Cheryl, eine angehende Filmemacherin, lesbisch und Schwarz, jobbt in einer Videothek. Bei Recherchen zu Schwarzen Lesben in der Filmgeschichte stößt sie auf eine Nebendarstellerin im Südstaatenmelodram <em class="film-other">Plantation Memories</em>, die im Vorspann als „The Watermelon Woman“ ausgewiesen ist. In Interviews und mit Found-Footage-Ausschnitten klärt Cheryl ihre Identität: Fae Richards war als Sängerin eine Club-Größe in Philadelphia und sie hatte eine Beziehung mit der weißen Regisseurin des Films, was deren Schwester jedoch bestreitet. Aufklärung erhofft sich Cheryl von Faes langjähriger, allerdings hochbetagter Lebensgefährtin.<br /> Höchst sinnlich verwirbelt Cheryl Dunye die „Queer Media Studies“ mit einem Crush ihrer Heldin für eine weiße Akademikerin. Zugleich liefert ihre Mockumentary ein profundes Beispiel für die Aneignung der eigenen Geschichte durch eine ausgeblendete Minorität mit Mitteln der Fiktion, wobei ihre Interviews, unter anderem mit der Kulturhistorikerin Camille Paglia im (fiktiven) Center for Lesbian Information and Technology (CLIT), unbedingte Seriosität vorspiegeln. <em class="film">The Watermelon Woman</em> wurde bei der Berlinale 1996 mit dem Teddy für den Besten Spielfilm ausgezeichnet.