Preise und Jurys in der Sektion Generation

Über die Gläsernen Bären in Kplus und 14plus haben die Kinder- und die Jugendjury, die im März wegen der Pandemie nicht aktiv werden konnten, anlässlich des Summer Special entschieden.

Über den Großen Preis für den Besten Film im Wettbewerb Kplus (dotiert mit 7.500 Euro, gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk) und den Großen Preis für den Besten Film im Wettbewerb 14plus (ebenfalls dotiert mit 7.500 Euro, gestiftet von der Bundeszentrale für politische Bildung) hat eine Internationale Jury bereits während des Industry Event im März entschieden.

Die Vergabe der Gläsernen Bären, der Lobenden Erwähnungen sowie der Preise der Internationalen Jury von Generation erfolgt jeweils zur Premiere des ausgezeichneten Films.

Preise der Kinderjury im Wettbewerb Generation Kplus

Beans, Una escuela en Cerro Hueso

Die Mitglieder der Kinderjury Generation Kplus – Aaron Julius Marx, Jarik Konstantin Richter, Nola Strunk – vergeben die folgenden Preise:

Gläserner Bär für den Besten Film

Beans
von Tracey Deer, Kanada

Die Begründung der Kinderjury: „Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film hat uns stark beeindruckt. Die Geschichte ging uns sehr nahe. Durch die ausgezeichneten Schauspieler*innen wurden die Szenen zu berührenden Momenten. Ein Film, der den leider noch immer vorhandenen Rassismus und Kolonialismus in der Welt darstellt und zum Nachdenken anregt.“

Lobende Erwähnung:
Una escuela en Cerro Hueso (Eine Schule in Cerro Hueso)
von Betania Cappato, Argentinien

Die Begründung der Kinderjury: „Der Schnitt leitet Dich an, dem Film zu folgen, in der Geschichte zu leben und in die Welt der Protagonistin einzutauchen. Der Film schafft Öffentlichkeit für ein wichtiges soziales Thema und zeigt, dass kleine Dinge eine große Bedeutung haben.“

Preise der Jugendjury im Wettbewerb Generation 14plus

Stop-Zemlia, Ninjababy

Die Mitglieder der Jugendjury Generation 14plus – Rosalie Isabella Louisa Borkowski, Laura Grohmann, Milan Wahjudi - vergeben die folgenden Preise:

Gläserner Bär für den Besten Film:

Stop-Zemlia
von Kateryna Gornostai, Ukraine

Die Begründung der Jugendjury: „Der Film überzeugt mit einer Vielfalt an wichtigen Themen, die uns als Jugendliche speziell ansprechen. Platonische Liebe, Queerness, Zusammenhalt und psychische Belastung bestärken die Wirkung des Films als realistische Coming-of-Age-Story. Mit Hilfe kreativer Visualisierungs-Techniken wird auf künstlerische Weise klar, wie unsere Generation träumt, fühlt und erlebt. Es wird die Botschaft vermittelt, dass es Teil des Lebens ist, sich bestimmten Ängsten zu stellen, um die aufregendsten Jahre der Jugend genießen zu können.“

Lobende Erwähnung:
Ninjababy
von Yngvild Sve Flikke, Norwegen

Die Begründung der Jugendjury: „Dieser Film hat bei uns wegen seiner humorvollen Ehrlichkeit über ein Thema, das in patriarchalischen Gesellschaften tabuisiert ist, einen starken Eindruck hinterlassen. Der innere Gefühlswirbel, der mit einer ungewollten Schwangerschaft einhergeht, drückt sich in lebhaften Animationen und durch bewegendes Schauspiel auf der Leinwand aus. Die feministische Message wird so dramaturgisch wie künstlerisch zur Geltung gebracht.“

Die Preise der Internationalen Jury von Generation

Die Juror*innen der Internationalen Jury von Generation Jella Haase, Mees Peijnenburg und Melanie Waelde haben folgende Preise verkündet:
Videos der Preisverkündungen und der Reaktionen der Gewinner*innen

Han Nan Xia Ri, Una escuela en Cerro Hueso

Großer Preis der Internationalen Jury für den Besten Film im Wettbewerb Kplus

im Wert von 7.500 Euro, gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk

Han Nan Xia Ri (Sommerflirren)
von Han Shuai

Jury-Begründung: „Der Film überzeugt durch seine starke visuelle Sprache und das hervorragende Zusammenspiel aller filmischen Ebenen. In diesem Sommermärchen, das immer wieder in einen Alptraum abzugleiten droht, ist in jeder Sekunde die Hitze spürbar, die schwüle Luft und der Druck, der auf der Hauptfigur lastet. Dabei bleibt der Fokus stets auf den Gefühlen und Wahrnehmungen der Kinder, wodurch sich der Schmerz, der die Suche nach sich selbst und dem eigenen Weg begleitet, nachempfinden lässt.“

Lobende Erwähnung:
Una escuela en Cerro Hueso (Eine Schule in Cerro Hueso)
von Betania Cappato

