Berlinale: Internationale Jury


Preise der Internationalen Jury

Unter dem Vorsitz des deutschen Regisseurs, Drehbuchautors, Filmkomponisten und Produzenten Tom Tykwer entscheidet die Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären im Wettbewerb der Berlinale 2018.

Jury-Präsident der Berlinale 2018: Tom Tykwer

Auf der Berlinale stellte der vielfach ausgezeichnete und international renommierte Filmemacher seit 1992 sechs Filme vor: Den Auftakt machte 1992 sein Kurzfilm Epilog in der Sektion Panorama. Mit Heaven (2002) und The International (2009) eröffnete Tykwer zweimal die Internationalen Filmfestspiele Berlin. Des Weiteren präsentierte er auf dem Festival den Kurzfilm True (2004) sowie die Filmprojekte Deutschland 09, 13 kurze Filme zur Lage der Nation (2009) und Rosakinder (2013), die jeweils in Kollaboration mit anderen deutschen Regisseur*innen realisiert wurden.

Tom Tykwer zu seiner Jury-Präsidentschaft: „Die Berlinale ist seit jeher mein Lieblings- und mein Heimatfestival und hat mich bereits zu Beginn meiner Arbeit als Filmemacher unterstützt. Wir haben eine tolle und vielseitige gemeinsame Geschichte. Jetzt freue ich mich auf zwei konzentrierte und lustvolle Kinowochen mit der Jury.“

Tom Tykwer studierte zunächst Philosophie in Berlin und arbeitete als Filmvorführer und Manager des Kinos Moviemento, bevor er 1993 seinen ersten Spielfilm Die tödliche Maria realisierte. 1994 gründete er gemeinsam mit Stefan Arndt, Wolfgang Becker und Dani Levy die Produktionsfirma X Filme Creative Pool. Mit Becker schrieb er das Drehbuch zu dessen Film Das Leben ist eine Baustelle (Berlinale–Wettbewerb 1996). Es folgten 1997 Winterschläfer und 1998 Lola rennt, der seinen internationalen Durchbruch als Regisseur markierte.

automatisch importiert von frankw (Frank Weisser (interactive tools)) am Fri Nov 13 13:01:20 CET 2009
Starportrait von Tom Tykwer (© Gerhard Kassner / Berlinale, 2009)

Nach Der Krieger und die Kaiserin (2000), den er in seiner Geburtsstadt Wuppertal inszenierte, drehte er seinen ersten fremdsprachigen Film: Heaven, der auf dem letzten Drehbuch von Krzysztof Kieślowski basiert. Die Hauptrolle übernahm Cate Blanchett. Mit der Verfilmung von Patrick Süskinds Roman Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders (2006) und The International (Berlinale-Eröffnungsfilm 2009) folgten weitere internationale Produktionen.

Auf Drei (2010), für den Tykwer den Deutschen Filmpreis als bester Regisseur erhielt, folgte 2012 Cloud Atlas. Der Film, der auf dem Bestseller „Der Wolkenatlas“ von David Mitchell basiert, war die erste Regiezusammenarbeit Tykwers mit den Geschwistern Wachowski (Matrix-Trilogie). Für deren Netflix-Serie Sense8 (2015-2017) war Tykwer als Filmkomponist tätig und führte bei mehreren Folgen Regie.

2016 erschien Tykwers Spielfilm Ein Hologramm für den König mit Tom Hanks in der Hauptrolle. Tykwer adaptierte hierfür den gleichnamigen Roman von Dave Eggers.

Sein jüngstes Regieprojekt hat Tykwer in die Serienwelt geführt. Babylon Berlin basiert auf einer Romanreihe von Volker Kutscher und spielt im Berlin zu Zeiten der Weimarer Republik. Neben Tom Tykwer haben Achim von Borries und Henk Handloegten die Regie bei den ersten 16 Episoden von Babylon Berlin übernommen.

Tom Tykwer komponiert seit Beginn seiner Karriere die Musik zu all seinen Filmen selbst, zuletzt regelmäßig im Team mit Johnny Klimek. Der Soundtrack zu Cloud Atlas brachte ihm neben zahlreichen Auszeichnungen eine Golden-Globe-Nominierung als bester Komponist ein.

Außerhalb seines Engagements als Autor, Regisseur, Produzent und Komponist bei seinen eigenen Filmen wirkte Tom Tykwer als Filmproduzent bei Absolute Giganten (1999, Regie: Sebastian Schipper), Lautlos (2004, Regie: Mennan Yapo), Ein Freund von mir (2006, Regie: Sebastian Schipper) und Das Herz ist ein dunkler Wald (2007, Regie: Nicolette Krebitz) mit.

Die Preise

Die bedeutendsten Preise der Berlinale sind der Goldene Bär und die Silbernen Bären. Sie werden von der Internationalen Jury unter den Beiträgen des Wettbewerbs verliehen und zählen zu den renommiertesten Auszeichnungen der Filmwelt.

Die Internationale Jury wird jedes Jahr von der Festivaldirektion berufen und vergibt folgende Preise:

  • Goldener Bär für den Besten Film (für den Produzenten)
  • Silberner Bär Großer Preis der Jury
  • Silberner Bär Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet
  • Silberner Bär für die Beste Regie
  • Silberner Bär für die Beste Darstellerin
  • Silberner Bär für den Besten Darsteller
  • Silberner Bär für das Beste Drehbuch
  • Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design

International anerkannte Persönlichkeiten der Filmbranche wie James Schamus, Wong Kar Wai, Mike Leigh, Isabella Rossellini, Werner Herzog, Tilda Swinton, Darren Aronofsky, Meryl Streep und Paul Verhoeven sind in den letzten Jahren der Einladung von Festivaldirektor Dieter Kosslick gefolgt und übernahmen den Vorsitz der siebenköpfigen Jury. Unter den Jurymitgliedern sind prominente Regisseur*innen, Schauspieler*innen und Produzent*innen, aber auch bekannte Schriftsteller*innen und Kunstschaffende. In mehreren Sitzungen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit unabhängig über die Preise entschieden. Den feierlichen Höhepunkt einer jeden Berlinale markiert die Vergabe der Bären am vorletzten Festivaltag.

Der Goldene Bär


Die Bären-Trophäen sind nach einer Vorlage der Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965) gestaltet. Seit der Gründung des Festivals werden sie von der Berliner Gießerei Noack hergestellt. Das Wappentier der Hauptstadt ziert auch das Berlinale-Logo.