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Jahre nachdem sie ihm vom Feuertod ihrer Eltern berichtet hat, an dem sie sich – zu Recht oder zu Unrecht – schuldig fühlt, begegnet der japanische Psychiater Dr. Sanada seiner ehemaligen Patientin Azusa ein zweites Mal. Damals hat sie ihm an den Kopf geworfen, er sei nicht geschaffen für seinen Job. Damals ist ihm entfahren, sie sei auch nicht verrückt. Diesmal ist die in Los Angeles in prekären Verhältnissen lebende Prostituierte des Mordes verdächtig, wieder nähert sich ihre Erinnerung einem Feuer. Sanada verhört sie in Gegenwart eines Ermittlers, der kein Japanisch zu verstehen scheint. Ist Azusa diesmal wirklich psychisch krank? War sie es damals schon? Und warum bringt ihn die Beschreibung ihrer Peiniger so sehr aus der Fassung?
Kaori Momois auf Motiven einer Geschichte von Fuminori Nakamura basierender Film lässt sich auf kein Narrativ reduzieren. Er ist eine Performance, lückenhaft, einseitig, widersprüchlich, mit einer sich als Regisseurin rücksichtslos selbst demontierenden Darstellerin, die zum Zuhören nötigt, zum Hinschauen, zum Zweifeln. Nur die Ungewissheit ist gewiss in ihrer herausfordernden Montage von Fragmenten, in denen der Ton dem Text permanent widerspricht.

Japan 2016, 72 Min

von

Kaori Momoi

mit

Kaori Momoi
Yugo Saso
Ayako Fujitani
Chris Harrison

Weltvertrieb

Free Stone Productions