Lúa vermella

Red Moon Tide
In einem galicischen Küstendorf ist das Leben zum Erliegen gekommen. In Bewegung sind noch nur das Licht über der Bucht, die Dünung, das im Fluss dahinwirbelnde Seegras und die Tiere, die von niemandem beachtet durch die dunklen Häuser ziehen. Reglos und in verschiedenen Körperhaltungen gefangen, stehen die Menschen aus dem Dorf im Watt, auf der Straße, am Staudamm und neben dem Felsen, der wie die Welle aussieht, die Rubios Boot versenkt, den Fischer in die Tiefe gezogen und den Fluch ausgelöst hat. Aus dem Off hören wir ihre Erzählungen, die sich überlagern und keine lineare Geschichte ergeben, sie sprechen über ihre Zwangslage, über Warnungen in der Vergangenheit, über Rubio, den roten Mond, die Bestie und das Meer. Alles wirkt so wie heute, dabei sollen schon tausend Jahre vergangen sein. Die Starre wird sich bald lösen, von einem Berg sind drei Hexen herabgestiegen, man hört Schritte auf feuchtem Untergrund, der Druck auf dem Staudamm wächst, es blitzen Schuppen aus dem Wasser herauf. Sagen über das trügerische Meer, ertrunkene Seeleute und Ungeheuer aus der Tiefe sind uralt, die Karte am Anfang des Films legt es nahe, aber wie enden sie in der Gegenwart?
von Lois Patiño
mit Ana Marra, Carmen Martínez, Pilar Rodlos, Rubio de Camelle
Spanien 2019 Galicisch 84’ Farbe

Mit

  • Ana Marra (Meiga)
  • Carmen Martínez (Meiga)
  • Pilar Rodlos (Meiga)
  • Rubio de Camelle (Rubio)

Stab

Regie, Buch Lois Patiño
Kamera Lois Patiño
Montage Pablo Gil Rituerto, Óscar de Gispert, Lois Patiño
Sound Design Juan Carlos Blancas
Ton Aníbal Menchaca
Production Design Jaione Camborda
Kostüm Judith Adataberna
Regieassistenz Adrián Orr
Production Manager Nati Juncal Portas
Produzent*in Felipe Lage Coro
Ausführende*r Produzent*in Felipe Lage Coro
Koproduzent*in Iván Patiño
Koproduktion Amanita Studios Monforte de Lemos, Spanien

Lois Patiño

Geboren 1983 in Vigo, Spanien. Er studierte Psychologie an der Universität Complutense in Madrid. Seine Filmausbildung absolvierte Patiño am Centro Universitario de Artes sowie an der New York Film Academy. Er schloss sein Filmstudium mit dem Master im Bereich Creative Documentary an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona ab. Zusammen mit anderen entwickelte Patiño Workshops zu Videokunst und Installationen, u. a. an der Universität der Künste Berlin. Sein zweiter Spielfilm Lúa vermella (Red Moon Tide) wurde 2020 beim Forum uraufgeführt und im MoMA sowie auf über 50 weiteren Festivals gezeigt.

Filmografie

2012 Montaña en sombra (Mountain in Shadow); Kurzfilm · Na vibración (Into Vibration); Kurzfilm 2013 Costa da Morte (Coast of Death) · La imagen arde; Kurzfilm 2015 Noite sem distância (Night Without Distance); Kurzfilm 2017 Fajr; Kurzfilm 2020 Lúa vermella (Red Moon Tide) 2021 Sycorac; Kurzfilm 2022 El sembrador de estrellas (The Sower of Stars); Kurzfilm

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2022