Restitucija, ili, San i java stare garde

Eighty Plus
Gerade ist 80+ Milan Kovačević alias Stevan Arsin dabei, in einem Wiener Antiquariat Schallplattenaufnahmen seiner Jazzband aus den 1960ern, den „Montenegro Five“, zu erwerben, da läutet das Mobiltelefon und eine Immobiliengutachterin aus Novi Sad teilt mit, dass ihm der serbische Staat das während des Zweiten Weltkriegs enteignete Familien-Haus zurückerstatten will. Restitution, guter Wille: Der freundliche Herr mit dem schon stark gebeugten Rücken und seinem ganz eigenen Tempo macht sich mit Forscherin Nina auf den Weg in die alte Heimat, die aus viel Habsburg und noch mehr Neuserbien besteht – und nur wenig Ex-Jugoslawien. Entlang der von Želimir Žilnik (wie sein Held 80+ und dabei jugendlich-frech-augenzwinkernd-lustig-spitzfindig wie eh und je) ausgelegten Fährten einer trickreichen Laiendarsteller-Doku-Fiktion mit Alters-Charme bereist Stevan das postsozialistische Land und trifft auf Familie, Freunde, alte Lieben und neue Hindernisse. 1969 gewann Žilnik den Goldenen Bären für Early Works, nun ist die Zeit der Late Works gekommen: Das Bonding mag weniger radikal sein (soft touch matters), das Auge für das Politisch-Soziale an den Rändern aber ist scharf.
von Želimir Žilnik (Regie, Buch), Tanja Šljivar (Buch)
mit Milan Kovačević, Milivoj Kiždobranski, Vera Hrćan Ostojić, Mirjana Gardinovački, Lidija Stevanović, Katharina Gualtieri, Radoje Čupić, Nina Stamenković
Serbien / Slowenien 2025 Serbisch, Deutsch 118' Farbe Weltpremiere

Mit

  • Milan Kovačević
  • Milivoj Kiždobranski
  • Vera Hrćan Ostojić
  • Mirjana Gardinovački
  • Lidija Stevanović
  • Katharina Gualtieri
  • Radoje Čupić
  • Nina Stamenković

Stab

Regie Želimir Žilnik
Buch Želimir Žilnik, Tanja Šljivar
Kamera Jovan Milinov
Montage Vuk Vukmirović
Sound Design Aleksandar Stojšin
Szenenbild Ivana Jančić
Produzent*in Sarita Matijević Žilnik
Koproduzent*innen Želimir Žilnik, Miha Černec

Produktion

Playground produkcija

Novi Sad, Serbien

Koproduktion

Zilnik produkcija

Sremska Kamenica, Serbien

Staragara

Ljubljana, Slowenien

Tramal Films

Ljubljana, Slowenien

Weltvertrieb

EXPOBLVD

Sterling, USA

Želimir Žilnik

Želimir Žilnik, Künstler und Filmemacher, wurde 1942 in Novi Sad, Serbien, geboren. Žilnik hat über 50 Spiel- und Kurzfilme gedreht, die auf Filmfestivals in Berlin, Toronto, Rotterdam, Moskau und Oberhausen gezeigt wurden. Seit den späten 1960er Jahren haben ihm seine sozial engagierten Filme Auszeichnungen eingebracht, aber er sah sich in den 1970er und 1990er Jahren auch mit Zensur konfrontiert, weil er den Regierungsapparat kritisierte. Seine Fähigkeit, aus dem Alltag gewöhnlicher Menschen fesselnde Erzählungen zu entwickeln, zieht sich als roter Faden durch sein Werk.

Filmografie (Auswahl)

1969 Rani radovi (Early Works); IFB Wettbewerb 1976 Paradies. Eine imperialistische Tragikomödie (Paradise. An Imperialist Tragicomedy); Kurzfilm 1980 Bolest i ozdravljenje Bude Brakusa (The Illness and Recovery of Buda Brakus) 1984 Druga generacija (The Second Generation) 1986 Lijepe žene prolaze kroz grad (Pretty Women Walking through the City) 1988 Bruklin-Gusinje (Brooklyn-Gusinje) · Tako se kalio čelik (The Way Steel Was Tempered) 1994 Tito po drugi put među Srbima (Tito among the Serbs for the Second Time) 1995 Marble Ass; IFB Panorama 2000 Trdnjava Evropa (Fortress Europe) 2007 Kenedi se ženi (Kenedi is Getting Married) 2009 Stara škola kapitalizma (The Old School of Capitalism) 2015 Destinacija_Serbistan (Logbook_Serbistan) 2018 Das schönste Land der Welt (The Most Beautiful Country in the World) 2025 Restitucija, ili, San i java stare garde (Eighty Plus)

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2025