Joy Boy: A Tribute to Julius Eastman

Eine Hommage an Julius Eastman (1940–1980), afroamerikanischer Pianist, Komponist, homosexuell, legendär sein Bariton, seine Bühnenpräsenz, in Armut gestorben. 1979 schrieb er Evil Nigger und Gay Guerrilla für Klavierquartett. Joy Boy ist eine konzertante Aufführung seiner Musik und seiner O-Töne, alternierend – visualisiert von einem transnationalen sechsköpfigen Kollektiv in vier Kapiteln. Musik und Bild autonom. Die Kompositionen zeigen sein Können, die Texte seine Haltung. Entzündet an Kolonial- und Lebensgeschichte, rau, radikal und glasklar schleudert er die Worte regelrecht heraus (auch das N*Wort – jenseits aller möglichen, notwendigen Triggerwarnungen), er kotzt sich aus, wird nachdenklich, schweigsam. Die Regisseur*innen agieren aus einem breiten Spektrum theoretischer und künstlerischer Praktiken – Film, Performance, Tanz; Textil, Archiv, Recherche – in komplexer Kollaboration, eigenständig und kollektiv, solidarisch mit Eastman und miteinander. Ein Film, der politisch knallt und wunderschön zugleich ist, besonders die Berührung von Körper, Farben und Rhythmen oder die Choreographie der Gay Guerilla entlang der Schnellstraße, Raum nehmend, bedrohlich, verwundbar, stark. 
von Mawena Yehouessi (Regie), Fallon Mayanja (Regie), Rob Jacobs (Regie), Victoire Karera Kampire (Regie), Paul Shemisi (Regie), Anne Reijniers (Regie) Belgien / Frankreich / Demokratische Republik Kongo 2026 Englisch 64' Farbe Weltpremiere

Stab

Regie Mawena Yehouessi, Fallon Mayanja, Rob Jacobs, Victoire Karera Kampire, Paul Shemisi, Anne Reijniers
Musik Julius Eastman
Produzent*innen Mawena Yehouessi, Fallon Mayanja, Rob Jacobs, Victoire Karera Kampire, Paul Shemisi, Anne Reijniers

Mawena Yehouessi

Mawena Yehouessi ist Kuratorin, Forscherin und Künstlerin. Inspiriert von Afrofuturismus und Black Studies wurde sie Mitbegründerin des Kollektivs Black(s) to the Future (2015) und arbeitet am liebsten im Team. Derzeit schließt sie ihre Doktorarbeit über Collagen an der Villa Arson/Université Côte d’Azur ab. Ihre Praxis reicht von Ausstellungen bis zum Filmemachen, über kritisches Schreiben und Spoken Poetry, Übersetzung und zeitgenössischem Tanz. Sie hat mit Spectre Productions, HEAD – Genève, der Black Portraitures III Conference und vielen weiteren Menschen und Orten zusammengearbeitet.

Filmografie

2018 D’HLM à Pikine; Video-Installation, zusammen mit Jean-Baptiste Joire und Fallon Mayanja 2021 Sol in the Dark; Berlinale Forum Expanded 2022, Koproduktion Olivier Marboeuf 2024 Ahmaud & Wanda; Video-Installation 2026 2026: Joy Boy: A Tribute to Julius Eastman; Koregie Collectif Faire-Part, Victoire Karera Kampire und Fallon Mayanja

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026

Fallon Mayanja

Fallon Mayanja ist Klangkünstler*in, Komponist*in sowie Performer*in, und beschäftigt sich mit Stimme, elektronischer Musik und spekulativer Erzählung. Als Absolvent*in der Kunsthochschule Lissabon mit einem Post-Diplom in Klangkunst und einem Master-Abschluss vom INA GRM wurzelt Fallons Arbeit in der Live-Performance. Fallon setzt das Hören als politische und relationale Praxis in den Fokus, in der Klang, Technologie und Umwelt als miteinander verbundene Medien des Austauschs fungieren. Neben der künstlerischen Tätigkeit entwickelt Fallon auch pädagogische Projekte zu diesen Schwerpunkten.

Filmografie

2026 Joy Boy: A Tribute to Julius Eastman; Koregie Collectif Faire-Part, Mawena Yehouessi und Victoire Karera Kampire

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026

Rob Jacobs

Rob Jacobs (he/they) ist Filmemacher und Organisator, der Filmemachen als eine Form des Dialogs versteht. Zusammen mit Paul Shemisi, Anne Reijniers und Nizar Saleh gründete er Collectif Faire-Part, ein belgisch-kongolesisches Filmensemble, in dem er primär als Cutter tätig ist. Rob hat Psychologie studiert und interessiert sich nach wie vor für die Schnittstelle zwischen Wohlbefinden und kreativer Praxis. Nachdem er Erfahrungen in der Arbeit mit Gymnasiasten zu Männlichkeit und gewaltfreier Kommunikation gesammelt hat, absolviert er derzeit eine Ausbildung zum Gruppentherapeuten und Moderator.

