Berlinale: Programm


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Rio Corgo

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Silva ist zeitlebens viele Wege gegangen, kreuz und quer durch Portugal. Er hat sich durchgeschlagen als Regenschirm-Reparateur, Bauer, Schafhirte, Barbier, Maurer, Bergarbeiter, Gärtner, Clown und Zauberer. Mit Höhen und Tiefen. Jetzt hallen seine Schritte in den Gassen eines abgelegenen Dorfes wider, wo er ein leer stehendes Haus bezieht. Er trägt einen Anzug und mit seinem reich bestickten Sombrero, dem weißen Bündel über der Schulter, Cowboystiefeln, Gehstock und Ringen an den Fingern ist er eine auffällige Erscheinung. Wie eine Figur aus einem Schelmenroman. Alle im Ort gehen dem sonderlichen Herumtreiber aus dem Weg, nur ein junges Mädchen ist empfänglich für ihn und seine Geschichten. Sie bewahrt sein Vermächtnis. Und setzt ihm eine Krone auf. Das tut auch der Film, indem er Silvas Persönlichkeit für die große Leinwand adaptiert und inszeniert. Den Visionen, Krisen und Phantasmen des alten Mannes begegnet er mit Empathie und Fantasie und überführt sie in prächtige Bilder im Scope-Format. Hinzu kommen portugiesische Songs aus den 70er Jahren. Wenn der Vagabund schließlich seinen letzten Weg antritt, weiß man ihn und sein Imaginäres gut aufgehoben im Reich der Kinematografie.

Schweiz / Portugal 2015, 95 Min

von

Maya Kosa, Sergio da Costa