Jury-Begründung: „Durch diese wunderschöne, herzerwärmende und starke filmische Vision werden die Zuschauer*innen zu einer eindringlichen spirituellen Reise eingeladen. Ein intimer und persönlicher Film, der Raum lässt und Raum schafft, nach Gemeinsamkeiten sucht, nicht nach Unterschieden, der aufgeschlossen in die Welt blickt und auf diese Weise ein feinfühliges, hoffnungsvolles Bild von Solidarität zeichnet.“

La Mif, Cryptozoo

Großer Preis der Internationalen Jury für den Besten Film im Wettbewerb 14plus

im Wert von 7.500 Euro, gestiftet von der Bundeszentrale für politische Bildung

La Mif (The Fam)
von Fred Baillif

Jury-Begründung: „Wie ein rauschender, energiegeladener, pulsierender Herzschlag treibt dieser Film seine Figuren und die Zuschauer*innen mit schonungsloser Ehrlichkeit durch verschiedene klug miteinander verwobene Geschichten und Ereignisse. Getragen wird er dabei von fesselnden und intensiven schauspielerischen Leistungen und hält stets seine Balance zwischen Stärke und Verletzlichkeit. Dieser Film entwickelt einen Sog, lässt einen nicht mehr los und trifft mitten ins Herz.“

Lobende Erwähnung:
Cryptozoo
von Dash Shaw

Jury-Begrundung: „Während dieser Film feinfühlige Charaktere in einer ebenso schönen wie auch brutalen dystopischen Welt porträtiert, vermittelt er einen Hoffnungsschimmer und wirft zugleich große Fragen auf. Ein herausragendes Kunstwerk, das auf selbstverständliche Weise Themen wie Sex, Gender, Krieg, Gesellschaft und Beziehungen verhandelt. Ein Aufruf, Gesellschaft zu hinterfragen und dabei unsere Vorstellungskraft zu nutzen, um neue Perspektiven zu schaffen. Ein überwältigender, verstörender und visionärer Trip.“

Die Internationale Jury von Generation 2021

Jella Haase (Deutschland) - Schauspielerin

Jella Haase feierte bei der Berlinale 2020 als Schauspielerin mit gleich zwei Filmen Weltpremiere: Burhan Qurbanis Wettbewerbs-Beitrag Berlin Alexanderplatz und dem Eröffnungsfilm von Generation 14plus, Leonie Krippendorffs Kokon. 2016 wurde sie im Rahmen der Berlinale als European Shooting Star ausgezeichnet. Einem breiten Publikum ist sie durch die deutsche Komödien-Trilogie Fack ju Göhte (2017, 2015 und 2013) bekannt, ihre schauspielerische Leistung wurde mit einer Nominierung für den Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Seit 2019 gehört Jella Haase als festes Ensemblemitglied zur Berliner Volksbühne. Sie engagiert sich bei „Fridays for Future“ und in der „Leave No One Behind“-Bewegung und setzt sich aktiv gegen Rassismus ein.

© Peter Hartwig

Mees Peijnenburg (Niederlande) - Regisseur

Der niederländische Regisseur war bereits mit drei seiner Filme Gast der Berlinale. Sein Abschlussfilm Cowboys Janken Ook lief 2014 im Wettbewerb bei Generation 14plus, mit A Hole in My Heart war er 2015 erneut im Kurzfilmwettbewerb von 14plus, und zuletzt wurde sein Spielfilm Paradise Drifters 2020 bei Generation 14plus gezeigt. Das Experimentieren mit unterschiedlichen narrativen Formen und visuellen Sprachen ist charakteristisch für Peijnenburgs Filme, Fotoserien, Musikvideos und kommerzielle Spots. Er ist Preisträger des Golden Calf (niederländischer Filmpreis) 2015 für seinen Film We Will Never Be Royals und wurde 2016 von der renommierten Dutch Directors Guild mit dem Regiepreis ausgezeichnet.

© Frau Caecilia Rasch

Melanie Waelde (Deutschland) - Regisseurin und Drehbuchautorin

Mit ihrem Debütspielfilm Nackte Tiere feierte Melanie Waelde Weltpremiere bei der Berlinale 2020 in der Sektion Encounters / Cross Section Generation und erhielt eine Lobende Erwähnung der Jury des GWFF Preis Bester Erstlingsfilm. Zudem wurde Nackte Tiere in vier Kategorien für den Preis der deutschen Filmkritik nominiert, u.a. als Bester Spielfilm. Waelde erzählt unmittelbar und beobachtend, folgt mehr dem Gefühl als der Logik. In ihren Regiearbeiten interessiert sie sich für das Kino als Erfahrungsraum, in dem nicht erklärt werden muss, sondern erlebt werden kann. Seit 2018 schreibt sie außerdem für die Kinderserie Schloss Einstein und war als Autorin für verschiedene Dokumentarfilmprojekte tätig.

© Jan Mayntz