Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Die Carmen von St. Pauli

Docks of Hamburg

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Als der Hamburger Bootsmaat Klaus Brandt im Hafen einen nächtlichen Dieb ertappt, ist sein Niedergang besiegelte Sache. Denn der Dieb entpuppt sich als junges, attraktives Mädchen, und der sonst so pflichtbewusste Seemann lässt es unbehelligt ziehen. Jenny ist der Star in einer Hafenkaschemme und macht mit Schmugglern gemeinsame Sache. Ihretwegen vernachlässigt Klaus zunehmend seinen Dienst, bis er entlassen wird. Der Verführungskraft Jennys vollends verfallen, lässt er sich in die dunklen Geschäfte der »Hafenratten« einspannen und gerät schließlich sogar in Verdacht, einen Rivalen ermordet zu haben, mit dem er um Jennys Gunst konkurrierte … Star-Kino vor dem Hintergrund einer authentischen Arbeitswelt: Unter Verwendung von zahlreichen Hafenansichten implementiert Die Carmen von St. Pauli den mythischen Nimbus einer »Seeräuber-Jenny« in eine vermeintliche Alltagsszenerie. Travellings entlang der Hafenkante verleihen dem Film geradezu neorealistische Züge. Dabei lebt die Geschichte vom leichten Mädchen unter schweren Jungs natürlich gerade von jener Romantik, die der Film mit Blick auf Hamburgs berühmtes Vergnügungsviertel als »gemacht« zu entlarven vorgibt.

von
Erich Waschneck

Deutschland 1928

deutsche Zwischentitel

96 Min · Schwarz-Weiß · 2K DCP

Mit

Jenny Jugo
Willy Fritsch
Fritz Rasp
Wolfgang Zilzer
Tonio Gennaro
Otto Kronburger
Walter Seiler
Charly Berger
Fritz Alberti
Max Maximilian
Betty Astor

Stab

Regie
Erich Waschneck
Buch
Bobby E. Lüthge
Kamera
Friedl Behn-Grund
Bau-Ausführung
Alfred Junge

Produktion

Universum Film AG (Ufa)

DCP: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden