Preise & Auszeichnungen 2021

Ein Großteil der Preisentscheidungen der 71. Berlinale – unter anderem die Gewinner*innen des Goldenen und der Silbernen Bären – wurde bereits während des Industry Event im März verkündet. Über den Berlinale Dokumentarfilmpreis, den GWFF Preis Bester Erstlingsfilm und die Gläsernen Bären der Sektion Generation haben die entsprechenden Jurys anlässlich des Summer Special entschieden.

Überreicht wurden die Preise an die Gewinner*innen vor Publikum während des Summer Special am 13. Juni auf der Museumsinsel. Die Vergabe der Gläsernen Bären erfolgte bei den Premieren der jeweiligen Filme.


Alle verkündeten Preise - der offiziellen und der unabhängigen Jurys - der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin:

Berlinale-Preise 2021 (2,0 MB)

Videos der Preisverkündungen und der Reaktionen der Gewinner*innen

Internationale Jury

Goldener Bär für den Besten Film
(an die Produzent*innen)
Babardeală cu bucluc sau porno balamuc (Bad Luck Banging or Loony Porn)
von Radu Jude
produziert von Ada Solomon

Jury-Begründung:
„Der Goldene Bär geht an einen Film, der die seltenen und grundlegenden Eigenschaften eines beständigen Kunstwerks besitzt. Es fängt auf der Leinwand den eigentlichen Gehalt, die Quintessenz, Geist und Körper, die Wertvorstellungen und das nackte Fleisch unseres gegenwärtigen Augenblicks ein. Genau dieses Augenblicks menschlichen Daseins.
Er tut das, indem er den Zeitgeist heraufbeschwört, ihn ohrfeigt, zum Duell herausfordert. Und damit hinterfragt er auch den gegenwärtigen Zeitpunkt im Kinofilm, indem er mit derselben Kamerabewegung unsere gesellschaftlichen und filmischen Konventionen erschüttert.
Es ist ein kunstvoll ausgearbeiteter Film, der zugleich ausgelassen ist, intelligent und kindisch, geometrisch und lebendig, auf beste Art ungenau. Er greift die Zuschauer*innen an, ruft Widerspruch hervor, und erlaubt doch niemandem, Sicherheitsabstand zu halten.“
Silberner Bär Großer Preis der Jury Guzen to sozo (Wheel of Fortune and Fantasy)
von Ryusuke Hamaguchi

Jury-Begründung:
„Dort, wo Dialoge und Wörter für gewöhnlich aufhören, fangen die Dialoge dieses Films erst an. Hier gehen sie in die Tiefe, so tief, dass wir uns erstaunt und besorgt fragen: Wieviel tiefer geht es noch? Hamaguchis Wörter sind Materie, Musik, Werkstoff.
Zunächst sieht es fast unbedeutend aus: Ein Mann und eine Frau, manchmal zwei Frauen, stehen in einem Raum mit weißen Wänden. Dann kommt die Szene in Bewegung, und während sie sich entwickelt, fühlt man, dass das ganze Universum, einschließlich man selbst, dort zusammen mit ihnen in diesem einfachen Raum steht.“
Silberner Bär Preis der Jury Herr Bachmann und seine Klasse
von Maria Speth

Jury-Begründung:
„Im Film kann man die Aufmerksamkeit auf grundlegende Probleme lenken, indem man den Finger auf die Wunde legt, oder indem man Zuversicht zeigt und Anregungen gibt, wie eine positive Veränderung bewirkt werden kann. Die Regisseurin dieses einfühlsam-kraftvollen Dokumentarfilms hat sich für letztere Strategie entschieden.
Der Film behält immer den richtigen Abstand in seiner Konzentration auf einen der ‚Außendienstmitarbeiter‘ unserer Gesellschaft, der für die prägendsten Jahre unserer Kinder bestimmend ist und ihre Lebenseinstellung nachhaltig beeinflusst. Aus der Perspektive der Regisseurin beobachtet ist dieser Lehrer einzigartig: er gestaltet ein System in der Krise – unser europäisches Bildungssystem – um, federt es ab, macht es menschlicher, und diese Menschlichkeit macht es viel wirksamer.
Der Film zeigt, wie weit man es allein mit echtem Respekt, offenem Austausch und dem Zaubertrick bringen kann, den alle großartigen Lehrer*innen beherrschen: sie entfachen das Feuer der Leidenschaft in ihren Schüler*innen, indem sie ihre Fantasie anregen.“
Silberner Bär für die Beste Regie Dénes Nagy für
Természetes fény (Natural Light)

