Odem

Lipstikka
Lara ist Palästinenserin. Vor 13 Jahren schon hat sie Ramallah verlassen und ein neues Leben begonnen. Sie ist nach London gegangen, hat Michael geheiratet, wurde Mutter. Zusammen mit ihrem Mann und dem siebenjährigen James führt sie ein angenehmes Leben in einem besseren Teil der Stadt, vielleicht ist es ein bisschen lieblos, manchmal. Aber dann hilft ihr ein Schluck Wodka darüber hinweg.
Doch dann steht eines Tages Inam vor Laras Haustür, ihre Jugendfreundin aus Ramallah. Sofort ist die Spannung greifbar zwischen den beiden Frauen, schon als Inam sich in die Wohnung drängt, Lara nach dem Ehemann befragt (der zur Arbeit außer Haus ist) und übertrieben freundlich zu Laras kleinem Jungen ist. Es dauert nicht lange, und Lara wird klar, dass alles, was sie sich aufgebaut hat, durch Inams forsches Eindringen in Gefahr gebracht wird.
Denn die beiden Frauen teilen ein Geheimnis. Damals, im Westjordanland, verband die Freundinnen auch eine sexuelle Erfahrung. Eines Abends, 1994, während der Intifada, schlichen sie sich trotz Verbots in den jüdischen Teil Jerusalems, um sich im Kino einen Film anzusehen. Dort fielen sie zwei jungen israelischen Soldaten auf, die die beiden Mädchen für italienische Touristinnen hielten. Nach dem Film ging man gemeinsam etwas trinken. Doch was als jugendlicher Leichtsinn begann, nahm eine unerwartete Wendung. Was tatsächlich geschah, ist eine Frage der persönlichen Bewertung. Erinnerungen können trügen. Vor allem, wenn sie unsere tiefsten Ängste berühren …
von Jonathan Sagall
mit Clara Khoury, Nataly Attiya, Moran Rosenblatt, Ziv Weiner, Daniel Caltagirone
Israel / Großbritannien 2010 90’

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