Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2015

Preise und Ehrungen

13.02.2015:
Berlinale 2015: Gläserne Bären und Preise der Bundeszentrale für Politische Bildung bei Generation 14plus

Flocken, Prins, A Confession, Nelly

Die Mitglieder der Generation 14plus Jugendjury

Leila Albrecht
Jan Hendrik Blanke
Alina Neichel
Maya Viola Oppitz
Lotta Schwerk
David Siegmund-Schultze
Fabian Volkers

vergeben die folgenden Preise:

Gläserner Bär für den Besten Film: Flocken (Flocking)
von Beata Gårdeler, Schweden 2015
Am tiefsten beeindruckt hat uns ein Film, der seine bedrückende Spannung durchgängig hält. Eine Beschuldigung setzt eine voranschreitende Ausgrenzung in Gang, deren Mechanismen der Film präzise und intensiv erfahrbar macht. Überzeugend stellt er dabei die Rolle der Social Networks dar, in denen die Anonymität zu einem ungehemmten Aufbau von Aggressionen führt. Die unerwartete Entwicklung der Geschichte, fesselnde Dialoge und das großartige Schauspielensemble schaffen ein grandioses Gesamtwerk.

Lobende Erwähnung: Prins (Prince)
von Sam de Jong, Niederlande 2015
Hervorheben möchten wir einen Beitrag, der frech, dynamisch und voller Farben daherkommt. In ästhetisch komponierten Bildern führt er uns in die Welt eines Protagonisten, der hin- und hergerissen ist zwischen dem Wunsch nach Anerkennung und dem Willen, das Richtige zu tun. Der selbstironische Umgang mit Stereotypen, die kreative Kameraführung und die mitreißende Musik verleihen dem Film Kultcharakter.

Gläserner Bär für den Besten Kurzfilm: A Confession
von Petros Silvestros, Großbritannien 2015
Durch klare, monumentale Bilder erzeugt der Siegerfilm ein Spannungsverhältnis zwischen autoritärer Macht und sich in Gewalt entladender Ohnmacht. Mit wenigen Motiven schafft es der Film, eine enorme Spannung und Brisanz aufzubauen. Jahrelanges Schweigen, Verdrängen und Unterdrücken gipfeln schließlich in einem Schreckensszenario, das uns gefesselt und schockiert zurückließ.

Lobende Erwähnung: Nelly
von Chris Raiber, Österreich 2014
Verlust, Übergang, Jenseits: Mit seiner fesselnden Symbolik zeichnet dieser Kurzfilm auf poetische und surreale Weise einen Zustand zwischen Leben und Tod. Obgleich uns die rätselhafte Komposition der Bilder sofort in ihren Bann zog, war es vor allem die raffinierte Wendung, die den Film so außergewöhnlich macht und uns noch lange beschäftigte.

The Diary of a Teenage Girl, Nena, Coach, Tuolla puolen

Die Mitglieder der Internationalen Jury Generation 14plus

Sophie Hyde
Alix Madigan-Yorkin
Marten Rabarts

vergeben die folgenden Preise:

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den besten Langfilm, im Wert von € 7.500, gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung: The Diary of a Teenage Girl
von Marielle Heller, USA 2014
Mit seiner pulsierenden Filmsprache, verbunden mit einem makellosen Produktionsdesign, portraitiert dieser bemerkenswerte Debütfilm eine authentische und einzigartige junge Frau, die ihre eigene künstlerische Stimme und Kraft entdeckt. Für die herausragenden Charaktere, die durch eine brillantes Ensemble und deren Regisseurin ins Leben gerufen wurden, sowie die kompromisslose Ablehnung von gängigen Moralvorstellungen im Lichte menschlicher Komplexität, geht der Große Preis für den besten Langfilm an The Diary of a Teenage Girl von Marielle Heller.

Lobende Erwähnung: Nena (Viel mehr geht nicht)
von Saskia Diesing, Niederlande / Deutschland 2014
Angesiedelt in einem besonderen räumlichen und zeitlichen Setting kommentiert dieser Film kraftvoll das kontroverse Thema der Sterbehilfe und macht uns klar, wer am Ende die Verantwortung trägt, wenn Recht und Gesetze nicht mehr greifen. Wegen seiner schwarz-ironischen Farbe und der fesselnden Darbietung einer selbstbestimmten Hauptdarstellerin, die schwieriges persönliches Terrain betritt und dabei nicht nur eine schmerzvolle Entscheidung zu verstehen, sondern auch zu akzeptieren lernt, geht die Lobende Erwähnung an diesen Spielfilm.

Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den besten Kurzfilm, im Wert von € 2.500, gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung: Coach
von Ben Adler, Frankreich 2014
Für das klangliche Meisterwerk eines Portraits über die beiläufige Brutalität in männlichen Beziehungen. Für ein nuanciertes Drehbuch und fehlerfreie Performance, die kraftvoll in einen Augenblick der Erkenntnis seines jugendlichen Protagonisten mündet, ehrt die Internationale Jury einen Film, der sowohl überrascht als auch fesselt.

Lobende Erwähnung: Tuolla puolen (Reunion)
von Iddo Soskolne und Janne Reinikainen, Finnland 2015
Mit Doppeldeutigkeit und frechem Humor begegnet er der Trauer. Die Internationale Jury ehrt den Film für seine visuellen Finessen und dessen Leichtigkeit. Wegen seiner Originalität und Kunstfertigkeit sowie der liebevollen Darstellung einer Versöhnung zweier Geschwister, geht die Lobende Erwähnung an den Kurzfilm Tuolla puolen (Reunion) von Iddo Soskolne und Janne Reinikainen.

Preisverleihung und Vorführung des Preisträgerfilms heute um 19:30 Uhr im Haus der Kulturen der Welt, Kino 1.


Presseabteilung
13. Februar 2015

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