Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Perspektive Deutsches Kino

Flammend' Herz

Blue Skin

FLAMMEND’ HERZ

Die drei Männer sind zwischen 85 und 91Jahre alt und sie haben eine Leidenschaft – das Tätowieren. Sonst gibt es nichts, was sie verbindet. Der eine ein Sohn aus großbürgerlicher Familie, der Zweite ein erfolgreicher Handwerker und der Dritte ein Seemann, wie er im Bilderbuch steht, – sie können kaum unterschiedlicher sein. Und doch verbindet sie eine Freundschaft, die schon über 50 Jahre andauert.
Karlmann Richter, Jahrgang 1913, lebte 60 Jahre lang das großbürgerliche Leben, in das er hineingeboren wurde. Anfang der 70er Jahre verließ er am Abend vor Weihnachten seine Frau und vier Kinder, um sich als Tätowierer selbstständig zu machen.
Das erste Geschäft dieser Art hatte Herbert Hoffmann in Hamburg-St. Pauli schon 1961 eröffnet. Damals war der Schlachterssohn aus Pommern
42 Jahre alt. Seinen Traum von der ersten Tätowierstube in Deutschland verwirklichte er mit großer Zielstrebigkeit.
Der Dritte im Bunde ist Albert Cornelissen, Jahrgang 1913. Er wuchs in einer klassischen Arbeiter- und Seefahrerfamilie auf und befuhr die sieben Weltmeere als Seemann. Mit seiner Familie betrieb er jahrelang ein Tattoomobil, bis er sich in Hamburg selbstständig machte.
Die drei ungleichen Männer frönten ihrer Tätowierleidenschaft in einer Zeit, in der Tattoos geächtet und verpönt waren. FLAMMEND’ HERZ erzählt von Moral und Begehren, von ungeheurer Kraft und allzu menschlicher Schwäche.

Deutschland / Schweiz 2003, 90 Min

von

Andrea Schuler, Oliver Ruts