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Winterstilte

Winter Silence

Winterstille

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WINTERSTILTE

Abgeschieden in den verschneiten Schweizer Bergen lebt ein Mann mit seiner Frau und vier Töchtern. Alltag und Leben in der einsamen Berghütte sind vom katholischen Glauben und alten Legenden geprägt. Als der Mann bei einem Unfall stirbt, verfallen die Frauen in eine Art Winterschlaf und fantastische Sagengestalten werden lebendig. Dieser Film scheint aus der Zeit gefallen. Durch einen streng ritualisierten Tagesablauf erschaffen sich die Mutter und ihre fast erwachsenen Töchter jedoch ihre ureigene Gegenwärtigkeit. Die Kamera fängt sie mit stilisierten Tableaus ein, choreografiert einen Gleichklang der Gesten und Handgriffe. Das gemeinsame Beten des Rosenkranzes, das gegenseitige Bürsten der langen Haare, das Hochstecken zu strengen Frisuren, das rhythmische Sticken am wärmenden Kaminfeuer. Winterstilte ist auch ein Spiel mit Symbolen und Zeichen, die auf die Endlichkeit dieser Frauengemeinschaft verweisen. Eine wissende Eule erscheint am Schlafzimmerfenster, in der Nacht suchen maskierte Männer mit Hirschgeweihen die Berghütte auf und eine buntgekleidete Gestalt wandert durch den Schnee. Man spürt, dass die jungen Frauen den Hof bald verlassen werden, um den Rhythmus eines eigenen Lebens zu finden.

Niederlande / Schweiz 2008, 70 Min

von

Sonja Wyss

mit

Gerda Zangger
Sandra Utzinger
Brigitta Weber
Katalin Liptak
Sarah Bühlmann

Weltvertrieb

Holland Film