Butterfly Stories: Malaise II

Diese Multi-Screen-Installation erzeugt mit analoger Diaprojektion fragile, geschichtete Bilder von Schmetterlingen, die scheinbar schwerelos im Raum schweben. In Auseinandersetzung mit naturkundlichen Sammlungen und mithilfe fotochemischer Verfahren sowie erweiterter Kinokunst aktiviert Butterfly Stories: Malaise II Erinnerungen an das Kommende. Die Arbeit folgt einem Prozess des „Entarchivierens“: Spekulative Präparate werden geschaffen, deren Bildsprache darauf abzielt, die Stabilität der visuellen, zeitlichen und räumlichen Logik von Darstellung zu erschüttern. Sie hinterfragt Gegensätze – Präsenz und Abwesenheit, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Bewegung und Stillstand, Erinnerung und Vergessen, Realität und Fiktion, vielleicht sogar Leben und Tod – und schlägt stattdessen eine sich ausdehnende Kontinuität vor, die die Geister heraufbeschwört. Die Emulsion fungiert dabei als Alter Ego der Erinnerung: Sie kann aufzeichnen und speichern, aber auch interpretieren, verfallen lassen, löschen und verlieren. Sie wird zur subjektiven, lebendigen Materie, zu einer Oberfläche, auf der dominante Narrative erzeugt und verzerrt werden, indem der normative dokumentarische Anspruch von Bildern unterlaufen wird. „Malaise“ bezeichnet ein zeltartiges Polyesternetz zum Einfangen von Insekten. Auf Französisch bedeutet es Unbehagen, Unwohlsein, Verlegenheit.
Präsentiert mit Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.
von Laurence Favre (Regie) Schweiz / Deutschland 2026 Ohne Dialog Farbe Weltpremiere

Stab

Regie Laurence Favre
Kamera Laurence Favre
Montage Laurence Favre
Produzent*in Laurence Favre

Produktion

Laurence Favre

Genf, Schweiz

Virgule Films

Genf, Schweiz

Laurence Favre

Laurence Favre ist Künstlerin, Filmemacherin und Forscherin und arbeitet mit analogen Stand- und Bewegtbildern, Klängen und Texten. Ihre Arbeiten umfassen experimentelle und dokumentarische Filme, Installationen sowie Filmperformances. Sie erforscht die Materialität des Bildes und seine Wechselwirkung mit der Projektionsfläche, um die dokumentarische Form zu hinterfragen und das Konzept von Repräsentation neu zu denken. Ihre Werke wurden auf Filmfestivals wie Locarno, IFFR und Ann Arbor, in Kunsträumen, informellen Veranstaltungsorten sowie im Rahmen von Symposien präsentiert. Favre ist Mitglied des von Künstler*innen geführten Filmlabors LaborBerlin.

Filmografie (Auswahl)

2013 Nwa-Mankamana 2017 Résistance (Resistance) 2018 In Loving Memory of the Future 2022 Osmose (Osmosis) 2024 Zerzura 2025 Lettres au Docteur L (Letters to Doctor L) 2026 Butterfly Stories: Malaise II; Forum Expanded 2026

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026