Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Berlinale Shorts Sonderprogramm

Kunst & Revolution

Art & Revolution

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„Die Anthologie ‚20 Aktions- und Destruktionsfilme 1965–1979‘ bildet ein in sich geschlossenes Werk von 20 Filmen mit einer Spieldauer von 1 Sekunde bis 10 Minuten und basiert auf Erfahrungen aus 15 Jahren Arbeit mit dem Medium Film. Die Filme 15. bis 19. sind Dokumentationen von Happenings der Wiener Aktionisten, darunter die aufsehenerregende Aktion in der Wiener Universität 1968, die nach tage- und wochenlanger Hetze durch die österreichischen Massenmedien zur Verhaftung der ‚Rädelsführer‘ Brus, Muehl und Wiener, einem Prozess und langen Freiheitsstrafen für Brus und Muehl sowie zur Emigration der Wiener Aktionisten führte.“

Kunst & Revolution ist eine Dokumentation über die berühmte Aktion ‚Uni-Ferkelei‘, die zu einem Schwurgerichtsprozeß führte. Ich hatte nur wenige Meter Film mit und diese bald verfilmt, dennoch gibt der Film einen ungefähren Eindruck der Ereignisse. Da sich um diese Veranstaltung bald ein Mythos bildete, habe ich, um diesem entgegenzuwirken, den Film verfremdet (Wiederholungen, Hinzufügung fremden Materials, beispielsweise aus einem Film über Hundehaltung, und Reste der von mir gefilmten Muehl-Aktion Nr. 54 ‚Im Freudenauer Wasser‘).“ Ernst Schmidt jr. dokumentierte in Teil Nr. 16 seiner Anthologie die Aktionen von Günter Brus, Otto Muehl, Peter Weibel und Oswald Wiener.

von
Ernst Schmidt jr.

Österreich 1968

stumm

Dokumentarische Form
2 Min · Farbe & Schwarz-Weiß · 16 mm

DCP: sixpackfilm, Wien

Mit

Günter Brus
Otto Muehl
Oswald Wiener
Dieter Haupt
Anastas
Herbert Stumpfl
Otmar Bauer
Franz Kaltenbäck

Stab

Regie
Ernst Schmidt jr.

Biografie

Ernst Schmidt jr.

Geboren 1938 in Hadersdorf am Kamp, Österreich, gestorben 1988 in Wien. Ausbildung an der Handelsschule zum kaufmännischen Angestellten, bevor er von 1961 bis 1963 die Filmschule an der Akademie für Musik und darstellende Kunst besuchte. Seit 1963 als unabhängiger Filmemacher tätig, der bis 1986 mehr als 50 Kurzfilme drehte. Versuch der Bildung von Filmgruppen, dadurch Bekanntschaft mit Kurt Kren und Ferry Radax. Ab 1966 arbeitete er als Filmpublizist für Zeitschriften in Deutschland, Österreich, Schweiz und veröffentlichte zahlreiche theoretische Werke zum Avantgardefilm. Er war Gründungsmitglied der Austria Filmmakers Cooperative, Mitbegründer der Grazer Autorenversammlung (1973) und Mitbegründer des Österreichischen Regieverbandes (1979). Schmidts umfangreicher Nachlass wird von der Gesellschaft für Film und Medien in Wien, Synema, verwaltet und wissenschaftlich aufgearbeitet.

Filmografie (Auswahl)

1965 Bodybuilding; Kurzfilm 1966 15. Mai 1966; Kurzfilm · Miliz in der Früh; Kurzfilm 1967 Rotweißrot; Kurzfilm 1968 Kunst & Revolution; Kurzfilm · Ja/Nein; Kurzfilm · Prost; Kurzfilm · Schnippschnapp; Kurzfilm · Hell's Angels; Kurzfilm · Denkakt; Kurzfilm 1971 Filmisches Alphabet; Kurzfilm 1977 The Merry Widow; Kurzfilm · Mein Begräbnis ein Erlebnis; Kurzfilm 1978 N; Kurzfilm 1979 Gesammelt von Wendy; Kurzfilm

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2018