Futur Drei

No Hard Feelings
Hochgeschnittene Hose, hautenges T-Shirt, kurze, blondierte Haare. Parvis lässt an seinem Geburtstag im Club eine Flasche vom Tresen mitgehen und feiert sich tanzend selbst. Der Sohn iranischer Eltern hat sich im Dachgeschoss des Elternhauses in einer ruhigen niedersächsischen Neubausiedlung eingerichtet, um sich zwischen Sexdates und Raves auszuprobieren. Nach einem Ladendiebstahl muss er Sozialstunden in einer Flüchtlingsunterkunft ableisten und verliebt sich dabei in Amon, der mit seiner Schwester Banafshe Arezu aus dem Iran geflüchtet ist. Zu dritt erleben sie einen Sommer stürmisch durchfeierter Nächte, der von der Erkenntnis geprägt ist, dass sie auf unterschiedliche Weise nicht in Deutschland zu Hause sind.
In seinem kraftvollen, mit popkulturellen Referenzen gespickten, semibiografischen Debüt erzählt Faraz Shariat von der ersten, intensiven Liebe. Mit präzisem Gespür für soziale Zusammenhänge gibt er einen feinfühligen Einblick in die Erfahrungswelten deutscher Migrant*innen zwischen Fremdsein, Ausgrenzung und Bleiberecht und zeigt, wie das Ankommen auch bei nachfolgenden Generationen noch spürbar ist.
von Faraz Shariat
mit Benjamin Radjaipour, Banafshe Hourmazdi, Eidin Jalali
Deutschland 2020 Deutsch, Farsi 92’ Farbe Weltpremiere Altersfreigabe FSK 16

Mit

  • Benjamin Radjaipour (Parvis)
  • Banafshe Hourmazdi (Banafshe Arezu)
  • Eidin Jalali (Amon)

Stab

Regie Faraz Shariat
Buch Faraz Shariat, Paulina Lorenz
Kamera Simon Vu
Montage Friederike Hohmuth
Musik Jakob Hüffell, Säye Skye, Jan Günther
Mischung Janis Grossmann
Ton Jakob Hüffell
Szenenbild Katja Deutschmann
Kostüm Klara Mohammadi
Maske Farhud Hamidi
Regieassistenz Antonia Pahlke
Casting Raquel Molt
Produktionsleitung Moritz Heuwinkel, Raquel Molt, Leonard Schulz
Produzent*innen Paulina Lorenz, Faraz Shariat
Koproduzent*innen Jost Hering, Nils Schwemer, Arash Shariat, Dirk Manthey, Pacco Nitsche
Koproduktion Jost Hering Filme Berlin
Iconoclast Germany Berlin
La Mosca Bianca films Hamburg

Weltvertrieb

Produktion

Jünglinge Film

Faraz Shariat

Geboren 1994 in Köln. Nach ersten Regie- und Schauspielarbeiten am Schauspiel Köln und Video-Installationen für das Staatstheater Hannover studierte er Szenische Künste an der Universität Hildesheim. Aus der Aufarbeitung seiner Familiengeschichte in autobiografischen Dokumentarfilmen und der Arbeit als Übersetzer für geflüchtete Menschen entstand sein erster Langfilm, Futur Drei. Der Film wurde in Zusammenarbeit mit Paulina Lorenz und Raquel Molt im Filmkollektiv Jünglinge entwickelt, in dem sie seit dem Studium gemeinsam arbeiten. Er feierte 2020 im Panorama Premiere und wurde mit dem Teddy Award und mit dem First Steps Award ausgezeichnet, jeweils für den besten Spielfilm.

Filmografie

2013 GemEinsam Judas; Kurzfilm · Fühlgefühl; Kurzfilm 2015 Ich bin euer Sohn; Kurz-Dokumentarfilm · The Dichotomous Trilogy; Kurzfilm 2020 Aïcha; Kurzfilm · Futur Drei (No Hard Feelings) 2024 Zeit Verbrechen; Serie, Folge „Love by Proxy“

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2024