Jury-Begründung:
„Beängstigende und wunderbar gefilmte, hypnotisierende Bilder; eine beeindruckende Regiearbeit und meisterhafte Steuerung jeder einzelnen Komponente des Filmkunsthandwerks; eine Erzählung, die über ihren geschichtlichen Zusammenhang hinausweist. Das Abbild eines Krieges, bei dem der aufmerksame Blick des Regisseurs uns erneut daran erinnert, dass wir uns zwischen Passivität und dem Übernehmen persönlicher Verantwortung entscheiden müssen.“
Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle Maren Eggert in
Ich bin dein Mensch
von Maria Schrader

Jury-Begründung:
„Ihre Präsenz machte uns neugierig, ihr Charme sensibel. Und ihre breite schauspielerische Palette ließ uns fühlen, lachen und Fragen stellen. Mit Unterstützung ihrer wunderbaren Kolleg*innen und ihrer Regisseurin erfüllte sie ein ausgezeichnetes Drehbuch selbstbewusst mit Leben und erschuf eine unvergessliche Figur, mit der wir uns identifizieren können – was uns dazu bringt, über unsere Gegenwart und unsere Zukunft nachzudenken, über unsere Beziehungen und darüber, was wir wirklich im Leben wollen.“
Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle Lilla Kizlinger in
Rengeteg – mindenhol látlak (Forest – I See You Everywhere)
von Bence Fliegauf

Jury-Begründung:
„Unter den vielen herausragenden Kleinstdarstellungen in Forest - I See You Everywhere fanden wir eine besonders überzeugend und einprägsam. Auf ihren jungen Schultern trägt Lilla Kizlinger eine außergewöhnliche Verantwortung mit Anmut und einer täuschend natürlichen Lockerheit. Allein durch die Kraft ihrer Interpretation und ihre intensive Präsenz zieht sie die verdeckten Ebenen der Szene an die Oberfläche und definiert damit genau genommen den Anlass hinter dem Film: die unheimliche Bedrohung dieser Welt, das Erbe, das wir Erwachsenen den Kindern von heute überlassen. Statt uns etwas zu erzählen, es uns zu erklären, bewältigt sie die viel schwierigere Aufgabe, in uns das Bedürfnis zu wecken, über die drängenden, beunruhigenden Fragen unserer Gegenwart nachzudenken. Sie hat uns bezaubert, und mit diesem Bezaubertsein hat sie uns zum Nachdenken angeregt.“
Silberner Bär für das Beste Drehbuch
Hong Sangsoo für
Inteurodeoksyeon (Introduction)
von Hong Sangsoo

Jury-Begründung:
„Dieses Drehbuch schafft mehr, als eine Geschichte zu erzählen oder die Handlung effizient voranzutreiben, indem es jene flüchtigen Zwischenräume zwischen einer Handlung und der nächsten herstellt, in denen, für einen Augenblick, eine verborgene Wahrheit des menschlichen Lebens unversehens offenbart wird, hell und klar.“
Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung Yibrán Asuad für die Montage von
Una película de policías (A Cop Movie)
von Alonso Ruizpalacios

Jury-Begründung:
„Der Silberne Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung geht an das meisterhafte Montagekonzept eines gewagten, innovativen Kinowerks, das die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen lässt und mutig die Fähigkeit der Filmsprache erforscht, unsere Sicht auf die Welt zu verändern. Die Montage spielt eine wesentliche Rolle bei der Untermauerung der einzigartigen Vision des Filmemachers, indem sie die zahlreichen Ebenen von Realität und Sprache gekonnt dekonstruiert, um einen detaillierten, nachdenklich stimmenden Einblick in eine der umstrittensten Institutionen Mexikos zu gewähren.“

