The Attendant

Ein junger weißer Mann besucht eine Gemäldegalerie. Als das Museum schließt, bleibt er zurück und erregt in einem älteren schwarzen Museumswärter sexuelle Fantasien. Dabei verwandelt sich das aus dem 19. Jahrhundert stammende Gemälde „Sklaven an der Westküste Afrikas“ des französischen Künstlers François-Auguste Biard in eine Gruppe schwuler Ledermänner.
Mit aktivistischem Engagement und kulturhistorischem Sinn wirft Isaac Julien einen Blick auf sexuelle und rassistische Machtdynamiken. Der Film entstand mit Unterstützung des Black Audio Film Collective (1982-1998) unter dem Eindruck von Thatcherismus und Aids-Krise und thematisiert eindrucksvoll poetisch Imperialismus und queere Selbstbestimmung, Lust und Sterben.
von Isaac Julien (Regie, Buch), Mark Nash (Buch)
mit Thomas Baptiste, Cleo Sylvestre, John Wilson
Vereinigtes Königreich 1993 8' Farbe & Schwarz-Weiß

Mit

  • Thomas Baptiste (Museumswärter)
  • Cleo Sylvestre (Konservatorin)
  • John Wilson (Besucher)

Stab

Regie Isaac Julien
Buch Isaac Julien, Mark Nash
Kamera Nina Kellgren
Montage Robert Hargreaves, James Bygrave
Musik Jimmy Somerville, Gary Butcher
Ton Trevor Mathison, Edward George
Ausstattung Mick Hurd
Kostüm Annie Curtis Jones
Produzent*in Mark Nash
Koproduktion Channel 4 London

Weltvertrieb

Normal Films

London, Großbritannien

Produktion

Normal Films

London, Großbritannien

Isaac Julien

Der 1960 in London geborene Künstler und Filmemacher zeigte seinen Debütfilm Looking for Langston 1989 im Panorama und wurde mit dem Teddy Award ausgezeichnet. Young Soul Rebels gewann 1991 den Kritikerpreis der Semaine de la Critique in Cannes. 2008 erhielt er den Special Teddy für Derek über Derek Jarman. Seine Filme und Installationen wurden vielfach in renommierten internationalen Museen gezeigt, zuletzt widmete das Tate Britain in London ihm eine Soloausstellung, die auch in Deutschland und den Niederlanden gezeigt wurde. Julien ist Professor für Kunst an der University of California Santa Cruz und leitet dort gemeinsam mit Mark Nash das Moving Image Lab. Er erhielt den Charles Wollaston Award der Royal Academy of Arts sowie den Goslarer Kaiserring und wurde 2022 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

Filmografie (Auswahl)

1983 Who Killed Colin Roach?; Kurzfilm 1984 Teritories; Kurzfilm 1986 The Passion of Remembrance (Die Leidenschaft der Erinnerung); Co-Regie 1987 This Is Not an AIDS Advertisement; Kurzfilm 1989 Looking for Langston; Kurzfilm 1991 Young Soul Rebels 1993 The Attendant; Kurzfilm 1994 The Darker Side of Black; Dokumentarfilm 1996 Frantz Fanon, Black Skin White Mask; Dokumentarfilm 2002 BaadAsssss Cinema; Dokumentarfilm 2008 Derek; Dokumentarfilm 2010 Better Life 2014 Playtime 2019 Lessons of the Hour 2025 Once Again... (Statues Never Die); Kurzfilm

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2025