Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Gycklarnas afton

Sawdust and Tinsel

Abend der Gaukler

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Im Morgengrauen zieht ein kleiner Wanderzirkus durch die schwedische Landschaft, er ist ein Schattenbild gegen den grauen Himmel. Die Zirkusleute haben kein Geld, kaum etwas zu essen und mussten ihre Kostüme bei ihrem vorangegangenen Auftritt in Zahlung geben. Der Zirkusdirektor Albert (Åke Grönberg) hat eine Idee: Er und seine schöne Geliebte Anne (Harriet Andersson) gehen in die Stadt, um Kostüme beim Theater auszuleihen. Der Direktor beleidigt sie jedoch, vergleicht Theater mit Kunst und Zirkus mit Kunstgewerbe. Albert, alt und erschöpft, will zu seiner Frau zurückkehren, empfindet deren bürgerliche Existenz aber nur als innere Leere. Anne lässt sich für ein wertloses Amulett von dem Schauspieler Frans (Hasse Ekman) verführen, kann die Truppe aber nicht verlassen. Bergman zeigt die ständigen Demütigungen der Zirkusleute, aber auch ihre Liebe zu diesem Leben.

Visuell gehört GYCKLARNAS AFTON zu den eindrucksvollsten Bergman-Filmen. Die einleitende Rückblende, als Alma, die Frau des weißen Clowns Frost (Anders Ek), mit einem Trupp Soldaten nackt baden geht, erinnert an frühe russische Filme: Man hört die modernistische Musik und das Donnern der Kanonen, aber nicht, was gesprochen wird, wenn die Kamera einzelne Gesichter der johlenden Soldaten fixiert. Immer wieder findet Bergman markante Bilder: Spiegelungen, Nahaufnahmen der Augen, Albert im Kampf oder wie ein geblendetes Tier taumelnd in der Manege.

Schweden 1953, 93 Min

von

Ingmar Bergman

mit

Åke Grönberg
Harriet Andersson
Hasse Ekman