Die Expanded-Cinema-Performance entfaltet sich als techno-mythologisches Ritual aus Licht und Klang. Aufgeführt mit modifizierten 16-mm-Projektoren und DIY-Maschinen kombinieren die 16-mm-Filmloops handbearbeitete und Inkjet-bedruckte Sequenzen und verweben fragmentarische Visionen einer mythischen Insel des elften Jahrhunderts. Die Bilder speisen sich aus einer imaginären Mythologie, die sich wiederkehrend durch das Projekt <em class="film-other">Unending Island</em> der beiden Künstler*innen zieht, und erzählen von der Geburt eines Halbgottes aus einer Yamswurzel: Eine verfluchte Geburt, die den Halbgott zur einzigen Nahrungsquelle macht und ihm durch die Abhängigkeit der Inselbewohner*innen absolute Macht verleiht. Zwischen Faszination und Furcht nimmt der aus Yams-Ökoentwickler, pflanzlichen Interventionen und 3D-gerenderten virtuellen Landschaften geformte Halbgott allmählich Gestalt an. <em class="film">Born of the Yam</em> beschwört die Performativität von Ritualismus und Idolatrie und spürt ihren Resonanzen in der politischen Gegenwart nach. Die Aufführung wird zu einer kollektiven Feuerstelle, genährt von den Flammen der Obsession und Fantasie. Indem sie auf unsere tiefsten Instinkte zurückgreift, macht die Live-Performance den Prozess sichtbar, durch den mythische Idole zu Spiegeln unserer eigenen Sehnsüchte, Ängste und Schöpfungen werden.