Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Perspektive Deutsches Kino

Muxmäuschenstill

Muxmaeuschenstill

MUXMÄUSCHENSTILL

Gott ist tot, die Welt ist schlecht und weil sie dringend der Besserung bedarf, braucht es Menschen wie Mux. Mux ist ein Denker, ein Philosoph des Alltags, der seine Beobachtungen und Gedanken gern in geselliger Runde kundtut. So ist seine Kritik an Typen wie Roland Koch oder Dieter Bohlen treffend und die Houellebecq-Zitate kommen ihm flüssig über die Lippen. Aber Mux ist auch ein Streiter, einer, der dem Unrecht und der Gleichgültigkeit mutig die Stirn bietet. Denn was Mux wirklich ankotzt, sind jede Art von Bagatelldelikten vom Bei-Rot-über-die-Ampel-Gehen bis zum achtlosen Müllwegwerfen. Dabei ist das Schlimmste die widerspruchslose Tatenlosigkeit, mit der Passanten auf solche Vergehen reagieren. Darum schreitet Mux zur Tat. Begleitet von seiner rechten Hand, dem Langzeitarbeitslosen Gerd, der den Kampf für eine bessere Welt mit der Kamera auch dokumentiert, und bewaffnet mit Mäuschen, seiner Pistole, beginnt er aufzuräumen. Seine Aufgaben sind so vielfältig, dass er bald schon Personal beschäftigen muss und die „Gesellschaft für Gemeinsinnpflege“ wird zum „Unternehmen für mehr Gerechtigkeit“. Auch privat geht es für Mux voran, als er sich in Kira verliebt, ein junges Mädchen, das er sich als Ikone der Reinheit und als Sonne seines Systems auserkoren hat. Doch bei allem Guten, das er will, muss auch Mux immer wieder die Gesetze brechen. Und das bleibt nicht ohne Folgen.

Deutschland 2003, 90 Min

von

Marcus Mittermeier

mit

Jan Stahlberg
Fritz Roth