Jury Encounters

Bester Film Nous (We)
von Alice Diop

Jury-Begründung:
„Eine Arbeit, die echte Feinfühligkeit und Sensibilität erkennen lässt in der Gestaltung eines gemeinschaftlichen, vielstimmigen Porträts, das tiefsinnig, nuanciert und vor allem reich an gelebter Erfahrung ist.“
Spezialpreis der Jury Vị (Taste)
von Lê Bảo

Jury-Begründung:
„Eine unerschrocken klar choreographisch komponierte Abstraktion sozialer Verhältnisse, die sich sehr konkreter Bausteine bedient - Slumarchitektur, Fußballregeln, Kochen, die Schwere menschlicher Körper -, um ein ebenso stabiles wie nervöses Spannungsfeld zwischen asketischer Befreiung und dystopischer Regression aufzuspannen.“
Beste Regie (ex aequo)
Das Mädchen und die Spinne
von Ramon & Silvan Zürcher

Jury-Begründung:
„Die beeindruckende Ausführung einer rigorosen Inszenierung, welche die Mehrdeutigkeit jeder Figur mit Anmut, Humor sowie Raffinesse unterstützt und letztlich die Komplexität menschlicher Beziehungen umfasst.”
Beste Regie (ex aequo) Hygiène sociale (Sozialhygiene)
von Denis Côté

Jury-Begründung:
„Der Film zeigt eine unglaubliche Gewandtheit im Mischen unterschiedlicher Klangfarben, filmgeschichtlicher Bezüge und vielfältiger, wunderbar wortreicher Gestalten, gekrönt von einem feinen und doch warmen Humor, der im Moment dringend gebraucht wird.“
Lobende Erwähnung Rock Bottom Riser
von Fern Silva

Jury-Begründung:
„Ein Film, der von der Einsamkeit eines aufgewühlten Felsens erzählt: allein im Ozean, in der Galaxis, im Universum. Dabei findet er ebenso virtuos wie unerwartet sehr verschiedene Bilder für die Notwendigkeit der Dekolonisierung der Naturwissenschaft.“

Jury GWFF Preis Bester Erstlingsfilm

GWFF Preis Bester Erstlingsfilm The Scary of Sixty-First
von Dasha Nekrasova
produziert von Adam Mitchell, Mark Rapaport

Jury-Begründung:
Eine mutige Interpretation des Genrekinos, die zeitgenössische Themen wie globale Machtstrukturen, sexuellen Missbrauch, Verschwörungstheorien und die dunklen Ecken des Internets auf eine abgründige, originelle und subversive Weise aufgreift. Vielleicht mit der Erkenntnis, dass höflicher Anstand nicht länger eine effektive Taktik ist, um einen Diskurs über diese brandaktuellen Themen zu entfachen.
Lobende Erwähnung Mantagheye payani (District Terminal)
von Bardia Yadegari, Ehsan Mirhosseini
produziert von Farzad Pak, Amin Mirhosseini

Jury-Begründung:
Eine Welt mit verschwommener Gegenwart und Zukunft, eingerahmt von Drogensucht und körperlichem Verfall. Eine von Vorfahr*innen bevölkerte Situation, bedroht von einer Lawine verheerenden Mülls. Die Hoffnung auf Verstand wird in Poesie und analytischen Collagen von historischer und politischer Bedeutung gesucht.

Jury Berlinale Dokumentarfilmpreis

Berlinale Dokumentarfilmpreis Nous (We)
von Alice Diop
produziert von Sophie Salbot

Jury-Begründung:
Das feministische Prinzip, autobiografisch zu schreiben, auch wenn es schmerzhaft ist, hat in diesem Film seinen Einsatz verdoppelt. Aus dem „Ich“ wird ein „Wir“ und das Wir wird zu einem gedämpften Ich, das mit der Kadenz der Ungewissheit das gesamte Gebiet erkundet. Aufgrund von Alice Diops Neugier auf die conditio humana und ihrer durchdachten Sprache (oder: der Durchdachtheit in der Sprache) hat die Jury einstimmig beschlossen, ihr den Berlinale Dokumentarfilmpreis für ihren Film Nous zu verleihen.
Lobende Erwähnung The First 54 Years – An Abbreviated Manual for Military Occupation
von Avi Mograbi
produziert von Camille Laemlé, Serge Lalou

