Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2003

Preise und Ehrungen

17.12.2002:
Hommage und Goldener Ehrenbär für Anouk Aimée

Anouk Aimée, dem internationalen Star des französischen Kinos, ist die Hommage der 53. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2003 gewidmet. Auf Einladung des Festivaldirektors Dieter Kosslick wird Anouk Aimée Ehrengast des Festivals sein und am 13. Februar 2003 mit einem Goldenen Bären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Anouk Aimée gab bereits mit 13 Jahren ihr Film-Debüt. Sie hat mit den bedeutendsten Regisseuren des europäischen und internationalen Kinos gearbeitet: Federico Fellini, Jacques Demy, Marco Bellocchio, Claude Lelouch, Bernardo Bertolucci, Sidney Lumet, George Cukor, Vittorio de Sica, Robert Altman u. v. a.. Zu ihren Filmpartnern zählten Marcello Mastroianni, Jean-Louis Trintignant, Omar Sharif, Gérard Philippe, Michel Piccoli, Yves Montand, Dirk Bogarde und Charles Aznavour. Anouk Aimées Filmographie umfasst bis heute fast 70 Filme.

"Anouk Aimée gehört zu den großen europäischen Stars, denen wir unvergessliche Kinomomente verdanken. Mit ihrem unverwechselbaren Spiel von Melancholie und Leidenschaft hat sie in zahlreichen Filmen ihr großes schauspielerisches Können gezeigt", kommentiert Dieter Kosslick die Ehrung.

Die Berlinale-Hommage wird eine Auswahl von zehn ihrer Filme präsentieren und konzentriert sich vor allem auf die 70er Jahre, in denen Anouk Aimée zu einer Ikone des Kinos wurde. Die Verleihung des Goldenen Ehrenbären für ihre Karriere wird anlässlich der Vorführung von Lola am 13. Februar im Berlinale-Palast stattfinden.

Ihren künstlerischen Durchbruch hatte Anouk Aimée mit Les amants de Vérone (1949), Modigliani (1958), La Dolce Vita (1960), Lola (1961) und Achteinhalb (1963). Weltruhm erlangte Aimée durch Claude Lelouchs Liebesserenade Ein Mann und eine Frau (1966), der einen Oscar und die Goldene Palme erhielt, und für den Aimée mit dem Golden Globe und dem Britischen Filmpreis als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde, sowie eine Oscar-Nominierung bekam. Für den Film Salto nel Vuoto (1980) wurde sie beim Festival in Cannes als beste Schauspielerin geehrt. Hollywood entdeckte das europäische Talent, und so spielte sie in Sidney Lumets Psychodrama Ein Hauch von Sinnlichkeit (1968) und George Cukors Justine (1969).

Lange Zeit gehörten romantische Rollen und die Darstellung melancholisch-rätselhafter Frauen-Figuren zu ihrem Markenzeichen. Auch Fellinis La Dolce Vita (1960), André Delvauxs Un soir, un train (1968), Jacques Demys US-Produktion Das Fotomodell (1968) oder George Cukors Justine (1969) zeigen Anouk Aimée als verschlossene, verletzliche Schönheit. Ihre schauspielerische Wandelbarkeit zeigte sie u. a. in Fellinis Achteinhalb (1963), Elie Chouraquis Meine erste Liebe (1978), Marco Bellocchios Der Sprung ins Leere (1979), Bernardo Bertoluccis La Tragedia di un uomo ridicolo (1981), Claude Lelouchs Viva la vie - Es lebe das Leben (1984), Skolimovskis Success is the Best Revenge, Claude Lelouchs Un homme et une femme: 20 ans déjà (1987), Robert Altmans Prêt-à-Porter, Alexandre Arcadys Dis-moi oui (1994) mit Jean-Hugues Anglade und Luciano Tovolis Le général de l'armée morte (1983) an der Seite von Michel Piccoli und Marcello Mastroianni.

Im Jahr 1999 spielte Anouk Aimée unter der Regie von Claude Lelouch in Une pour toutes und 2002 in Marceline Loriden-Ivens La petite prairie aux bouleaux. Zusätzlich zu ihren zahlreichen Filmen war sie von 1995 bis 1997 auch auf der Theaterbühne zu bewundern, neben Jean-Louis Trintignant und Bruno Cremer in dem Stück Love Letters von A. R. Gurney. Frankreich hat seinen Star in diesem Jahr mit dem César für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Die Hommage an Anouk Aimée wird vom Filmmuseum Berlin - Deutsche Kinemathek verantwortet.

17. Dezember 2002