Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Etwas tut weh

Something Hurts

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Ein kleines Mädchen im Sonntagskleid, das am Waldrand Blumen pflückt; eine Jugendliche mit modischer Manchester United-Jacke, die auf dem Mofa ins Dorf braust; und die Filmemacherin in Jeans, die den Ort mit raschem Schritt durchmisst: Die drei Figuren des Films kann man als verschiedene Lebensstadien der Regisseurin interpretieren. Sie spricht aus dem Off und erzählt dabei vom Haus ihrer Kindheit, das zerstört an der Dorfstraße steht, „Fenster eingeschlagen, Türen aufgebrochen“. Die beiden jüngeren Protagonistinnen betreten es heimlich, stöbern im Schutt und finden alte Zeitschriften, Postkarten, Fotos, Kleider, Schuhe. Die Stimme erzählt auch von verstorbenen Angehörigen: von der Tante, der Mutter, dem Vater, der als Frontsoldat starb, der Oma, die im Haus einen Laden betrieb, und dem Großvater, der nicht für Hitler stimmte und daraufhin als Eigenbrötler abgestempelt und ausgegrenzt wurde … Recha Jungmann ist ihrer Kindheit voller „Ängste und Zerwürfnisse“ nachgegangen. In der Filmerzählung wird die Erinnerung an ihre Familie lebendig: „Ich suche sie. Und kann sie nicht erreichen. Etwas tut weh.“

von
Recha Jungmann

Bundesrepublik Deutschland 1980

Deutsch

74’ · Farbe · 2K DCP

Digital restaurierte Fassung 2018. Ein Restaurierungsprojekt der Kinothek Asta Nielsen e.V. und des DFF.

Mit

Simone Maul
Anja Burak
Hermann Schäfer
Anni Schäfer
Walter Mopser
Franz Hartmann
Joseph Schäfer
Recha Jungmann
und Einwohner des Dorfes Welkers/Rhön

Stab

Regie, Buch
Recha Jungmann
Kamera
Rüdiger Laske, Marian Czura
Montage
Ilona Grundmann, Esther Dayan
Musik
Frank Wolff
Ton
Margit Eschenbach, Peter Klemens, Gerhard Waal
Regieassistenz
Kerstin Räder
Produzenten
Lothar Spree, Recha Jungmann

DCP: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main