Tunten lügen nicht

Queens Don’t Cry
„Vier mutwillige Tunten trafen sich Mitte der 80er Jahre in West-Berlin: Ichgola Androgyn, BeV StroganoV, Tima die Göttliche und Ovo Maltine. Seitdem befruchten sie die deutsche Kulturlandschaft und den Rest der Welt. Rosa von Praunheim hatte das Glück, mit jeder von ihnen in verschiedenen Filmen immer wieder zu arbeiten. Allen ist gemeinsam, dass sie nicht nur Showtunten sind. Ihr politisches Engagement gilt der Aids-Aufklärung, Aktionen gegen schwulenfeindliche Gewalt, der Hurenbewegung, dem Kampf gegen Rechts und gegen Rassismus. Teilweise wohnen alle vier als Wahlfamilie auf einem Berliner Hausboot zusammen und entwickeln gemeinsam ihre Shows, Politaktionen und Medienauftritte. Ihre ersten Auftritte hatten die Tunten im Berliner Schwulenzentrum ‚SchwuZ‘, später gastierten sie überall in Berlin und Deutschland. Drei von ihnen sind HIV-positiv und engagieren sich im Kampf fürs Leben. Der Film über diese vier eigenwilligen, mutigen Tunten zeigt einen wichtigen Teil der Berliner Kultur. Ihre Biografien sind so bunt wie Paillettenkleider, zusammengehalten durch den roten Faden des Tuntendaseins. Unzählige Fotos, TV-Materialien, Plakate und Zeitungsartikel werden von ihnen akribisch gesammelt. Alle vier arbeiten, streiten und lieben immer wieder gemeinsam, denn sie verstehen sich als Familie und nur der Tod kann sie trennen.“ Rosa von Praunheim, 2002
von Rosa von Praunheim (Regie), Lorenz Haarmann (Buch)
mit BeV StroganoV, Ichgola Androgyn, Tima die Göttliche, Ovo Maltine
Deutschland 2002 Deutsch 90' Farbe Dokumentarische Form Altersfreigabe FSK 16

TEDDY 40

Tunten lügen nicht feierte seine Berlinale-Premiere 2002 im Panorama.

Mit

  • BeV StroganoV
  • Ichgola Androgyn
  • Tima die Göttliche
  • Ovo Maltine

Stab

Regie Rosa von Praunheim
Buch Lorenz Haarmann
Kamera Lorenz Haarmann
Montage Mike Shepard
Produzent*in Rosa von Praunheim
Executive Producer Rosa von Praunheim

Produktion

Rosa von Praunheim Filmproduktion

Berlin, Deutschland

Koproduktion

NDR

Hamburg, Deutschland

Weltvertrieb

missingFILMs

Berlin, Deutschland

Rosa von Praunheim

Der vielfach preisgekrönte, 2025 verstorbene Filmregisseur und Autor gilt als wichtiger Vertreter des postmodernen deutschen Films und war Wegbereiter der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik. In über 50 Jahren drehte er über 150 Filme. Als Holger Mischwitzky 1942 in Riga geboren, wuchs er in Frankfurt am Main auf, seit Mitte der 1960er-Jahre lebte er in Berlin. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören Die Bettwurst und Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. Seit er 1982 Rote Liebe im Forum zeigte, war er mit seinen Filmen regelmäßig im Panorama zu Gast.

Filmografie (Auswahl)

1970 Die Bettwurst · Armee der Liebenden (Army of Lovers); Dokumentarfilm 1971 Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt; Dokumentarfilm 1981 Rote Liebe (Red Love); Berlinale 1982 1983 Stadt der verlorenen Seelen (The City of Lost Souls); Dokumentarfilm 1985 Ein Virus kennt keine Moral 1987 Anita – Tänze des Lasters (Anita - Dances Of Vice); Berlinale 1988 1989 Überleben in New York; Dokumentarfilm 1995 Neurosia – 50 Jahre pervers (Neurosia - 50 Years Of Perversity); Berlinale 1996 2001 Tunten lügen nicht (Queens Don't Cry); Dokumentarfilm, Berlinale 2002 2004 Männer Helden und schwule Nazis (Heroes And Gay Nazis); Dokumentarfilm, Berlinale 2005 2007 Tote Schwule - lebende Lesben (Dead Gay Men and Living Lesbians); Dokumentarfilm, Berlinale 2008 2010 Die Jungs vom Bahnhof Zoo (Rent Boys); Dokumentarfilm, Berlinale 2011 2011 König des Comics (King of Comics); Dokumentarfilm, Berlinale 2012 2015 Härte (Tough Love); Berlinale 2015 2025 Satanische Sau (Satanic Sow); Dokumentarfilm, Berlinale 2025

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026