Die bleierne Zeit

The German Sisters
Marianne und Juliane sind Pastorentöchter. Die jüngere der beiden, Marianne, hat sich dem „bewaffneten Kampf“ in der Bundesrepublik verschrieben und ist in den politischen Untergrund abgetaucht. Juliane ist Redakteurin einer feministischen Frauenzeitschrift; den Radikalismus ihrer Schwester verurteilt sie. Als Marianne verhaftet wird, besucht Juliane sie wiederholt im Gefängnis. Ihre Gespräche berühren auch die gemeinsame Kindheit: die strenge Erziehung des Vaters, die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs, den Schrecken der NS-Verbrechen und frühe Formen jugendlicher Rebellion. Als man Marianne tot in ihrer Zelle findet, will Juliane nicht an Selbstmord glauben … „Die deutschen Schwestern“ lautete der Arbeitstitel des Films, in dem Margarethe von Trotta vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund der RAF eine Familientragödie aus dezidiert weiblicher Sicht entfaltet und den Terrorismus in Beziehung zu den repressiven, „bleiernen“ 50er-Jahren setzt. Dabei orientierte sie sich am Schicksal von Gudrun und Christiane Ensslin und widmete letzterer den Film. Für Die bleierne Zeit wurde die Regisseurin bei den Filmfestspielen in Venedig als erste Frau mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.
von Margarethe von Trotta
mit Jutta Lampe, Barbara Sukowa, Rüdiger Vogler, Doris Schade, Verena Rudolph, Luc Bondy, Franz Rudnick, Julia Biedermann, Ina Robinski, Carola Hembus, Margit Czenki
Bundesrepublik Deutschland 1981 Deutsch 107’ Farbe Altersfreigabe FSK 16

Mit

  • Jutta Lampe
  • Barbara Sukowa
  • Rüdiger Vogler
  • Doris Schade
  • Verena Rudolph
  • Luc Bondy
  • Franz Rudnick
  • Julia Biedermann
  • Ina Robinski
  • Carola Hembus
  • Margit Czenki

Stab

Regie, Buch Margarethe von Trotta
Kamera Franz Rath
Montage Dagmar Hirtz
Musik Nicolas Economou
Ton Vladimir Vizner
Ausstattung Georg von Kieseritzky
Kostüm Monika Hasse, Jorge Jara
Produzent*in Eberhard Junkersdorf
Redaktion Christa Vogel, Jürgen Sehmisch

Zusatzinformationen

DCP: Studiocanal, Berlin

Margarethe von Trotta

Geboren 1942 in Berlin. Studium der Germanistik und Romanistik in München und Paris. Schauspielschule in München. Neben Theaterengagements Rollen in Filmen von Fassbinder, Achternbusch und Schlöndorff, mit dem sie auch als Autorin und Co-Regisseurin zusammenarbeitete. 1977 Regiedebüt mit Das zweite Erwachen der Christa Klages. Mit ihren Filmen Die bleierne Zeit (1982), Heller Wahn (1983), Die Rückkehr (1991), Das Versprechen (1995), Rosenstraße (2004) und Die abhandene Welt (2015) war sie Gast der Berlinale.

Filmografie (Auswahl, als Regisseurin)

1975 Die verlorene Ehre der Katharina Blum; Co-Regie; Regie: Volker Schlöndorff · Die verlorene Ehre der Katharina Blum; Co-Regie; Regie: Volker Schlöndorff 1978 Das zweite Erwachen der Christa Klages · Das zweite Erwachen der Christa Klages 1979 Schwestern oder Die Balance des Glücks · Schwestern oder Die Balance des Glücks 1981 Die bleierne Zeit · Die bleierne Zeit 1983 Heller Wahn · Heller Wahn 1985 Rosa Luxemburg · Rosa Luxemburg 1987 Felix · Felix 1988 Paura e amore (Fürchten und Lieben) · Paura e amore (Fürchten und Lieben) 1990 L'africana (Die Rückkehr) · L'africana (Die Rückkehr) 1993 Il lungo silenzio (Zeit des Zorns) · Il lungo silenzio (Zeit des Zorns) 1994 Das Versprechen · Das Versprechen 1997 Winterkind; TV-Film · Winterkind; TV-Film · Lulu · Lulu 1998 Dunkle Tage; TV-Film · Dunkle Tage; TV-Film · Mit fünzig küssen Männer anders; TV-Film · Mit fünzig küssen Männer anders; TV-Film 1999 Jahrestage; TV-Miniserie · Jahrestage; TV-Miniserie 2003 Rosenstraße · Rosenstraße · Die andere Frau; TV-Film · Die andere Frau; TV-Film 2005 Ich bin die Andere · Ich bin die Andere 2006 Tatort; TV-Serie, Episode Unter uns · Tatort; TV-Serie, Episode Unter uns 2007 Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen · Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen 2009 Die Schwester; TV-Film · Die Schwester; TV-Film 2010 Mai per amore; TV-Miniserie, Episode La fuga di Teresa · Mai per amore; TV-Miniserie, Episode La fuga di Teresa 2013 Hannah Ahrendt · Hannah Ahrendt 2014 Die abhandene Welt · Die abhandene Welt 2017 Forget About Nick 2018 Auf der Suche nach Ingmar Bergman

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2020