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Pus

Haze

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Ein junger Mann, der für zwielichtige Gestalten illegale DVDs verpackt, gerät an einen Revolver, dem das Foto einer Frau beiliegt. Der Fund führt ihn zu einem Ehepaar in der Krise, das in der gleichen trostlosen Gegend an der Peripherie Istanbuls lebt. Sie arbeitet als Näherin, er als Schlachter. Es entsteht eine seltsame Konstellation von drei Menschen, die schwer tragen an ihrer Verzweiflung – jeder für sich allein.

Lost souls. Lost in space. Wie verloren wirken die Protagonisten in der Weite einer desolaten Stadtlandschaft mit öden Ausfallstraßen, viel Schutt und Hochhäusern in der Ferne. Wie verloren auch in ihrem Alltag, der bestimmt ist von Sprachlosigkeit und drohender Arbeitslosigkeit. Ein freudloses Leben ohne Hoffnung. Grau in grau. Unterfüttert mit einem minimalen Plot um einen Auftragsmord ist "Pus" vor allem eine Studie über einen Zustand: den der totalen Entfremdung, Einsamkeit, Leere und Hoffnungslosigkeit. Es gelingt keinem der drei, einen Ausdruck zu finden für diese Empfindungen, doch der Film versteht es, ihnen Form zu verleihen, jedes Bild spricht davon. Langsam, stark stilisiert und elliptisch erzählt, mit sparsamen Dialogen und ohne Psychologie – ein europäischer Autorenfilm aus der Türkei.

Türkei / Griechenland 2010, 109 Min

von

Tayfun Pirselimoglu

mit

Ruhi Sari
Mehmet Avci
Nurcan Eren