Berlinale: Programm


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Strom

Electricity

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Strom zeigt Interviews mit fünf Menschen, die ihre Stromrechnung nicht zahlen können. Sie leben unterhalb der Armutsgrenze, ohne Licht und Wärme, in Großstädten oder in deren Umland. Die Berliner Künstlerin Laurence Grave spielt eine Figur, die Aspekte dieser fünf Menschen auf sich vereint. Sie sitzt in ihrem verlassenen Apartment, lauscht, tastet und fühlt sich eingeschränkt und ausgeschlossen. Gleichzeit nimmt sie die Lichtverhältnisse vor ihrem Fenster, den Wechsel von Tag und Nacht, verstärkt wahr. Zwischen dem hellen Sonnenlicht am Tag und den grellen Autoscheinwerfern in der Nacht, die beide ihre Zimmerwände wie eine Kinoleinwand bespielen, hält sich hartnäckig ein gedämmtes Licht in den Räumen. Die Geräusche, die sich in ihr Apartment schleichen, klingen ihr fremd.
Die interviewten Menschen lesen ihre transkribierten Antworten für die Kamera vor – ein Verfahren, dass die Interviewsituation entspannen soll und den Befragten eine interpretative Distanz zu sich selbst verschafft.
Sie erzählen davon, wie sie erst die Arbeit, dann den Strom und dann die Hoffnung verloren, und wie sie schließlich clevere Lösungen für ihre prekären Situationen fanden.
Zum Schluss erhebt sich die Schauspielerin aus ihrer düsteren Welt und schwingt sich auf in schwindelnde Höhen. Sie verschießt ihre eigenen elektrischen Blitze und ändert die Regeln des Spiels.
Elektra triumphiert!

Deutschland 2015, 81 Min

von

Eva C. Heldmann