Moderation, an Schauplätzen in Ägypten, Griechenland und Italien gedreht, erzählt die Geschichte einer Horrorfilmregisseurin und ihrer Drehbuchautorin, deren neuestes Projekt von seinem ‚Rohmaterial‘ heimgesucht und von den gegensätzlichen Ansichten der Macherinnen auf die Probe gestellt wird.
Angesichts des Debakels, das ihr Vorhaben zu werden droht, verliert sich die Regisseurin mehr und mehr in Diskussionen mit ihren Schauspieler_innen über die Art und Weise wie der Horror ihre materiellen und affektiven Realitäten auf und jenseits der Leinwand durchdringt. Der Kinogrusel kreuzt zusehends die Grenzen zwischen Realität und Fiktion; der Einsatz unterschiedlicher Videoformate – von HD-, über Skype- und Handyvideos – verstärkt den Grenzverlust zwischen Fakt, Fiktion und Genre.
Moderation verweist auf das Horrorkino aus dem Europa des Kalten Krieges, der Infitah-Ära Ägyptens und dem Griechenland der Zeit nach der Junta; ein Kino, das Lebensrealität weder naturalistisch abzubilden versuchte, noch sie unter Rückgriff auf das Irrationale im Zaum zu halten. Vielmehr wird das sogenannte Irrationale genutzt, um das, was die Protagonist_innen heimsucht, zu externalisieren und zu entsubjektivieren, und so rationales Handeln an seine Grenzen zu bringen.
von Anja Kirschner
mit Maya Lubinsky, Anna De Filippi, Aida El Kashef, Michele Valley
Griechenland / Italien / Ägypten / Großbritannien 2016 149’

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Anja Kirschner

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