Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2003

Kinderfilmfest

18.12.2002:
Starkes Kinderfilmfest bei der Berlinale 2003

Ein vielfältiges und außergewöhnliches Programm verspricht Thomas Hailer, neuer Leiter des Kinderfilmfests der Berlinale, für das Festival 2003. Die Auswahl der Filme wird seit diesem Jahr wieder von einem Gremium, bestehend aus Thomas Hailer, seiner Stellvertreterin Maryanne Redpath, der Schauspielerin Beate Jensen sowie der Dramaturgin Beate Völcker, getroffen.

Mit über 200 Spielfilmen und Kurzfilmen steht ein starkes internationales Angebot für das 26. Kinderfilmfest (7.-16.02.2003) zur Auswahl. Sieben Titel wurden bereits vor Jahresende für das Programm bestätigt.

"Auffällig ist", so Hailer, "dass Filme rund um den Globus verstärkt den realen Alltag der Kinder als Thema aufgreifen. Der Trend zu phantastischen Stoffen bleibt ungebrochen, sie stehen aber immer mehr in realen Bezügen." In einer Zeit von großen Umbrüchen und allgemeiner Verunsicherung scheinen einige Fragen drängender zu werden: Wo gehöre ich hin? Und was kann ich noch glauben?

In dem kanadischen Film SAINT MONICA von Terrance Odette findet ein Mädchen überraschende Antworten. Angetrieben von dem Wunsch, ein Engel zu werden, entdeckt sie, nur wenige Straßenblöcke entfernt, eine völlig unbekannte Welt. Ihr Ziel erreicht sie nach vielen Mühen und auf eine Weise, die sie sich wohl nie hätte träumen lassen.

Mit umwerfender Komik und Leichtigkeit zeichnet der japanische Regisseur Yuji Nakae in HOTEL HIBISCUS das Bild einer chaotischen, aber dennoch funktionierenden Familie. Im Zentrum steht die 9-jährige Mieko, die respektlos und ohne Angst ihr gar nicht immer leichtes Leben meistert.

DONG SUNG von dem südkoreanischen Regisseur Joo Kyung-Jung erzählt in überwältigenden Bildern von der Suche eines neunjährigen buddhistischen Mönches nach Nähe und Geborgenheit. Das strenge Reglement des Klosterlebens misst er an zutiefst menschlichen Maßstäben. Dadurch gerät er mit seinem Umfeld in Konflikt und muss ganz auf sich gestellt eine wichtige Entscheidung treffen.

Der finnische Film KAHLEKUNINGAS von Arto Koskinen führt das Publikum zurück in die Siebziger Jahre. Zwei Jungen schließen eine grenzüberschreitende Freundschaft, die bis zum Schluss immer wieder harten Prüfungen ausgesetzt ist. Mit der Kraft der Phantasie und enormer Willensstärke gelingt es ihnen, ihre Träume über Grenzen und Vorbehalte hinweg zu leben.

ELINA - SOM JAG INTE FANNS ist das Spielfilmdebut des finnischen Regisseurs Klaus Härö, der für seinen Kurzfilm NATTFLYKT bereits beim Kinderfilmfest 2000 eine Lobende Erwähnung der Kinderjury erhalten hat. Die schwedisch-finnische Koproduktion besticht durch eine beeindruckende Bildsprache und herausragende Leistungen der Darsteller.

MISS ENTEBBE beleuchtet den immer wieder eskalierenden Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Vor dem Hintergrund der Flugzeugentführung von Entebbe im Jahr 1976 verwickelt sich eine Gruppe von Kindern in ein riskantes Abenteuer, das sich schnell verselbständigt und in bedrohlichen Ernst umschlägt. Mutig, tabulos und mit atemraubender Spannung forscht der junge israelische Regisseur Omri Levy nach Möglichkeiten, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen.

Als deutscher Beitrag wird DER ZEHNTE SOMMER seine Welturaufführung beim Kinderfilmfest haben. Behutsam und mit viel Liebe zum Detail erzählt Regisseur Jörg Grünler die Geschichte von Kalli, der sich im Kleinstadtmief der Fünfziger Jahre mehr Geheimnisse aufbürdet, als ein Kind eigentlich verkraften kann.

Das gesamte Programm des Kinderfilmfests wird im Januar feststehen.

18. Dezember 2002