Über fünf Jahre dokumentiert Pepa Lubojacki vier Familienmitglieder, allen voran Bruder David, der alkoholabhängig und ohne Obdach ist. In einer hochpersönlichen, tagebuchartigen Collage unternimmt Lubojacki den Versuch, die Wurzeln generationenübergreifenden Unglücks freizulegen, das seinen Ausdruck immer wieder in schweren Suchterkrankungen findet. Dabei verschmelzen Textskulpturen, Langzeitbeobachtung, Synthie-Beats und mit KI animierte Fotografien aus der Kindheit zu einer markant-verspielten, schonungslosen und doch liebenden Offenlegung. <em class="film">If Pigeons Turned to Gold</em> ist Kapitulation und Hoffnungsschimmer gleichermaßen, Kraftakt und Lösungsprozess. Pepa Lubojacki bringt die Vergangenheit zum Sprechen und schafft auf diese Weise einen Kontext, der David und die ebenfalls suchtkranken Cousins dem richtenden Urteil der Außenwelt entzieht – und auch deren Ignoranz. In der behutsamen Begegnung werden sie für einen Moment erneut zu einsamen Kindern. Weniger auf der Suche nach Schuld als nach Heilung, steht am Ende die Möglichkeit einer Transformation, versinnbildlicht im verfallenen Haus des Vaters, das Pepa in einen geschützten Ort verwandelt: Home, I’m coming.