In einer Industriestadt in der chinesischen Provinz Guangdong bestimmt die riesige Geflügelfabrik alles – die Wirtschaft, den Rhythmus der Tage, die Gestaltung der Zukunft. Die 13-jährige Li Yan lebt bei ihrer Großmutter, die entschlossen ist, ihrer Enkelin durch eine familiäre Verbindung zum Manager Wang einen Job in der Fabrik zu verschaffen. Li Yan wehrt sich mit dem einzigen Mittel, das ihr zur Verfügung steht: kleinen, rätselhaften Störmanövern. Auf dem morgendlichen Markt praktiziert sie ein eigenwilliges Ritual: Sie tauscht Gegenstände zwischen den Ständen aus, ohne sie für sich zu beanspruchen, und ordnet die Dinge neu an – einfach, weil sie es kann. Nach einem Besuch im Schlachthaus beschäftigt Li Yan eine Frage, die ihr niemand richtig beantworten kann: Wo beginnt das Leben? Sie beobachtet, wie Hühner lautlos auf Förderbändern transportiert werden, um betäubt, gerupft und zerlegt zu werden. 21 Tage bis zum Schlüpfen, 32 bis zur Reife, dann die Schlachtung. Ihre Großmutter weist ihre Fragen zu Eiern und Befruchtung irritiert zurück und will sie mit Volksweisheiten abspeisen. Doch Li Yan lässt das Thema nicht los.