Berlinale Kamera

Mit der Berlinale Kamera ehrt die Berlinale seit 1986 Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um das Filmschaffen besonders verdient gemacht haben und mit denen sich das Festival verbunden fühlt. Auf diese Weise bedankt sich die Berlinale bei denjenigen, die zu Freund*innen und Förder*innen des Festivals geworden sind.

Max Richter

Bei den 76. Internationalen Filmfestspielen Berlin wird der britisch-deutsche Komponist und Klangkünstler Max Richter mit der Berlinale Kamera geehrt.

Die Verleihung der Berlinale Kamera an Max Richter fand am 18. Februar 2026 im Haus der Berliner Festspiele statt. Die Laudatio hielt die Oscar-prämierte Regisseurin Chloé Zhao (Nomadland), mit der Richter jüngst an ihrem neuen Film Hamnet zusammengearbeitet hat. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es ein moderiertes Podiumsgespräch mit Max Richter.

Max Richter zählt zu den einflussreichsten Komponisten der Gegenwart und hat mit seinen Filmmusiken Maßstäbe gesetzt. Er kombiniert klassische Kompositionstechniken mit elektronischen Elementen und schafft so Scores, die das visuelle Erzählen intensivieren und weltweit gefeiert werden. Seine Arbeiten für internationale Kinofilme wie Waltz with Bashir (2008, Regie: Ari Folman), Ad Astra (2019, Regie: James Gray), Mary Queen of Scots (2018, Regie: Josie Rourke) und die HBO-Serie The Leftovers (2014—2017, Regie: Damon Lindelof) verbinden emotionale Tiefe mit innovativen Klangwelten. Mit über einer Milliarde Streams und zahlreichen Auszeichnungen — darunter der Europäische Filmpreis für Waltz with Bashir und eine Grammy-Nominierung für Ad Astra — prägt Richter die Filmmusik unserer Zeit nachhaltig. Seine aktuellen Arbeiten Hamnet (2025, Regie: Chloé Zhao) und Spaceman (2024, Regie: Johan Renck) bestätigen seine Rolle als kreativer Visionär.

Über seine Filmarbeiten und Kollaborationen hinaus haben Richters Solo-Projekte die moderne klassische Musik geprägt. Auch nach dem 20. Jubiläum im Jahr 2024 erreicht sein wegweisendes Album „The Blue Notebooks“ weiterhin neue Zuhörer*innen. Sein Opus Magnum „SLEEP“ (2015), eine 8,5-stündige Klangreise in die Welt des Schlafs, gemeinsam mit Yulia Mahr entwickelt, gilt als eines der ambitioniertesten und kulturell bedeutendsten Projekte der klassischen Musik des 21. Jahrhunderts. Richters letztes Soloalbum „In A Landscape“ erschien 2024.

Haile Gerima

Bei den 76. Internationalen Filmfestspielen Berlin wird der äthiopische Regisseur Haile Gerima mit einer Berlinale Kamera geehrt.

Haile Gerimas jüngstes Werk Black Lions – Roman Wolves, eine nahezu neunstündige Auseinandersetzung mit der Geschichte und Mythologie des italienischen Kolonialismus sowie ein Gedenken an den äthiopischen Widerstand, feiert seine Weltpremiere im diesjährigen Berlinale Forum.

Die Verleihung der Berlinale Kamera an Haile Gerima fand am 17. Februar 2026 im Delphi Filmpalast statt – im Rahmen der Vorführung seines Films.

„Haile Gerimas Werke zeugen von Geschichten, die von Unterdrückung, Widerstand und der unvollendeten Arbeit der Dekolonisierung geprägt sind – Geschichten, die heute mit dringlicher Kraft zur Welt sprechen. 1993 war er mit Sankofa im Wettbewerb vertreten und das Forum erkannte Gerimas Arbeit schon früh. Wir sind sehr stolz, ihn mit seinem über Jahre entwickelten Black Lions – Roman Wolves nun wieder im Forum begrüßen zu dürfen. Es ist eine Ehre, die Berlinale Kamera einem Filmemacher zu überreichen, der die Art und Weise, wie wir die Welt verstehen, nachhaltig verändert hat“, sagt Festivaldirektorin Tricia Tuttle.

1967 emigrierte der äthiopische Regisseur Haile Gerima in die Vereinigten Staaten und studierte an der University of California. Er wurde Teil der L.A. Rebellion, einer Gruppe afroamerikanischer und afrikanischer Filmschaffender, die ab den 1970er-Jahren ein alternatives, unabhängiges Black American Cinema schufen. Seine Werke verbinden persönliche, historische und politische Perspektiven. Obwohl er seit Langem in den Vereinigten Staaten lebt, ist er seiner äthiopischen Herkunft tief verbunden geblieben. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören Harvest: 3,000 Years (1975, Forum), Bush Mama (1976), Ashes and Embers (1982, 1983 im Forum), die international ausgezeichnete Arbeit Sankofa (1993, Weltpremiere im Berlinale Wettbewerb) und Teza (2008), ein Drama über Äthiopiens Vergangenheit.

Die Trophäe

Berlinale Kamera

Die Berlinale Kamera wird seit 1986 verliehen. Bis 2003 war der Berliner Juwelier David Goldberg Stifter dieser Auszeichnung. In den Jahren 2004 bis 2013 übernahm das Düsseldorfer Atelier Georg Hornemann Objects die Stiftung des Preises und im Rahmen der Berlinale 2008 wurde die Trophäe vom Goldschmiedekünstler Hornemann neu gestaltet: Die Berlinale Kamera besteht aus 128 Einzelteilen und ist einer realen Filmkamera nachempfunden. Viele der Silber- und Titanteile von Schwenkkopf bis Stativ sind beweglich.