgeizigen Großgrundbesitzer in der Filmadaption von Isabel Allendes berühmten Debütroman Das Geisterhaus (1993). Er spielte den Antagonisten im Actionfilm Die Hard: With a Vengeance (Stirb langsam - Jetzt erst recht, 1994), eines der drei Musketiere in der Romanverfilmung The Man in the Iron Mask (Der Mann in der eisernen Maske, 1998) sowie Franz Kafka in Steven Soderberghs biografischem Thriller Kafka von 1991. 1997 verkörperte er den Protagonisten Humbert Humbert in der kontrovers diskutierten Lolita-Verfilmung von Adrian Lyne. Auch im Bereich Dokumentarfilm war Jeremy Irons präsent. 2012 erschien Candida Bradys Film Trashed (Weggeworfen – Trashed), der Jeremy Irons auf seiner Reise um die Welt folgt, bei der Mission, auf das globale Problem Müllproduktion aufmerksam zu machen.

Aktuell ist Jeremy Irons als Ozymandias in der HBO-Serie Watchmen zu sehen.

Der Goldene Bär

Die Bären-Trophäen sind nach einer Vorlage der Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965) gestaltet. Seit der Gründung des Festivals werden sie von der Berliner Gießerei Noack hergestellt. Das Wappentier der Hauptstadt ziert auch das Berlinale-Logo.

Die Internationale Jury wird jedes Jahr vom Künstlerischen Leiter berufen und vergibt folgende Preise:

  • Goldener Bär für den Besten Film
  • Silberner Bär Großer Preis der Jury
  • Silberner Bär Alfred-Bauer-Preis, Spezialpreis der Jury
  • Silberner Bär für die Beste Regie
  • Silberner Bär für die Beste Darstellerin
  • Silberner Bär für den Besten Darsteller
  • Silberner Bär für das Beste Drehbuch
  • Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design

Nur einer der Bären kann ex aequo verliehen werden. Die Jury kann nicht mehrere Preise an ein und dasselbe Werk vergeben, ausgenommen die Darsteller*innenpreise.

International anerkannte Persönlichkeiten der Filmbranche wie James Schamus, Wong Kar Wai, Mike Leigh, Isabella Rossellini, Werner Herzog, Tilda Swinton, Darren Aronofsky, Meryl Streep und Paul Verhoeven übernahmen in den letzten Jahren den Vorsitz der Jury. Unter den Jurymitgliedern sind prominente Regisseur*innen, Schauspieler*innen und Produzent*innen, aber auch bekannte Schriftsteller*innen und Kunstschaffende. In mehreren Sitzungen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit unabhängig über die Preise entschieden. Den feierlichen Höhepunkt einer jeden Berlinale markiert die Vergabe der Bären am vorletzten Festivaltag.