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Coming Forth by Day

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Ein Tag im Leben von Soad, die mit Mutter und bettlägerigem Vater am Rande Kairos lebt. Während hinter halb geschlossenen Läden helles Sonnenlicht und die Geräusche der Stadt zu vernehmen sind, verströmt im Inneren der Wohnung alles den Geruch von Alter, Krankheit, Stagnation. Die Mutter arbeitet nachts in einer Klinik und ist tagsüber ein Schatten ihrer selbst. Auch Soad ist nicht mehr jung. Ihre Aufgabe, den kranken Vater zu pflegen, hat sie schicksalsergeben akzeptiert und das eigene Leben hintangestellt. Geduldig folgt die Kamera ihren routinierten Handgriffen und Verrichtungen und fängt dabei sowohl ihre Frustration als auch Momente großer Zärtlichkeit ein.
Hala Lotfys beeindruckendes Debüt richtet den Blick auf das Verhältnis von Licht und Schatten, Innen und Außen, Leben und Tod. Coming Forth by Day ist der Titel des Totenbuchs der alten Ägypter, zu Deutsch: ins Licht hinaustreten. Soads Sehnsucht ist spürbar nach draußen gerichtet. Doch als sie am Abend die Wohnung verlässt und einsam durch das nächtliche Kairo treibt, wird deutlich, wie weit sie sich schon von ihren Bedürfnissen entfernt hat. Indes beginnt am Ende der Nacht ein neuer Tag, der womöglich Veränderung bringt.

Ägypten / Vereinigte Arabische Emirate 2012, 96 Min

von

Hala Lotfy

mit

Donia Maher
Salma Al-Najjar
Ahmed Loutfi