Diese Multi-Screen-Installation erzeugt mit analoger Diaprojektion fragile, geschichtete Bilder von Schmetterlingen, die scheinbar schwerelos im Raum schweben. In Auseinandersetzung mit naturkundlichen Sammlungen und mithilfe fotochemischer Verfahren sowie erweiterter Kinokunst aktiviert <em class="film">Butterfly Stories: Malaise II</em> Erinnerungen an das Kommende. Die Arbeit folgt einem Prozess des „Entarchivierens“: Spekulative Präparate werden geschaffen, deren Bildsprache darauf abzielt, die Stabilität der visuellen, zeitlichen und räumlichen Logik von Darstellung zu erschüttern. Sie hinterfragt Gegensätze – Präsenz und Abwesenheit, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Bewegung und Stillstand, Erinnerung und Vergessen, Realität und Fiktion, vielleicht sogar Leben und Tod – und schlägt stattdessen eine sich ausdehnende Kontinuität vor, die die Geister heraufbeschwört. Die Emulsion fungiert dabei als Alter Ego der Erinnerung: Sie kann aufzeichnen und speichern, aber auch interpretieren, verfallen lassen, löschen und verlieren. Sie wird zur subjektiven, lebendigen Materie, zu einer Oberfläche, auf der dominante Narrative erzeugt und verzerrt werden, indem der normative dokumentarische Anspruch von Bildern unterlaufen wird. „Malaise“ bezeichnet ein zeltartiges Polyesternetz zum Einfangen von Insekten. Auf Französisch bedeutet es Unbehagen, Unwohlsein, Verlegenheit.<br /> Präsentiert mit Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.