Jury-Begründung:
Kino kann man anschauen, aber vielleicht ist das bewegendste Kino dasjenige, das uns selbst anschaut und mit diesem Blick unsere Existenz in eine andere Dimension versetzt. Mit sehr wenigen visuellen und auditiven Mitteln, einer Handvoll Archivbilder und einer starken Konzentration auf das Erzählen, mit mehr Vertrauen in die Kunst als in die Menschheit, zwingt uns dieser Film, hinzuschauen und über Land, Menschen, Politik und Gewissen nachzudenken, und fordert unser bequemes Weltbild heraus. Die Lobende Erwähnung der Jury geht an The First 54 Years – An Abbreviated Manual for Military Occupation von Avi Mograbi.

Internationale Kurzfilmjury

Goldener Bär für den Besten Kurzfilm Nanu Tudor (My Uncle Tudor)
von Olga Lucovnicova

Jury-Begründung: „In Nanu Tudor (My Uncle Tudor) führt uns Olga Lucovnicova durch den komplexen Prozess, einem Kindheitstrauma zu begegnen. Aus den Nahaufnahmen intimer Details des Familienhauses setzt sie Stück für Stück das Bild einer scheinbar idyllischen Welt zusammen, voll unschuldiger Nostalgie. Dem gegenüber stehen jedoch die Unterhaltungen mit ihrem Onkel Tudor, aus denen immer deutlicher die schrecklichen Erlebnisse ihrer Kindheit hervortreten, die er mal leugnet, mal eingesteht ohne Reue zu zeigen. Präzise umkreist Lucovnicovas subtiler filmischer Blick ihre Familienmitglieder. Ihr persönlicher Mut zusammen mit ihrem herausragenden filmischen Können schaffen einen eindringlichen, emotional vielschichtigen Film.“
Silberner Bär Preis der Jury (Kurzfilm) Xia Wu Guo Qu Le Yi Ban (Day Is Done)
von Zhang Dalei

Jury-Begründung: „Ein Familienbesuch beim Großvater wird zum langsamen, liebevollen Abschied zwischen ihm und seinem Enkelsohn. Die fein verwobenen Familiendynamiken und das hervorragende Schauspiel des Ensembles lassen uns in einen wahrhaftigen Moment im Leben der Figuren eintauchen. Die kunstvolle Inszenierung wirkt natürlich und unaufdringlich. In Xia Wu Guo Qu Le Yi Ban (Day Is Done) zeichnet Zhang Dalei mit seiner reichen filmischen Sprache ein sensibles Familienporträt, das über die kurze Form hinausweist.“
Berlin Short Film Candidate for the European Film Awards Easter Eggs
von Nicolas Keppens

Ehrenauszeichnungen des Festivals

– ausgesetzt für die Berlinale 2021 –

Jurys Generation

Kinderjury Generation Kplus
Gläserner Bär für den Besten Film Beans
von Tracey Deer, Kanada

Die Begründung der Kinderjury: „Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film hat uns stark beeindruckt. Die Geschichte ging uns sehr nahe. Durch die ausgezeichneten Schauspieler*innen wurden die Szenen zu berührenden Momenten. Ein Film, der den leider noch immer vorhandenen Rassismus und Kolonialismus in der Welt darstellt und zum Nachdenken anregt.“
Lobende Erwähnung Una escuela en Cerro Hueso (Eine Schule in Cerro Hueso)
von Betania Cappato, Argentinien

Die Begründung der Kinderjury: „Der Schnitt leitet Dich an, dem Film zu folgen, in der Geschichte zu leben und in die Welt der Protagonistin einzutauchen. Der Film schafft Öffentlichkeit für ein wichtiges soziales Thema und zeigt, dass kleine Dinge eine große Bedeutung haben.“
Gläserner Bär für den Besten Kurzfilm – ausgesetzt für die Berlinale 2021 –
Internationale Jury von Generation
Großer Preis der Internationalen Jury von Generation Kplus für den Besten Film Han Nan Xia Ri (Sommerflirren)
von Han Shuai

