Apiyemiyekî?

Apiyemiyekî? ging aus der Ausstellung „Meta-Archive 1964–1985“ im Sesc-Belenzinho hervor, die einer kritischen Kosmologie der Militärdiktatur in Brasilien gewidmet war. Der Film basiert auf dem Archiv des brasilianischen Pädagogen und Kämpfers für die Rechte der Indigenen, Egydio Schwade: Die Casa da Cultura de Urubuí enthält über 3000 Zeichnungen, die von den im brasilianischen Amazonasgebiet heimischen Waimiri-Atroari während ihrer ersten Alphabetisierung angefertigt wurden. Zeichnen wurde, basierend auf der kritischen Pädagogik des brasilianischen Pädagogen und Philosophen Paulo Freire, zu einer der ersten Methoden von Wissensaustausch und -produktion. Die häufigste Frage der Waimiri-Atroari, die dabei aufkam war: Warum brachte Kamña („der Zivilisierte“) Kiña (Waimiri-Atraori) um? Apiyemiyekî? (Warum?). Die Zeichnungen dokumentieren und konstruieren ein kollektives visuelles Gedächtnis und bezeugen zugleich eine Reihe von gewalttätigen Angriffen, denen die Waimiri-Atroari während der Diktatur ausgesetzt waren. Der Film animiert und überträgt ihre Zeichnungen auf die Landschaften und Stätten, von denen sie erzählen, mit dem Versuch, ihre Frage zu beantworten und im Vertrauen darauf, dass Erinnerung ein notwendiger Antrieb für den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft ist.
von Ana Vaz
mit Egydio Schwade, Keila Serruya
Brasilien / Frankreich / Niederlande / Portugal 2019 Portugiesisch 28’ Farbe & Schwarz-Weiß Dokumentarische Form

Mit

  • Egydio Schwade
  • Keila Serruya

Stab

Regie Ana Vaz
Kamera Ana Vaz
Montage Ana Vaz
Musik Guilherme Vaz
Sound Design Ana Vaz, Nuno da Luz
Ton Ana Vaz
Production Manager Rafael Moretti
Executive Producer Sesc São Paulo
Produzent*innen Olivier Marboeuf, Anže Peršin
Koproduzent*innen Annemiek van Gorp, Rene Goossens, Ana Vaz

Stenar Projects

Ana Vaz

Ana Vaz, geboren 1986 in Brasília, Brasilien, ist Künstlerin, Filmemacherin und Gründerin des interdisziplinären Kollektivs COYOTE. Ihre Filmgedichte basieren auf experimentellen Collagen aus produzierten und gefundenen Bildern und Tönen und reflektieren Situationen und Kontexte, die historisch und geographisch von Narrativen der Gewalt und Repression gezeichnet sind. Ihre Praxis umfasst ebenso Texte, kritische Pädagogik, Installationen, Filmprogramme oder ephemere Events, die als Erweiterungen oder in Nachfolge ihrer Filme entstehen. 2015 erhielt sie den Kazuko Trust Award der Film Society of Lincoln Center in Anerkennung ihrer künstlerischen Leistung und der Innovation in ihrer Arbeit mit dem Bewegtbild.

Filmografie

2007 Sacris Pulso; 15 Min. 2012 Entre temps; 12 Min. · Les mains, negatives; mit Julien Creuzet, 15 Min. 2013 A idade da pedra; 30 Min. 2014 Occidente; 15 Min. 2015 A Film, Reclaimed; mit Tristan Bera, 19 Min. 2016 Ha terra!; 12 Min. · Amérika: Bahía de las flechas; 8 Min. 2018 Olhe bem as montanhas; 30 Min. · Amazing Fantasy; 3 Min. · Atomic Garden; 8 Min. 2019 Apiyemiyekî?; 28 Min., Forum Expanded 2020 2020 Pseudosphynx; 9 Min. · 13 Ways of Looking at a Blackbird · 13 Ways of Looking at a Blackbird; 32 Min., Forum Expanded 2021 · Pseudosphynx; 8 Min. 2022 É Noite na América; 66 Min. · A árvore

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2023