Filmografie

2016 Échangeur; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part 2019 Faire-part; mit Collectif Faire-Part 2020 In Vele Handen (In Many Hands); mit Collectif Faire-Part 2022 L’Escale; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part 2023 Speech for a Melting Statue; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part 2026 What We Said to Brussels Airlines; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part · Joy Boy: A Tribute to Julius Eastman

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026

Victoire Karera Kampire

Victoire Karera Kampire (1990) ist eine ruandisch-belgische Regisseurin und Sounddesignerin. Sie hat einen Master-Abschluss in Neuen Medien und Gesellschaft (VUB) und ist Absolventin der LUCA School of Arts im Bereich audiovisuelle Künste. Im Zentrum ihres künstlerischen Schaffens steht der Begriff der Abwesenheit, ihre Filme – Orte halluzinierter Archive und dokumentarisch-fiktionaler Experimente – sind von geisterhaften Präsenzen durchdrungen. Sie erstellt auch Multi-Screen-Videowerke für Theater und Ausstellungsräume. 2024/25 ist sie assoziierte Künstlerin der Beursschouwburg (Brüssel).

Filmografie

2023 Alberta’s Room; Kurzfilm 2024 it’s like a finger pointing away to the moon; Videoinstallation, zusammen mit Moya Michael 2026 Joy Boy: A Tribute to Julius Eastman; Koregie Collectif Faire-Part, Mawena Yehouessi und Fallon Mayanja

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026

Paul Shemisi

Paul Shemisi ist ein kongolesischer Filmemacher, Kameramann und interdisziplinärer Künstler, der sich mit Dokumentarfilm, visueller Kultur und sozialem Engagement beschäftigt. Er war Kameraassistent für internationale Filmteams in Kinshasa und absolvierte anschließend eine Ausbildung bei Les Ateliers Action (INSAS). Seine Arbeit umfasst auch Fotografie und Rap-Musik. Zusammen mit Nizar Saleh gründete er die Produktionsfirma Kimpavita Film, die unabhängige Kino- und Bildprojekte in der Demokratischen Republik Kongo und darüber hinaus fördert. Er ist Gründungsmitglied von Collectif Faire-Part.

Filmografie

2013 Marché Koweït; Kurzfilm 2019 Faire-part; mit Collectif Faire-Part 2020 Bayindo; Kurzfilm · In Vele Handen (In Many Hands); mit Collectif Faire-Part 2022 L’Escale; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part 2023 Speech for a Melting Statue; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part 2025 Bandeko Basi; Koregie Bie Michels 2026 What We Said to Brussels Airlines; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part · Joy Boy: A Tribute to Julius Eastman; mit Collectif Faire-Part, Koregie Victoire Karera Kampire, Mawena Yehouessi und Fallon Mayanja

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026

Anne Reijniers

Anne Reijniers ist eine belgische Filmemacherin, Kuratorin und Landwirtin. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit kollektivem Filmemachen, Dekolonialisierung, antikapitalistischem Gärtnern und langsamen Formen des Widerstands, die auf Fürsorge basieren. Sie ist Mitbegründerin des belgisch-kongolesischen Filmensembles Collectif Faire-Part, mit dem sie kollaborative Filmprojekte entwickelt, die auf gemeinsamer Geschichte und politischem Engagement basieren. Neben ihrer Filmarbeit innerhalb des Collectif Faire-Part entwickelt Anne Filmprojekte zu ökologischen Praktiken.

Filmografie

2016 Échangeur; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part 2019 Faire-part; mit Collectif Faire-Part 2020 In Vele Handen (In Many Hands); mit Collectif Faire-Part 2022 Gesamthof (A Lesbian Garden); Kurzfilm, Koregie Eline de Clercq, Laetitia Bica und Clara Thomine · L’Escale; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part 2023 Speech for a Melting Statue; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part 2026 What We Said to Brussels Airlines; Kurzfilm, mit Collectif Faire-Part · Joy Boy: A Tribute to Julius Eastman; mit Collectif Faire-Part, Koregie Victoire Karera Kampire, Mawena Yehouessi und Fallon Mayanja

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026