Filmemacher Tawfik Sabouni wurde vor Jahren aus dem syrischen Foltergefängnis Saidnaya entlassen, das auch als Ort „hinter der Sonne“ bezeichnet wird. Kurz nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 kehrt er an den Ort seiner Gefangenschaft zurück. Es geht ihm nicht darum, Wunden wieder aufzureißen, sondern wiederherzustellen, was systematische Gewalt versucht hat auszulöschen: Stimmen, Geschichten und Menschlichkeit. Sabouni lädt vier weitere Saidnaya-Überlebende ein, ihn auf seiner Reise zu begleiten. Gemeinsam kehren sie an die Orte zurück, an denen sie jahrelang gefoltert und entmenschlicht wurden, und spielen in sorgfältig konstruierten Reenactments ihre Gefangenschaft nach – tägliche Rituale, Gesten, Momente des Überlebens. Gedreht innerhalb des ehemaligen Gefängnisses werden die Reenactments zum Ausdrucksmittel für etwas, das sich nicht in Worte fassen lässt. Auf zurückhaltende Weise konfrontiert der Film das Publikum mit den bleibenden Spuren der Haft und gibt nicht nur den auftretenden fünf Männern eine Stimme, sondern auch den Tausenden, die das Assad-Regime nicht überlebt haben und deren Familien noch immer nach Antworten suchen.