Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Generation

La Eterna Noche de las Doce Lunas

The Eternal Night of Twelve Moons

Die ewige Nacht der zwölf Monde

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Auf der Halbinsel Guajira im Norden Kolumbiens sind die alten Traditionen der indigenen Wayuu noch lebendig. Junge Mädchen ziehen dort für ein Jahr in eine einfache Hütte, sobald ihre Menstruation beginnt. Nur wenige Frauen dürfen sie in dieser Zeit besuchen. Männer sind tabu. Vor allem die Großmütter sollen sie in der Abgeschiedenheit auf ihre Rolle als Frau vorbereiten. Pili ist zwölf Jahre alt, als sie sich entscheidet, dem Brauch zu folgen. Sie tut es ihrer Großmutter zuliebe. Weiß sie wirklich, worauf sie sich da einlässt? Die Männer des kleinen Dorfes errichten die Lehmbehausung, die sie die nächsten zwölf Monate nicht verlassen wird. Die ersten Tage liegt sie regungslos in der Hängematte, unterbrochen nur von rituellen Waschungen und der Einnahme einer speziellen Medizin. Draußen im Dorf spielen und lachen die Kinder. Für Pili ist Lachen verboten. Regelmäßig kommt jemand, um sie zu unterweisen. Zwölf Monde können endlos sein. Pili webt und webt und webt, das rettet sie über die Zeit. Als sie schließlich in das grelle Licht der Sonne tritt, hat sie sich sichtlich verändert. Eine eindrucksvolle dokumentarische Erzählung über archaische Bräuche in einer modernen Zeit.

Kolumbien 2013, 87 Min

von

Priscila Padilla