Verführung: Die grausame Frau

Seduction: The Cruel Woman
„Ich danke Ihnen für diesen wunderschönen Film“. Kein Geringerer als Jean Baudrillard sprach’s, nach der Pressevorführung von Verführung: Die grausame Frau in Paris. Auch im Berlin des Jahres 1985, als dieser elegant-dekadente Camp-Film im Forum Premiere feierte, hatte der aus Sacher-Masochs Kultroman „Venus im Pelz“ und de Sades „Justine“ hervorgegangene, von Monika Treut an den Hamburger Hafen verlegte Stoff über die geheimnisvolle Domina Wanda (Mechthild Grossmann), den romantischen Schwärmer Gregor (Udo Kier), den Journalisten-Toilettensklaven Mährsch (Peter Weibel) sowie Justine, Caren, Friederike, Judith und Leila prominente Fans (Blumenberg) und ebensolche Gegner (der damalige Bundesinnenminister!). Man darf also durchaus gespannt sein, wie Deutschlands Kulturpolitiker und -innen (*) im vierzigsten TEDDY-Jubiläumsjahr resümieren, was das Forums-Herz immer noch begehrt: queere Sinnlichkeit, subversive Avantgarde, coole Hotties, lederne Erotik, independent cinema. Grossmann in Tatort-Rente, Weibel & Kier schon im Himmel – ehrliche Grausamkeit und viele gute Strahlen des Gedenkens gehen von diesem Werk aus. Danke Elfi Mikesch und Monika Treut. Peitschen! Träume! Tun wir’s doch!
von Elfi Mikesch (Regie, Buch), Monika Treut (Regie, Buch)
mit Mechthild Grossmann, Udo Kier, Sheila McLaughlin, Carola Regnier, Georgette Dee, Peter Weibel, Judith Flex, Barbara Ossenkopp, Daniela Ziegler, George Lanann
Bundesrepublik Deutschland 1985 Deutsch 84' Farbe

TEDDY 40

Verführung: Die grausame Frau feierte seine Berlinale-Premiere 1985 im Forum.

Mit

  • Mechthild Grossmann
  • Udo Kier
  • Sheila McLaughlin
  • Carola Regnier
  • Georgette Dee
  • Peter Weibel
  • Judith Flex
  • Barbara Ossenkopp
  • Daniela Ziegler
  • George Lanann

Stab

Regie Elfi Mikesch, Monika Treut
Buch Elfi Mikesch, Monika Treut
Kamera Elfi Mikesch
Montage Renate Merck
Szenenbild Manfred Blösser, Klaus Weinreich
Kostüm Anne Jud, Kristin von Kalckreuth
Maske Rolf Baumann, Werner Püthe
Produzent*innen Elfi Mikesch, Monika Treut

Produktion

Hyäne I/II Filmproduktion

Hamburg, Deutschland

Elfi Mikesch

Elfi Mikesch, geb. 1940 in Judenburg, Österreich, lebt seit 1964 in Berlin. Sie arbeitet als Fotografin, Kamerafrau, Regisseurin, Dozentin. Seit 1976 realisiert sie eigene Spiel- und Dokumentarfilme. Als Kamerafrau war sie u.a. für Rosa von Praunheim und Werner Schroeter tätig. 1984 gründete sie mit Monika Treut die unabhängige Produktionsfirma Hyena Films. Seit 1991 ist sie Mitglied der AdK Berlin. Ihr Werk wurde mehrfach mit Retrospektiven gewürdigt. Für ihre künstlerische Lebensleistung erhielt sie 2014 den Teddy Award; zum 80. Geburtstag widmete Rosa von Praunheim ihr das Buch vis-à-vis.

Filmografie (Auswahl)

1970 Charisma. Eine Erinnerung an den Tod 1979 Ich denke oft an Hawaii (I Often Think Of Hawaii); Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1978 · Execution A Study of Mary 1980 Was soll'n wir denn machen ohne den Tod; Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1980 1982 Macumba; Berlinale Forum 1982 1983 Das Frühstück der Hyäne; Berlinale Forum 1983 1985 Verführung: Die grausame Frau (Seduction: The Cruel Woman); Koregie Monika Treut, Berlinale Forum 1985 1989 Marocain; Berlinale Forum 1989 1984 Soldaten Soldaten 1997 Verrückt bleiben – verliebt bleiben (Mind the Gap); Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 1997 2001 Mon Paradis – Der Winterpalast (Mon Paradis – The Winter Palace); Dokumentarfilm 2008 Zisternen – Istanbuls versunkene Paläste; Dokumentarfilm 2011 Mondo Lux – Die Bilderwelten des Werner Schroeter (Mondo Lux – The visual Worlds of Werner Schroeter); Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 2011 2014 Fieber (Fever); Berlinale Panorama 2014 2022 Die Straße als Erzählung 2024 Krieg oder Frieden (War or Peace); Dokumentarfilm

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026

Monika Treut

Monika Treut, geb. 1954 in Mönchengladbach, prägt seit über 40 Jahren mit ihren lustvoll-subversiven Spiel- und Dokumentarfilmen das queere Kino in Deutschland und der ganzen Welt. Sie studierte Germanistik und Politik in Marburg, promovierte 1984. Ihre vielfach preisgekrönten Filme wurden international in Retrospektiven gezeigt. 2017 erhielt sie den Teddy Award für ihr Lebenswerk. Sie unterrichtet an Universitäten in Kalifornien und New York und vertrat 2018–2023 die Professur für Medien an der Universität Hildesheim. Im Jahr 2025 wurde sie mit dem Helmut-Käutner-Preis ausgezeichnet.

Filmografie (Auswahl)

1985 Verführung: Die grausame Frau (Seduction: The Cruel Woman); Koregie Elfi Mikesch, Berlinale Forum 1985 1988 Die Jungfrauenmaschine (Virgin Machine) 1991 My Father Is Coming; Berlinale Panorama 1991 1992 Female Misbehaviour; Dokumentarfilm 1994 Let’s Talk About Sex / Erotique; Kompilationsfilm 1997 Didn’t Do It For Love; Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 1998 1999 Gendernauts; Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 1999 2002 Kriegerin des Lichts (Warrior of Light); Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 2002 2005 Den Tigerfrauen wachsen Flügel (Tigerwomen Grow Wings); Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 2005 2009 Ghosted; Berlinale Panorama 2009 2012 Das Rohe und das Gekochte (The Raw and the Cooked); Dokumentarfilm, Berlinale Kulinarisches Kino 2012 2014 Von Mädchen und Pferden (Of Girls and Horses) 2016 Zona Norte; Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 2016 2021 Genderation; Dokumentarfilm, Berlinale Panorama Dokumente 2021

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026