Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2014

Kurzmeldungen

19.03.2014:
Die Internationalen Filmfestspiele trauern um Karl Baumgartner

Karl Baumgartner, einer der wichtigsten unabhängigen deutschen Produzenten und Verleiher, ist am 18. März gestorben. Mit seiner 1982 gegründeten Firma Pandora Filmverleih brachte er das Weltkino nach Deutschland, entdeckte heutige Arthouse-Größen und -Legenden wie Andrej Tarkovsky, Jim Jarmusch, Sally Potter, Kim Ki-duk und Aki Kaurismäki für den heimischen Markt. Emir Kusturicas Underground (1995) – bei dem Baumgartner als ausführender Produzent fungierte – wurde 1995 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Karl Baumgartner mit der Berlinale Kamera

Karl Baumgartner und die Berlinale waren einander stark verbunden. Mehrmals war er als Produzent bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin vertreten - im Wettbewerb mit den Filmen Super 8 Stories von Emir Kusturica (außer Konkurrenz, 2001), My Sweet Home von Filippos Tsitos (2001), Sam Garbarskis Irina Palm (2007) und Jasmila Žbanićs Na putu (Zwischen uns das Paradies, 2010). Zuletzt war er im Berlinale Wettbewerb 2012 als Co-Produzent an Kebun binatang (Die Nacht der Giraffe) von Edwin und an Pia Marais‘ Layla Fourie (2013) beteiligt.

Noch vor einem Monat hatte Festivaldirektor Dieter Kosslick Karl Baumgartner die Berlinale Kamera überreicht. „Es ist ein schmerzlicher Verlust auch für die Berlinale. Viele Filme, die Baumi mit Pandora produziert hat, liefen auf der Berlinale. Wir verlieren nicht nur einen großartigen und mutigen Produzenten und Verleiher, sondern auch einen engen Freund und Mitstreiter in der deutschen und europäischen Filmpolitik. Karl „Baumi“ Baumgartner war ein engagiertes Mitglied in meinem Team, das die 1. Europäische Verleihförderung EFDO - European Film Distribution Office konzipiert und politisch in Brüssel durchgesetzt hat. EFDO führte zur Gründung des größten audiovisuellen Förderprogrammes der Europäischen Gemeinschaft, dem MEDIA, dem heutigen Programm Creative Europe. Er wird uns allen sehr fehlen“, sagt Dieter Kosslick.