Cesarean Weekend

Die Stimmung in der Sommervilla im Norden Irans, nahe dem Kaspischen Meer, ist ausgelassen. Milad und Armin verbringen mit Freund*innen ein Wochenende, getragen von selbstverständlicher Nähe. Die Nachricht, dass Bita von Milad schwanger ist, trägt zur Fragilität ihrer Beziehung bei. Am nächsten Morgen treten die Väter der Gastgeber auf den Plan, jede Figur mit eigenen Brüchen. Die Konfrontation der Generationen als Durchqueren des Hauses und seiner Übergänge: Kindsein/Elternsein, Nähe/Entzug, Begehren/Verantwortung. Die Villa als soziale Partitur verbaler und körperlicher Begegnungen. Moralische Zuschreibungen verweigert der Film. Das Meer beobachtet; Musik übernimmt dort, wo die Sprache endet. Statt ein politisches Statement zu formulieren, wird das Bild einer parallelen sozialen Welt gezeichnet – Menschen jenseits vorgegebener Rollen, Zuneigung und Männlichkeit im Wandel. Shirvanis Arbeitsweise ist zentral für diese Offenheit: Ohne Proben und mit Live-Regie direkt hinter der Kamera entsteht ein Kino der Präsenz, in dem Kontrolle und Improvisation untrennbar ineinandergreifen. Körper sind Raum und Dauer ausgesetzt. Haut wird zur Erfahrungsfläche, bevor die Bedeutung greift.
von Mohammad Shirvani (Regie, Buch)
mit Nader Mashayekhi, Peyman Yeganeh, Milad Ahmadzadeh, Armin Shirvani, Bita Jamshidi
Iran 2026 Farsi 93' Farbe Weltpremiere

Mit

  • Nader Mashayekhi
  • Peyman Yeganeh
  • Milad Ahmadzadeh
  • Armin Shirvani
  • Bita Jamshidi

Stab

Regie Mohammad Shirvani
Buch Mohammad Shirvani
Kamera Mohammad Shirvani
Montage Mohammad Shirvani
Musik Reza Rostamian
Sound Design Oveis Derakhshan
Casting Mohammad Shirvani
Produzent*in Mohammad Shirvani
Executive Producer Mohammad Shirvani

Produktion

Alternative Film Lab

Teheran, Iran

Mohammad Shirvani

Mohammad Shirvani, geboren 1973 in Teheran, ist ein unabhängiger iranischer Filmemacher und Produzent. Seit sein erster Kurzfilm The Circle 1999 für die Semaine de la Critique in Cannes ausge-wählt wurde, hat er über 20 Kurz-, Lang- und Dokumentarfilme realisiert. Sein Spielfilmdebüt Navel (2003) markierte einen Wendepunkt für das Underground-Kino im Iran. Sein zweiter Spielfilm Fat Shaker (2013) gewann den Tiger Award beim IFFR (Rotterdam). Seit 2012 unterstützt er unabhängiges Filmschaffen im Iran durch das Alternative Film Lab in Teheran. Seine Filme wurden weltweit auf Festivals gezeigt.

Filmografie

1999 The Circle; Kurzfilm 2000 The Candidate; Kurzfilm 2001 To Consent; Kurzfilm · Souvenir; Kurzfilm 2002 Navel; Kurzfilm · The Cherries Which Were Canned; Kurzfilm 2003 Iranian Conserve; Kurzfilm 2005 The Calm City; Kurzfilm · President Mir Qanbar 2006 Where Is Leili? 2007 444 Days 2008 Seven Blind Women Filmmakers 2009 Iranian Cookbook 2010 021, Tehran 2011 Telescope 2013 Fat Shaker 2014 Six Eyes; Kurzfilm 2026 Cesarean Weekend

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026