Iracema, uma transa amazônica

Iracema
Iracema, eine indigene Teenagerin, hat ihre Familie verlassen und schlägt sich in der Stadt Belém do Pará mit Prostitution durch. Sie trifft auf den ebenso großmäuligen wie skrupellosen Lastwagenfahrer Tião Brasil Grande, einen Apologeten des brasilianischen Wirtschaftswunders und der Militärdiktatur, und doch ein kleiner Fisch. Er ist auf dem neu gebauten Trans-Amazonian Highway unterwegs und macht sein Geld mit illegalen Edelhölzern. Und er nimmt Iracema zunächst mit, um sie dann ihrem brutalen Schicksal zu überlassen. Dieses Glanzstück des Cinema Novo ist ein dokumentarisch-fiktionales Roadmovie, das konsequent entlang der Verwüstungen des extraktiven Kapitalismus neokolonialer Färbung erzählt. Entstanden ist der Film in einem Gebiet des Amazonas, das damals eine nationale Sicherheitszone unter strenger militärischer Kontrolle war. Iracema ist eine einschneidende Guerillafilmreise durch eine Realität, die bis heute gilt: Landvertreibung, Waldbrände, Abholzung, Sklavenarbeit und Kinderprostitution. Die Leidtragenden waren und sind in erster Linie die indigene Bevölkerung, Mädchen und Frauen. Weltpremiere der von Montanha Russa Cinematográfica restaurierten Fassung.
von Jorge Bodanzky (Regie), Orlando Senna (Regie, Buch)
mit Edna de Cássia, Paulo César Pereio, Lúcio dos Santos, Conceição Senna, Elma Martins, Orlando Senna
Brasilien / Bundesrepublik Deutschland 1975 Portugiesisch 96' Farbe Weltpremiere der digital restaurierten Fassung

Mit

  • Edna de Cássia
  • Paulo César Pereio
  • Lúcio dos Santos
  • Conceição Senna
  • Elma Martins
  • Orlando Senna

Stab

Regie Jorge Bodanzky, Orlando Senna
Buch Orlando Senna
Kamera Jorge Bodanzky
Montage Eva Grundmann, Jorge Bodanzky
Musik Jorge Bodanzky
Sound Design Achim Tappen
Szenenbild Wolf Gauer, Achim Tappen, Malu Bodanzky
Produzent*innen Wolf Gauer, Jorge Bodanzky

Produktion

ZDF

Weltvertrieb

Gullane+

Zusatzinformationen

Restaurierung durch Montanha Russa Cinematográfica, https://www.montanharussa.com.br/

Jorge Bodanzky

Jorge Bodanzky, geboren 1942 in Brasilien, studierte am Institut für Filmgestaltung der HfG Ulm in Deutschland. Er begann seine Karriere als Fotograf und debütierte 1971 als Kameramann und Regisseur im Kino. Iracema (1975) initiierte seine auf das Amazonas-Gebiet fokussierten Filme, die er weiterhin produziert. Bis heute führte er bei mehr als 60 Spielfilmen Regie.

Filmografie (Auswahl)

1971 Caminhos de Valderez (Paths of Valderez); Koregie Hermano Penna 1975 Iracema; Koregie Orlando Senna 1973 Gitirana; Koregie Orlando Senna 1979 Jari 1980 O Terceiro Milênio (The Third Millenium) 2020 Utopia/Distopia 2024 As cores e amores de Lore (The Colors and Lovers of Lore)

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2025

Orlando Senna

Orlando Senna, geboren 1940 in Bahia in Brasilien, schrieb und realisierte über 30 Filme. Er begann als Journalist, drehte Dokumentarfilme, arbeitete am Theater, leitete die Escuela Internacional de Cine y TV in Havanna, Kuba, das Centro de Capacitación Cinematográfica in Mexiko und den brasilianischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender EBC. Er hatte auch das Amt des Ministers für Audiovisuelles in Brasilien inne.

Filmografie

1969 A construção da morte (The Construction of Death) 1975 Iracema; Koregie Jorge Bodanzky 1976 Gitirana; Koregie Jorge Bodanzky 1977 Diamante bruto 1987 Brascuba; Koregie Santiago Álvarez 2018 2018: A Idade da Água 2020 Longe do Paraís (Far from Paradise)

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2025