Berlinale: Programm


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Kopietheater 1

Kopietheater ist ein Versuch radikalen Kinos und der Schlusspunkt eines Rechercheprojekts des Kurators und Künstlers Ian White, das der Frage nachgeht, wie Kontext und Lektüre der maßgebliche Inhalt unserer Erfahrung im Zuschauerraum werden können. Im Kopietheater werden Film, Video, Fotografien, Töne, Text und Performance in einer einzigartigen, simultanen Präsentation radikal gegenübergestellt – ein Theater reproduzierbarer Einheiten als Entwurf eines elementaren Kinos.

Kopietheater folgt einer Programmreihe, die im März 2009 unter dem Titel It's Not The Homosexual Who Is Perverse, But the Situation In Which He Lives in Berlin stattfand. Deren Hauptereignis ist auch hier vertreten: eine simultane Projektion von Praunheims titelgebendem Film – allgemein als Start der deutschen Schwulenbewegung angesehen und immer noch eine scharfe, hysterische und herausfordernde Anklage homogenisierter schwuler Kultur – und einer Fotoserie der amerikanischen Künstlerin Emily Roysdon – Hommage an und geschlechtlich umdefinierte, zeitgenössische Version einer Serie ihres Landsmanns David Wojnarowicz.

Zwischen ihnen flackern Verbindungen, Konflikte und Fragen.

Ein speziell für diesen Anlass von Künstlern, Autoren und Theoretikern, die alle im Publikum der Screenings im März waren konzipiertes Programm begleitet diese Vorführung. Sie wurden eingeladen zwei Dinge vorzustellen, die wir maximal fünf Minuten lang gleichzeitig sehen, hören oder lesen können. So werden sie zu Antworten, Kritiken und neuen Erkundungen. Eine neue Art Kino, ohne Bewegtbild: Kopietheater.



Programm 1:

Beiträge von: Rosa Barba; Rainer Bellenbaum; Matei Bellu, Madeleine Bernstorff, Emilie Bujes & Guillaume Cailleau; Anne Breimaier; Martin Ebner; Lydia Hamann & Kaj Osteroth; Judith Hopf; Matthew Lutz-Kinoy; Henrik Olesen; Klaus Weber; Florian Zeyfang, ca. 70 Minuten

Großbritannien 2010, 60 Min

von

curated by Ian White, contributors: Lydia Hamann, Matthew Lutz-Kinoy, Martin Ebner, Anne Breimaier, Klaus Weber, Judith Hopf, Rosa Barba, Florian Zeyfang, Rainer Bellenbaum, Madeleine Bernstorff, Emilie Bujes, Matei Bellu, Guilaum Caillea