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Inertia

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Mit einem Schrei schreckt Mira Segal morgens aus dem Schlaf, um dann festzustellen, dass ihr Mann Benny verschwunden ist. In ihrem Traum war ihm etwas zugestoßen. Jetzt sucht sie ihn, meldet ihn als vermisst, hängt Zettel mit seinem Foto aus. Monate vergehen, ohne dass Benny zurückkehrt. Mira scheint langsam Gefallen an der Situation zu finden.
Der Film schafft eine Atmosphäre, die selbst zuweilen traumartige Züge trägt. Nur dass aus Miras Alptraum jetzt fast ein Wunschtraum wird. Die Intensität, mit der Alltägliches wahrgenommen wird, fast bizarre Schauplätze, ungewöhnliche Kameraperspektiven, Beschleunigung und Verlangsamung der Handlung und ein sparsam eingesetzter, für den Film komponierter Soundtrack sind die Mittel, mit denen Idan Haguel hier arbeitet und die immer schon den Film als adäquateste Kunst erscheinen ließen, um ein Traumgeschehen authentisch abzubilden. Es ist ein Vergnügen, die verwendeten Symbole, wie z.B. Wasser, zu deuten, oder die Gruselgeschichten zu interpretieren, die Miras Mutter über Ehe und Familie erzählt. Kommt Benny zurück? Oder hält das Leben vielleicht so viele Versuchungen bereit, wie es chromglitzernde Wasserhähne im Baumarkt gibt?

Israel 2015, 72 Min

von

Idan Haguel

mit

Ilanit Ben Yaakov
Mohammad Bakri
Galia Yshay
Ami Weinberg

Weltvertrieb

Oration Films