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Filmdatenblatt

Forum

Geschichten vom Kübelkind

Stories of the Dumpster Kid

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Das Kübelkind (Kristine de Loup), wächst aus einer Plazenta. Frau Dr. Wohlfahrt von der Fürsorge findet es in einer Krankenhausmülltonne. In weiteren Folgen versucht sie, Kübelkind an Pflegeeltern zu vermitteln und in die Gesellschaft zu integrieren. Kübelkind geht in die Schule und in die Kirche. Stets in rotem Kleid und mit roten Strümpfen sieht es sich alles neugierig an, fragt immer etwas zu viel und nimmt sich, was es begehrt. Es klaut, hat Sex, verführt die einen und führt andere vor. Es begegnet Al Capone und d’Artagnan. Kübelkind ist dauernd in Gefahr, aber unsterblich.
Ula Stöckl und Edgar Reitz drehten Geschichten vom Kübelkind 1969 ausschließlich mit Freund*innen. Mit der Serie von 25 16-mm-Kurzfilmen unterschiedlicher Länge positionierten sie sich radikal außerhalb des Systems Kino. In einem Münchner Kneipenkino konnten die Gäste einzelne Folgen anhand einer Menükarte bestellen.
1971 liefen die Geschichten vom Kübelkind im 1. Internationalen Forum des Jungen Films. Nun wurde die Serie digital restauriert und kommt gemeinsam mit dem Dokumentarfilm Der Film verlässt das Kino: Vom Kübelkind-Experiment und anderen Utopien von Robert Fischer zur Wiederaufführung.

von
Edgar Reitz
Ula Stöckl

Deutschland 1971

Deutsch

220 Min · Farbe

Mit

Kristine de Loup (Das Kübelkind)
Bruno Bendel (Kreditfachmann)
Alf Brustellin (d'Artagnan / ein guter Mensch)
Ilse Brustellin (Schwiegermutter)
Hans-Heinrich Brustellin (Schwiegervater / Graf Rochefort)
Antje Ellermann (Hebamme)
Heidewig Fankhänel (Frau Dr. Wohlfahrt)
Peter Finkenstaedt (der junge Mönch)
Jacques Freers (Lord Winter)
Werner Herzog (Hurenmörder)

Stab

Regie, Buch
Edgar Reitz, Ula Stöckl
Kamera
Edgar Reitz
Schnitt
Jessy von Sternberg
Musik
Ekkehart Kühn
Ton
Guido Reitz
Produzent
Edgar Reitz

Biografie

Edgar Reitz

Geboren 1932 in Morbach, Hunsrück, Rheinland-Pfalz. Er studierte Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft und realisierte zahlreiche Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme. International bekannt wurde Reitz mit seiner Heimat-Trilogie.

Filmografie

1967 Mahlzeiten 1969 Cardillac 1971 Geschichten vom Kübelkind; 204 Min., Forum 1971, Co-Regie: Ula Stöckl 1973 Die Reise nach Wien 1979 Der Schneider von Ulm 1984 Heimat – eine Deutsche Chronik; 11 Teile 1992 Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend; 13 Teile 2004 Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende; 6 Teile 2013 Die andere Heimat

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2018

Ula Stöckl

Geboren 1938 in Ulm. Sprachstudium in London und Paris sowie Studium am Institut für Filmgestaltung in Ulm. Neben ihren Regiearbeiten für Kino und TV inszenierte sie auch am Theater. Ula Stöckl ist Associate Professor an der University of Central Florida (UCF), Orlando.

Filmografie (Auswahl)

1968 Neun Leben hat die Katze; 86 Min., Retrospektive 1977, Classics 2015 1972 Das goldene Ding; 90 Min., Forum 1972, Co-Regie: Alf Brustellin, Nikos Perakis, Edgar Reitz 1974 Ein ganz perfektes Ehepaar; 90 Min., Berlinale 1977 1976 Erikas Leidenschaften; 64 Min., Forum 1977 1984 Der Schlaf der Vernunft; 82 Min., Forum 1984 · Jakobs Tauben; Forum 1984, 45 Min. 1991 Das alte Lied; 82 Min., Forum 1992 2015 Die Widerständigen „also machen wir das weiter ...“; 87 Min., Panorama 2015, Co-Regie: Katrin Seybold

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2018

Produktion

Edgar Reitz Filmproduktion
edgar-reitz.com

Weltvertrieb

Edgar Reitz Filmstiftung