Jury-Begründung: „Der Film überzeugt durch seine starke visuelle Sprache und das hervorragende Zusammenspiel aller filmischen Ebenen. In diesem Sommermärchen, das immer wieder in einen Alptraum abzugleiten droht, ist in jeder Sekunde die Hitze spürbar, die schwüle Luft und der Druck, der auf der Hauptfigur lastet. Dabei bleibt der Fokus stets auf den Gefühlen und Wahrnehmungen der Kinder, wodurch sich der Schmerz, der die Suche nach sich selbst und dem eigenen Weg begleitet, nachempfinden lässt.“
Lobende Erwähnung Una escuela en Cerro Hueso (Eine Schule in Cerro Hueso)
von Betania Cappato

Jury-Begründung: „Durch diese wunderschöne, herzerwärmende und starke filmische Vision werden die Zuschauer*innen zu einer eindringlichen spirituellen Reise eingeladen. Ein intimer und persönlicher Film, der Raum lässt und Raum schafft, nach Gemeinsamkeiten sucht, nicht nach Unterschieden, der aufgeschlossen in die Welt blickt und auf diese Weise ein feinfühliges, hoffnungsvolles Bild von Solidarität zeichnet.“
Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation Kplus für den Besten Kurzfilm – ausgesetzt für die Berlinale 2021 –
Jugendjury Generation 14plus
Gläserner Bär für den Besten Film Stop-Zemlia
von Kateryna Gornostai, Ukraine

Die Begründung der Jugendjury: „Der Film überzeugt mit einer Vielfalt an wichtigen Themen, die uns als Jugendliche speziell ansprechen. Platonische Liebe, Queerness, Zusammenhalt und psychische Belastung bestärken die Wirkung des Films als realistische Coming-of-Age-Story. Mit Hilfe kreativer Visualisierungs-Techniken wird auf künstlerische Weise klar, wie unsere Generation träumt, fühlt und erlebt. Es wird die Botschaft vermittelt, dass es Teil des Lebens ist, sich bestimmten Ängsten zu stellen, um die aufregendsten Jahre der Jugend genießen zu können.“
Lobende Erwähnung Ninjababy
von Yngvild Sve Flikke, Norwegen

Die Begründung der Jugendjury: „Dieser Film hat bei uns wegen seiner humorvollen Ehrlichkeit über ein Thema, das in patriarchalischen Gesellschaften tabuisiert ist, einen starken Eindruck hinterlassen. Der innere Gefühlswirbel, der mit einer ungewollten Schwangerschaft einhergeht, drückt sich in lebhaften Animationen und durch bewegendes Schauspiel auf der Leinwand aus. Die feministische Message wird so dramaturgisch wie künstlerisch zur Geltung gebracht.“
Gläserner Bär für den Besten Kurzfilm – ausgesetzt für die Berlinale 2021 –
Internationale Jury von Generation
Großer Preis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den Besten Film La Mif (The Fam)
von Fred Baillif

Jury-Begründung: „Wie ein rauschender, energiegeladener, pulsierender Herzschlag treibt dieser Film seine Figuren und die Zuschauer*innen mit schonungsloser Ehrlichkeit durch verschiedene klug miteinander verwobene Geschichten und Ereignisse. Getragen wird er dabei von fesselnden und intensiven schauspielerischen Leistungen und hält stets seine Balance zwischen Stärke und Verletzlichkeit. Dieser Film entwickelt einen Sog, lässt einen nicht mehr los und trifft mitten ins Herz.“
Lobende Erwähnung Cryptozoo
von Dash Shaw

Jury-Begrundung: „Während dieser Film feinfühlige Charaktere in einer ebenso schönen wie auch brutalen dystopischen Welt porträtiert, vermittelt er einen Hoffnungsschimmer und wirft zugleich große Fragen auf. Ein herausragendes Kunstwerk, das auf selbstverständliche Weise Themen wie Sex, Gender, Krieg, Gesellschaft und Beziehungen verhandelt. Ein Aufruf, Gesellschaft zu hinterfragen und dabei unsere Vorstellungskraft zu nutzen, um neue Perspektiven zu schaffen. Ein überwältigender, verstörender und visionärer Trip.“
Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den Besten Kurzfilm – ausgesetzt für die Berlinale 2021 –