The Watermelon Woman

Cheryl, eine angehende Filmemacherin, lesbisch und Schwarz, jobbt in einer Videothek. Bei Recherchen zu Schwarzen Lesben in der Filmgeschichte stößt sie auf eine Nebendarstellerin im Südstaatenmelodram Plantation Memories, die im Vorspann als „The Watermelon Woman“ ausgewiesen ist. In Interviews und mit Found-Footage-Ausschnitten klärt Cheryl ihre Identität: Fae Richards war als Sängerin eine Club-Größe in Philadelphia und sie hatte eine Beziehung mit der weißen Regisseurin des Films, was deren Schwester jedoch bestreitet. Aufklärung erhofft sich Cheryl von Faes langjähriger, allerdings hochbetagter Lebensgefährtin.
Höchst sinnlich verwirbelt Cheryl Dunye die „Queer Media Studies“ mit einem Crush ihrer Heldin für eine weiße Akademikerin. Zugleich liefert ihre Mockumentary ein profundes Beispiel für die Aneignung der eigenen Geschichte durch eine ausgeblendete Minorität mit Mitteln der Fiktion, wobei ihre Interviews, unter anderem mit der Kulturhistorikerin Camille Paglia im (fiktiven) Center for Lesbian Information and Technology (CLIT), unbedingte Seriosität vorspiegeln. The Watermelon Woman wurde bei der Berlinale 1996 mit dem Teddy für den Besten Spielfilm ausgezeichnet.
von Cheryl Dunye (Regie, Buch)
mit Cheryl Dunye, Guinevere Turner, Valerie Walker, Lisa Marie Bronson, Cheryl Clarke, Irene Dunye, Brian Freeman, Ira Jeffries, Camille Paglia
USA 1996 Englisch 83' Farbe Altersfreigabe FSK 0

TEDDY 40

The Watermelon Woman feierte seine Berlinale-Premiere 1996 im Panorama.

Mit

  • Cheryl Dunye
  • Guinevere Turner
  • Valerie Walker
  • Lisa Marie Bronson
  • Cheryl Clarke
  • Irene Dunye
  • Brian Freeman
  • Ira Jeffries
  • Camille Paglia

Stab

Regie Cheryl Dunye
Buch Cheryl Dunye
Kamera Michelle Crenshaw
Montage Annie Taylor
Musik Bill Coleman
Sound Design Jack A. Mehlbaum
Szenenbild Robert Holtzman
Kostüm Solomon Wise
Casting Keelyn Bradley
Produzent*innen Alexandra Juhasz, Barry Swimar
Executive Producer Michael Light

Zusatzinformationen

DCP: The Film Collaborative Preserved by the UCLA Film & Television Archive. Preservation funded by 13th Gen, Outfest, The Andrew J. Kuehn Jr. Foundation, TIFF, First Run Features and Yves Averous.

Cheryl Dunye

1966 in Liberia geboren, aufgewachsen in Philadelphia. Ihre Filme liefen auf zahlreichen Festivals, etwa Black Is Blue, der weltweit eine Reihe von Preisen erhielt. 2012 war sie mit der queeren Komödie Mommy Is Coming im Berlinale Panorama vertreten. Seit 2017 liegt ihr Fokus auf der Regie von Serienformaten.

Filmografie (Auswahl)

2014 Black Is Blue; Kurzfilm · Brother from Another Time; Kurzfilm 2012 Mommy Is Coming 2004 My Baby's Daddy 2000 Stranger Inside 1996 The Watermelon Woman 1994 Greetings from Africa; Kurzfilm 1993 The Potluck and the Passion; Kurzfilm 1991 She Don't Fade; Kurzfilm 1990 Janine; Kurzfilm

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026