London River

Am Morgen des 7. Juli 2005, kurz vor 9 Uhr und dann noch einmal genau eine Stunde später, explodieren in London insgesamt vier Bomben. Im dichten Berufsverkehr aktivieren vier Attentäter in öffentlichen Ver­kehrs­mitteln ihre in Rucksäcken mitgeführten Sprengsätze – binnen weniger Mi­nu­­ten kommen dabei in drei U-Bahn-Zügen und einem Doppel­de­cker­bus 56 Menschen zu Tode, mehr als 700 werden verletzt. In einem später aufgefundenen Bekennervideo erklärt einer der islamistischen Terroristen, seine Gruppe befände sich mit der britischen Gesellschaft im Krieg.
Der Film erzählt die Geschichte zweier Menschen, die von den Anschlägen unmittelbar betroffen sind, obwohl sie sich zum Zeitpunkt der Explosionen weit entfernt von den Tatorten aufhielten. LONDON RIVER erzählt die Ge­schich­te von Ousmane, einem Muslim, und von Mrs. Sommers, einer Chris­tin. Ousmane lebt in Frankreich, Mrs. Sommers auf einer der englischen Kanalinseln. Beide führen ein ganz normales Leben – bis zu dem Tag, an dem sie erfahren, dass ihre Kinder seit „7/7“, dem Tag der Terroran­schlä­ge in London, als vermisst gelten. Erst in der britischen Hauptstadt erfahren sie, dass ihre Kinder dort zusammengelebt haben. Zwar unterschei­den sich Ousmane und Mrs. Sommers in Hinsicht auf ihr religiöses Be­kenntnis und ihre kulturellen Hintergründe – doch teilen sie die gemeinsame Hoffnung, ihre Kinder lebend zu finden.
von Rachid Bouchareb
mit Brenda Blethyn, Sotigui Kouyate, Roschdy Zem, Sami Bouajila, Bernard Blancan
Algerien / Frankreich / Großbritannien 2009 87’

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